Donnerstag, 4. März 2021

Gewinnmaximierung auf Kosten der Pflegenden in deutschen Krankenhäusern?

Wie klar die Gewinninteressen der Eigentümer von Gesundheitskonzernen über die Interessen der Beschäftigten und Patienten gestellt werden, zeigt der folgende Blogbeitrag von Stefan Sell:
Müssen die Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern Erlöseinbußen eines Gesundheitskonzerns vor allem im Ausland ausbaden?

Mittwoch, 3. März 2021

Offener Brief - DGB Rheinland-Pfalz / Saarland kritisiert Caritas für Verhinderung eines allgemeinverbindlichen Flächentarifvertrags in der Altenpflege

Die Einführung eines allgemeinverbindlichen Flächentarifvertrags in der Altenpflege ist am Widerstand der Caritas gescheitert. Diese Entwicklung trifft vor allem jene Beschäftigten hart, die zu Dumpinglöhnen bei privaten Anbietern arbeiten, kritisiert Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, in einem offenen Brief scharf. Dort heißt es:

„1,2 Millionen Beschäftigte arbeiten in Deutschland in der Pflege. Viele von ihnen tun dies bei privaten Anbietern zu Dumpinglöhnen. Sie sind die Leidtragenden der Entscheidung der Caritas. Diese Beschäftigten sind nicht erst seit der Corona-Pandemie systemrelevant, sie arbeiten seit vielen Jahren unter immer größerem Belastungsdruck und schlechter Bezahlung. Wir brauchen mehr junge Menschen, die sich für die Arbeit in der Pflege entscheiden. Aber mit fehlender Wertschätzung der Pflegetätigkeit und Dumpinglöhnen wird dies ein frommer Wunsch bleiben. Auch das ist eine Auswirkung der Entscheidung Ihres Verbandes.“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat signalisiert, alle Möglichkeiten nutzen zu wollen, damit ein allgemeinverbindlicher Flächentarifvertrag in der Altenpflege noch zustande kommen kann. Dietmar Muscheid ruft die Verantwortlichen der Caritas und der katholischen Kirche in Rheinland-Pfalz in dem offenen Brief dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die falsche Entscheidung zu korrigieren:

„Unter dem Strich bleibt, dass sich die Caritas ihrer sozial-gesellschaftlichen Verantwortung entzieht. Noch gibt es die Option, die falsche Entscheidung zu korrigieren. Die Türen des Bundesarbeitsministeriums stehen Ihnen offen. Nutzen Sie diese Gelegenheit! Denn die Beschäftigten in der Pflege verdienen Anerkennung, Perspektive und vor allem endlich eine angemessene Bezahlung.“
Quelle: DGB

Den offenen Brief, der an die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbände in Rheinland-Pfalz Nicola Adick, den Erzbischof Dr. Rainer Maria Woelki sowie die Bischöfe Dr. Georg Bätzing, Prof. Dr. Peter Kohlgraf, Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Dr. Stephan Ackermann adressiert ist, können Sie hier herunterladen:
OffenerBrief_Caritas.pdf (PDF, 137 kB)

Einladung zum Seminar "Finanzierung und Personalbemessung in der Altenpflege"

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Euch herzlich zu unserem Seminar „Finanzierung und Personalbemessung in der Altenpflege“ ein.

Seminarinhalt:

Der Pflegemarkt ist spätestens seit der letzten Bundestagswahl in aller Munde. Ein Gesetz jagt das andere: Pflegestärkungsgesetze I-III, Pflegepersonalstärkungsgesetz, neuer Pflege-TüV, etc. Zudem wurde im Juni 2020 ein erster Zwischenbericht der Studie von Prof. Rothgang der Universität Bremen veröffentlicht, die die gesetzliche Personalbemessung völlig neu aufsetzt. Auch die Fachkraftquote, wie wir sie bisher kennen, wird dabei diskutiert.

Welche Auswirkungen haben diese gesetzlichen Regelungen nun auf die Pflegeschlüssel und die Vergütung in den stationären Pflegeheimen? Wie berechnen sich die Pflegeschlüssel und Pflegesätze jetzt und in der Zukunft? Was bedeutet das fürs Personal?

Geplatzte Einigung: Caritas gibt schwarzen Peter an Politik weiter

berichtet Kirche und Leben und zitiert Gerhard Tepe, Direktor des Landes-Caritasverbands Oldenburg:
... Erstmal halte ich die Ausgangsituation für unglücklich, dass ein flächendeckender Tarifvertrag vom Votum kirchlicher Wohlfahrtsverbände abhängen soll. Wohlwissend, dass bei einer Ablehnung, so wie es nun passiert ist, die Caritas den schwarzen Peter zugespielt bekommt.

Vorbereitungen für den 8. März sind abgeschlossen

Dienstag, 2. März 2021

Gewerkschaftsjugend kritisiert Caritas und Diakonie mit Saarbrücker Solidaritätsbanner

Gewerkschaftsjugend kritisiert Caritas und Diakonie mit Saarbrücker Solidaritätsbanner
Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland, DGB-Jugend Saar, vom 2. März 2021
Meuler: „Kirchliche Arbeitgeber blockieren bundesweiten Tarifvertrag in der Altenpflege!“

Auf die Blockade eines bundesweiten Tarifvertrages in der Altenpflege durch Caritas und Diakonie haben die ver.di-Jugend Saar-Trier und die DGB-Jugend Saar heute mit einer gemeinsamen Protestaktion aufmerksam gemacht. Die Gewerkschaftsjugend hat im Zentrum von Saarbrücken gegenüber den Gebäuden „Haus der Caritas“ und „Haus der Diakonie“ ein Banner aufgehängt, um ihre Solidarität mit den Beschäftigten zu bekunden.

