Sonntag, 26. März 2017

Sonntagsnotizen - Es geht doch: Caritas und Tarifvertrag Altenpflege in Bremen

16 Bremer Wohlfahrtsverbände, wie die Caritas, das Rote Kreuz und die Arbeiterwohlfahrt haben jetzt den bundesweit ersten übergreifenden Tarifvertrag unterschrieben hat Radio Bremen aktuell am 23. März berichtet. Damit ist für über 3.200 der insgesamt rund 9.000 Beschäftigten in der Altenpflege ein einheitliches Vergütungssystem mit Lohnstufen, Urlaubsgeld sowie Sonderzuschlägen geschaffen. Auch wenn die privaten Träger "noch nicht dabei sind". Wenigstens die nun beteiligten Tarifpartner der "Tarifgemeinschaft Pflege" haben mit der Gewerkschaft ver.di damit begonnen, den Kostenwettbewerb zu Lasten der Beschäftigten und der Seniorinnen und Senioren zu beenden.
Die Tarifgemeinschaft Pflege - der neben den genannten Partnern unter anderem auch Arbeiter-Samariter-Bund und Bremer Heimstiftung angehören - wird mit dem Tarifvertrag nun ein Vorteil bei der Gewinnung des begehrten Fachpersonals zugeschrieben (Weser-Kurier). Nun wird die Tarifgemeinschaft mit den Kranken- und Pflegekassen verhandeln, um die Refinanzierung zu verbessern, denn: "tarifvertraglich vereinbarter Vergütungen dürfen nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden".
Bei dem jetzt abgeschlossenen Tarifvertrag handelt es sich um einen Zwischenschritt: "Bis 2019 wollen die Parteien einen Vertrag für die Altenpflege im gesamten Land Bremen abschließen, der dann auch für die Beschäftigten bei privaten Träger gelten soll." (Altenpflege online) und "Die Löhne sollen in den nächsten Jahren peu à peu an den Tarifvertrag im öffentlichen Dienst angepasst werden." (Weser-Kurier)


Bremen ist damit bundesweit Vorreiter für die Aufwertung der Altenpfleger, deren tarifliche Vergütung bisher durch den Wettbewerb um Billigpreise gekennzeichnet ist.
Die Caritas in Bremen hat erkannt, was wir hier schon seit Jahren immer wieder darlegen: die Konkurrenz der unterschiedlichen Wege wird auf dem Rücken der Beschäftigten und der Betreuten ausgetragen. Wer auf dieser Konkurrenz beharrt, nimmt die daraus folgenden prekären Arbeitsverhältnisse billigend in Kauf.
„Zum Teil werden die Beschäftigten mehrere Hundert Euro mehr verdienen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung dieses gesellschaftlich wichtigen Berufes“
...
”Das ist ein Meilenstein für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege, für die Bezahlung in der Pflege. Die Wirkung auf die weiteren Beschäftigten, die weiteren zwei Drittel, wird damit erheblich besser, einfacher und hoffentlich auch über eine Allgemeinverbindlichkeit möglich."

Ver.di-Landesbezirksleiter Detlef Ahting
Weitere Quellen:
Altenpflege online "Durchbruch: 16 Arbeitgeber, ein Tarifvertrag"
Weser Kurier "Tarifvertrag soll Pflege-Fachkräfte locken"

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