Mittwoch, 26. Februar 2014

Caritas-Schicksalsjahr 2014 - Sinn der Gewerkschaftsbewegung im Herzen der Caritas

Als caritas-verdianer  wissen wir, worum es heuer geht:
Wenn wir die weitere Absenkung der unteren Lohngruppen  nicht verhindern, sind wir vom TVöD in diesem wichtigen Segment abgehängt und damit der TVöD als "bindendes" Vorbild für uns in der Caritas - Leit-Tarif sagt man dazu - endgültig vorbei.

Deshalb engagieren wir uns jetzt bei den Tarifauseinandersetzungn von ver.di, weil die Forderung eines Sockelbetrages von 100 Euro dieser unsäglichen, immer mehr ausgebauten, schiefen Bahn nach unten in die Armut ein deutliches "contra" setzt.
Sollte der Kampf siegreich enden - keiner von uns weiß dies angesichts eines übermächtigen Gegners, der da heißt "Markt-Notwendigkeiten" -, dann werden wir uns für die "Übertragung des Ergenisses" in die Welt der Caritas genauso vehement  einsetzen.
Denn jetzt gibt es die Caritas-ver.di-Betriebsgruppen. Es sind noch nicht viele, aber es werden immer mehr.
Sie geben sich nicht mehr mit dem "weiter so " zufrieden. Die Gesetze von "Markt" und "Kapitalismus"  wollen sie nicht mehr "gottgegeben" hinnehmen.
Und sie sind treue Jünger unseres Papstes Franzikus!
In seinem "Apostolischen Schreiben" "Evangelii gaudium" im Abschnitt Nr. 49 führt er aus: "Mir ist eine 'verbeulte' Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist."

Ja, wir gehen als caritas-ver.di Betriebsgruppen heraus aus dem "Gewohnten", "Bekannten". Ja wir lassen uns auf Vorwürfe und Kritik ein "Wie kann man denn einen Pflegebedürftigen bestreiken wollen?" Ja, wir wissen, dass für die Linderung von Not unterbezahlter Kolleginnen und Kollegen, es nicht die "Super-Formel" gibt. Das ist keine "Kür" nach dem Motto eines alten kath. Liedes "Voll Glorie schauet".
Dennoch lassen wir uns nicht aufhalten, wenn wir belächelt werden, weil man sich über unsere geringe Zahl lustig macht, weil ja die allermeisten ja so zufrieden seien.
Wir sind da!
Wir setzen uns ein für die Einheit der Beschäftigten innerhalb der Caritas - ganz gleich, ob sie den unteren Lohngruppen oder den höheren angehören - und für die Einheit der Beschäftigten zwischen "öffentlicher Dienst", "freigemeinnützig" und "privat".
Auch hier ist unser Signal klar: Versuche der Dienstgeber, mit der Abspaltung der unteren Lohngruppen sozusagen verschiedene Berufsgruppen zu schaffen, wo man dann, wenn es denn nur noch den Zweiten Weg des Tarifvertrages gibt, nur noch mit unterschiedlichen "Berufsgewerkschaften" zu verhandeln bereit ist, wird unseren Widerstand treffen. Dass sich z.B. auch in der Reinigung eines Krankenzimmers kirchlicher Dienst vollzieht, ist uns ein hohes Gut.

Erfreulich war eine Meldung, die die Blog-Redaktion vor kurzem erhielt:
Wir sind eine kleine Caritas-Sozialstation. Wir haben eine Betriebsgruppe  gebildet. Wir wollen aber nicht in der Aufzählung der Betriebsgruppen im Blog erscheinen.
Natürlich beachten wir dies. Aber wir finden es grandios, dass sich Frauen - und es sind hier halt nur weibl. Beschäftigte - in einem Bereich, wo viele nur sagen, da ist Hopfen und Malz verloren - beherzt zusammenschließen und sagen, auch wenn wir nur Caritas sind, auch wenn über Gewerkschaft bei Kirchens oft gelächelt wird, wir bilden mit unserer Gewerkschaftssekretärin eine Betriebsgruppe!

Also folgen wir unserer Einschätzung, dass 2014 ein Schicksalsjahr für uns Caritas-Beschäftigte ist, vertrauen wir Papst Franziskus, dass Schritte ins "Ungewohnte" sich lohnen, und verhelfen wir der Idee der caritas-ver.di-Betriebsgruppen "begeisterte" Resonanz!

----------- "Und geben Sie den Hinweis auf diesen Blog auch an Freunde und Kolleginnen und Kollegen weiter! Denn nur in einer großen Gemeinschaft kommen wir voran!" FlyerzumBlog

1 Kommentar:

  1. Ich möchte ergänzen, dass der "Umstieg" in einen Tarifvertrag "Soziales" immer schwerer wird, je mehr sich die AVR Caritas vom "Referenztarif TVöD" entfernen.



    Denn je größer die Differenz ist, desto schwerer tun sich "die Arbeitgeber", eine tarifvertragliche Regelung mit ver.di auf Grundlage des Referenztarifvertrages zu akzeptieren. Umso stärker muss dann der Druck der Beschäftigten werden, um die Arbeitgeber "zu bewegen".



    Momentan ist dagegen der "Marktdruck" auf die Caritas groß, entweder die eigenen Vergütungen abzusenken (was von den Caritas-Arbeitgebern immer intensiver gefordert wird), oder aber mit ver.di auf dem Niveau des TVöD zu einer tariflichen Regelung zu kommen, die dann Grundlage für einen allgemein verbindlichen Tarifvertrag "Soziales" mit dem "Referenztarif TVöD VKA" werden dürfte - auch als Grundlage für die Refinanzierung der sozialen Dienste, denn diesem "allgemein verbindlichen Tarifvertrag" wären alle Arbeitsverhältnisse unterworfen, auch die bei den Preisdrückenden "Privaten". Keine Frage: die zweite Alternative ist die bessere Alternative. Dazu wäre es aber wichtig, die ideologische Fokussierung auf diverse Holzwege zu streichen.



    Caritas und ver.di könnten gemeinsam viel erreichen.



    Wer das aus ideologische Fokussierungen blockiert muss sich fragen lassen, warum er den zwangsläufig daraus resultierenden Druck auf die AK-MAS und die hieraus resultierenden prekären Arbeitsverhältnisse billigend in Kauf nimmt.

    AntwortenLöschen




Ihr könnt Eure Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählt dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Ihr unter einem Pseudonym schreiben wollt, wählt die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir freuen uns, wenn Ihr statt "Anonym" die Möglichkeit des Kommentierens unter Pseudonym wählt. Das Kommentieren und Diskutieren unter Pseudonym erleichtert das Austauschen der Argumente unter den einzelnen Benutzern.