Dienstag, 31. Oktober 2017

500 Jahre Reformation - und die Zukunft?

Dass gerade in Deutschland das "500jährige" mit einem gewissen Medienrummel begangen wird, verstehe ich ja - und meinen evangelischen Freunden gönne ich auch den Feiertag, zumal dieser in diesem Jahr auch mir zugute kommt. Aber ist die beginnende Teilung der Kirchen wirklich ein Grund zum feiern? Sollten wir uns nicht demütig darauf beschränken, zu analysieren, was uns trennt - und das Trennende kritisch zu prüfen? Dabei können die Protestanten uns Katholiken durchaus die eine oder andere Entwicklung voraus haben, einen Schritt weiter sein in der Umsetzung der Pfingstbotschaft.

Trotzdem:
nicht alles, was von evangelischen Christen kommt, ist nachahmenswert.

Montag, 30. Oktober 2017

AK- und RK-Sitzungen im Oktober 2017

Im Oktober hat die Bundeskommission der Arbeitsrechtlichen Kommission in Erfurt getagt; in der Folgewoche haben die Regionalkommissionen Nord und Ost getagt.

Die Bundeskommission hat am 12. Oktober eine neue Anlage 2e geschaffen, mit der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst tarifiert werden, zumindest bis zur Überleitung in in eine neue Entgeltordnung nach TVöD.
Zu den Themen "Lehrkräfte" und "einheitliche Schlichtungsordnung" gab es (noch) keine Ergebnisse.
Infos zur Sitzung:


*Der Dienstgeberbrief hat noch eine ganze Anzahl weiterer interessanter Themen: 

Sonntag, 29. Oktober 2017

Sonntagsnotizen - Loyalitätspflichten

In der zweiten Veranstaltung der "Hirschberger Gespräche" haben sich erneut namhafte Praktiker und Juristen mit Spezifika des kirchlichen Arbeitsrechts befasst.
Moderiert von Prof. Reichold widmeten sich Münchens Generalvikar Peter Beer, der Verwaltungsrechtler Prof. Dr. Ansgar Hense, Prof. Dr. theol Ulrike Kostka (Caritas Berlin) und Harald Schliemann, Richter am BAG in unterschiedlichen Aspekten dem Begriff Loyalität.
Was kennzeichnet eine katholisch-kirchliche Einrichtung in einer zunehmend säkularen Gesellschaft?

Samstag, 28. Oktober 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die öffentlichen Verteidiger des Streikverbots in kirchlichen Einrichtungen, die teils über juristische Staatsexamen und juristische Promotionen verfügen und vereinzelt sogar habilitiert sind, nicht erbaut seien über die fehlende Parität, die darin zum Ausdruck kommt,  dass die Medien denjenigen, die das Streikverbot ignoriert haben und vermutlich weiter ignorieren werden, einen weitaus größeren Raum in der Berichterstattung gewährt hätten als ihnen. Zumal die Streikenden weder über Promotionen noch Habilitationen verfügten.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 27. Oktober 2017

Fachtagung Altenpflege - Gelegenheit, sich trägerübergreifend auszutauschen

Einladung zur Fachtagung Altenpflege für Betriebliche Interessenvertretungen

zu  unserer  Fachtagung  Altenpflege  wollen  wir  Euch/Sie  ganz  herzlich einladen. Die Tagung findet statt am

Donnerstag, den 16. November 2017 
in Nürnberg
 Themen:
  • 1 Jahr PSG II – Was hat sich für die Beschäftigten und die Einrichtungen geändert?
    Referent:  Timo  Balmberger  (Dipl.-Kfm.,  zertifizierter  Rating-Analyst, zertifizierter Mediator und Mitarbeiter von BAB)
  • Betriebliche Erfahrungen mit der Umsetzung des PSG II
    In Arbeitsgruppen mit Einführungen von Mitgliedern der Landesfachkommission Altenpflege
  • Was plant die neue   Bundesregierung für die Altenpflege? – Auswirkungen auf die Beschäftigten und die Einrichtungen
    Referent: Dietmar Erdmeier (Bereich Gesundheitspolitik beim Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft - ver.di)
ver.di Bayern
Landesfachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen



Donnerstag, 26. Oktober 2017

Aktionen und Streiks im Krankenhaus zeigen Wirkung: Gespräche in Trier

Pressemitteilung Ver.di vom 25. Oktober 2017:

