Stuttgart - Noch führt die katholische Kirche in Stuttgart 54 Kindertagesstätten – doch das wird sich ändern. Von Schließungen betroffene Familien möchte man nicht allein lassen, heißt es. Doch wieso werden die Kitas dichtgemacht?Was mit einzelnen Ordenseinrichtungen - Klinken und Altenheimen - begann, weitet sich langsam zu einem Erdrutsch aus. Und bei allem verantwortungsvollen Umgang mit den Nöten, der nicht nur in Einzelfällen feststellbar ist - es gibt eine klare Schlussfolgerung:
Die katholische Kirche in Stuttgart trennt sich in den kommenden drei Jahren von 13 Kindertagesstätten. Das teilte das katholische Stadtdekanat am Freitag mit. Eine Kita schließe im August 2027, acht Kitas im August 2028 und vier im August 2029.
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Für die betroffenen Kinder, Familien und Mitarbeitenden solle der Übergang so verlässlich wie möglich gestaltet werden. Familien, deren Kinder zum Zeitpunkt der Schließung noch nicht in die Schule wechseln, würden alternative Plätze in katholischen Kindertageseinrichtungen angeboten. Es werde die Möglichkeit geben, "in diesen Einrichtungen zu hospitieren und eine Wunsch-Kita zu benennen".
Alle Kitas nach Kriterien bewertet
Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten die Möglichkeit, in andere katholische Kitas in Stuttgart zu wechseln. Ziel sei eine adäquate Weiterbeschäftigung. Man sei auch im Gespräch mit der Stadt, um zu klären, ob diese einzelne oder alle betroffenen Einrichtungen in ihre Trägerschaft übernehme.
Vor der jetzigen Entscheidung wurden alle katholischen Kitas anhand eines Kriterienkatalogs geprüft – nach baulichem Zustand, Auslastung, der Nachfrage nach Betreuungsplätzen im jeweiligen Stadtteil, der Personalsituation, den Betriebskosten und dem Investitionsbedarf.
Stadt reduziert Förderquote
"Die Herausforderungen für die Kirche sind in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen", sagte Hermes mit Blick auf den Konsolidierungsprozess. Er wies darauf hin, dass beispielsweise die Stuttgarter Kirchengemeinden ihren Gebäudebestand in den nächsten Jahren um mindestens 30 Prozent reduzieren müssten.
Überdies habe die Stadt ihre Förderquote um 2,5 Prozent reduziert. "Dadurch hat sich unser Eigenanteil für Personal- und Sachkosten in den Kitas verdoppelt", sagte der Stadtdekan. Für den Nachmittag ist für alle Kita-Mitarbeitenden eine Online-Informationsveranstaltung angesetzt worden. ... .
das hehre Schönwettermodell der "Dienstgemeinschaft gibt es nur nach Kassenlage". Sobald es finanziell eng wird, weil die erforderlichen öffentlichen Zuschüsse fehlen, bleibt vom Anspruch der kirchlichen Selbstverwirklichung nichts übrig. Die theologisch so überhöhte wie historisch fehlerhaft konstruierte Dienstgemeinschaft löst sich in Luft auf. Ein leicht säuselnder Rauch, der schon nach kurzer Zeit verschwindet ...
Wenn das schon so ist, dann sollten die kirchlichen Arbeitgeber gleich eine konsequente Entscheidung treffen:
wer öffentliche Zuschüsse für den Bestand seiner Einrichtungen benötigt, der muss auch dafür sorgen, dass seine Mitarbeitenden den gleichen materiellen und rechtlichen Schutz erhalten wie die Einrichtungen der öffentlichen Hand selbst. Das heißt: Anwendung der Personalvertretungsgesetze wie in kommunalen Einrichtungen (oder auch die katholischen Universität Eichstätt) - und Anwendung des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes (TVöD) in der jeweils für die Branche geltenden Fassung. Und mit dem Personalvertretungsgstz und "echter Mitbestimmung" lässt sich vielleicht auch etwas mehr Kreativität zur Erhaltung von kirchlichen Einrichtungen gewinnen als beim MAVO-Modell, wo die "Mitberatung" auf die gefestigte Meinung der jeweiligen Arbeitgeber trifft. Dazu muss man freilich bereit sein, die Kompetenz der Mitarbeitenden zu fördern und auch anzuerkennen, deren Aufgabe sich dann nicht nur darauf erstrecken kann, eine gemeinsame Adventsfeier, einen Betriebsausflug oder ein Sommerfest auszurichten.
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