Aktion gegen scheinheilige Caritas und Diakonie in Saarbrücken

Quelle: Facebook
Am 2. März 1810 wurde der spätere Papst Leo XIII. "der Soziale" geboren. Das Domradio Köln zitiert aus diesem Anlass heute den "Arbeiterpapst", der mit "Rerum novarum" die erste Sozialenzyklika der römisch-katholischen Kirche veröffentlichte, mit den Worten:
"Im Allgemeinen ist in Bezug auf den Lohn wohl zu beachten, dass es wider göttliches und menschliches Gesetz geht, Notleidende zu drücken und auszubeuten, um des eigenen Vorteils Willen. Dem Arbeiter den ihm gebührenden Verdienst vorzuenthalten, ist eine Sünde, die zum Himmel schreit."

Noch eine Woche

Montag, 1. März 2021

Caritas stützt Lohndumping: Demonstration in Nürnberg

Auch heute ging der Corona-Konforme Protest gegen das von der Caritas unterstützte Lohndumping weiter. Nach Jena ist nun in Nürnberg ein Zeichen gesetzt worden.
Altenpflegekräfte protestieren für bessere Bezahlung
„Die Entscheidung der Caritas gegen einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zementiert Niedriglöhne in der privaten Altenpflege“

Profis am Limit? - Digitale Konferenz mit Hubertus Heil zum internationalen Tag der Sozialen Arbeit am 16.03.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Internationalen Tag der Sozialen Arbeit, am Dienstag, den 16. März 2021, führt unsere ver.di eine digitale Konferenz unter dem Motto „Profis am Limit“ mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil durch. Die digitale Konferenz findet von 17.00 – 18.30 Uhr statt.

In der Konferenz werden Ergebnisse aus der kooperativen Studie der Hochschule Fulda/ verdi zur aktuellen Arbeitssituation in Zeiten der Pandemie in den verschiedenen Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit präsentiert werden. Ver.di will vor dem Hintergrund der schwierigen Situation mit dem Bundesarbeitsminister in einen konstruktiven Dialog treten, wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Sozialen Arbeit sichergestellt, bzw. wiederhergestellt werden kann und wie wir insgesamt zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen kommen können.

Neben Christine Behle werden auch Sylvia Bühler sowie ehrenamtliche Funktionär*innen aus den Fachbereichen 3 und 7 und unser Kollege Dietmar Erdmeier in seiner Funktion als Vorsitzender der Versichertenseite in der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) an der Konferenz teilnehmen.

Für die Veranstaltung gibt es keine Teilnahme-Begrenzung. Wir freuen uns auf eine interessante Verantaltung.

Unter dem Link 
http://live.serve-u.de/verdi/210316-FaL 
könnt ihr euch für die Veranstaltung registrieren.

Achtung: Alle Teilnehmenden müssen auf der Webex-Registrierungs-Webseite auf den Schriftzug „Registrieren“ bei „Eventstatus“ klicken, dann sind Vor- und Nachname sowie eine E-Mail-Adresse anzugeben. Abschließend diese Daten bitte über den Button „Absenden“ übermitteln.


 

Nochmal Presseecho (2): Caritas erledigt Drecksarbeit

schreibt nd unter Bezug auf Prof. Stefann Sell:
Trotz des Pflegenotstands ist der Versuch gescheitert, die Mindestlöhne in der Branche zu erhöhen. Was bedeutet das für Beschäftigte?

Wenn Arbeitskräfte knapp sind, können sie höhere Gehälter durchsetzen, heißt es oft. Pflegekräfte sind knapp. Ihre Arbeit ist wichtig und in der Pandemie schwieriger geworden. Dennoch ist am Donnerstag der Versuch gescheitert, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die Altenpflege umzusetzen, der wenigstens die Mindestlöhne erhöht hätte. Gestoppt haben das Vorhaben die Arbeitgebervertreter der Caritas. Sie haben die »Drecksarbeit« für andere gemacht, sagt der Sozialforscher Stefan Sell.
...
(Foto: Facebook - Solidarität aus Hamburg)

aber zurück zur Presse in alphabetischen Reihenfolge:

"Equal Care Days" am 1. März: mit Pflege-Mindestlohn droht Altersarmut

Die Worte sind wohlfeil:
Diakonie-Vorstand zum "Equal Care Day" - "Care-Arbeit" darf nicht zu Altersarmut führen
berichtete das Domradio (Köln) am 28. Februar (gestern).

Die Fakten sehen - auch "Dank der Caritas" - anders aus:
Pflegehilfskraft mit Branchenmindestlohn müsste 53 Jahre lang arbeiten, um eine Rente auf Grundsicherungsniveau zu bekommen: Das geht aus Zahlen der Bundesregierung hervor.
meldet u.a. "evangelisch.de"