Die bundesweiten Aktionen und Streiks für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus zeigen Wirkung. Die Streikenden des katholischen Marienhaus in Ottweiler haben heute in Trier ein Gespräch mit der Diözesan-Caritasdirektorin und dem Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser im Saarland. In einem Schreiben an die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) stellt der Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann, heraus, dass auch er das Anliegen einer besseren Personalausstattung teile und man sich seit Jahren auf politischer Ebene für eine bessere Finanzierung der Pflege und damit auch für mehr Personal einsetze. „Es ist gut, die katholische Kirche bei der politischen Forderung an unserer Seite zu wissen. Die Kirchen sind eine große Trägergruppe der Krankenhäuser,“ sagte Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheitswesen zuständig. „Es muss aber nicht nur mehr Geld ins System, sondern das Geld muss auch bei der Pflege ankommen. Um das sicherzustellen muss es gesetzliche Vorgaben zur Personalausstattung geben, die sich am Pflegebedarf der Patienten orientieren.“ ver.di hoffe, dass die katholischen Krankenhäuser hier ihren Einfluss gegenüber der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) nutze. Die DKG lehne bisher noch Vorgaben zur Personalausstattung ab, ohne eigene Vorschläge vorzulegen, wie das offensichtliche Problem wirksam gelöst werden könne, so Bühler.
Auch in der Politik kommt die Botschaft der Pflege an. Bühler begrüßte daher die Äußerungen der Grünen-Abgeordneten Maria Klein-Schmeink und Kordula Schulz-Asche, die anlässlich der Streiks in den Krankenhäusern die steigende Arbeitsbelastung für die Beschäftigten kritisierten und versprachen, sich dafür einzusetzen, die Rahmenbedingungen in der Pflege zeitnah und spürbar zu verbessern. ver.di fordert ein Sofortprogramm. Niemand soll mehr in einer Schicht alleine arbeiten müssen und die Auszubildenden brauchen eine gute Anleitung. Im Volumen sind das mindestens 20.000 Stellen mehr für die Pflege.
„Die Pflegekräfte lassen sich nicht mehr aufhalten. Wir geben keine Ruhe mehr, bis es mehr Personal gibt“, kündigte Bühler an. Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, die Politik hat die Verantwortung für eine gute und sichere Patientenversorgung“, so Bühler

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Gespräche und anderes in Trier - Faktenblätter zum 3. Weg

Heute werden die Auseinandersetzungen zum Thema Entlastung in der Region Saar Trier fortgesetzt. 

Wir haben in den letzten Tagen darüber informiert.

Gestern hat sich der Caritasverband Trier in einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet auf die wir hier gerne verweisen (Pressemitteilung vom 24. Oktober 2017):
Rahmenbedingungen für die Pflege müssen verbessert werden
24.10.2017 // Der Diözesan-Caritasverband steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus katholischen Krankenhäusern, die am 25. Oktober im Rahmen einer Aktion nach Trier kommen, zum Gespräch zur Verfügung.
Dabei soll beraten werden, wie die Pflege entlastet und notwendige Verbesserungen im Finanzierungssystem der Krankenhäuser endlich erreicht werden können.
... 

Die Pressemitteilung nimmt ausführlich Bezug auf das "bewährte Instrumentarium" des 3. Weges.

Man kann dieses System auch kritisch sehen, das die Beschäftigten davon entlastet, aktive Mitverantwortung für die Gestaltung und Durchsetzung gerechter Vergütungen wahrzunehmen und sich in Gewerkschaften zu engagieren und dort gemeinsam teilzunehmen "am Kampf für soziale Gerechtigkeit" (Katechismus der Katholischen Kirche). Man kann dieses System kritisch sehen, das die Kolleginnen und Kollegen im Kampf alleine lässt und sich dann an den Ergebnisses bedient, wenn der Kampf beendet ist und man im konsensuellen paritätischen Verfahren deren Ergebnisse dann kampflos übernimmt.

3. Weg - Faktenblätter

"Entlastung" als Thema am Sonntag in den Tagesthemen: mit Bildern und Interviews aus Ottweiler!

"Mehr Personal im Krankenhaus" war am Sonntag Thema in den Tagesthemen: Tim Umhofer vom Marienhaus Ottweiler spricht. Sylvia Bühler spricht. Streikbilder aus Ottweiler.

Gibt es alles noch in der Mediathek:

Pflege als Koalititonsthema: Positionen und Streitpunkte

Dienstag, 24. Oktober 2017

Bewegung wirkt - Entlastung jetzt

Krankenhausbeschäftigte fordern mehr Personal und Entlastung. Peititionen, Aktionen, Demonstrationen, Streiks. Manche meinen, das bringt doch alles nichts. Stimmt aber nicht.

Und es zeigt sich. dass auch im Bereich der kirchlichen Wohlfahrtsverbände tätige Solidarität im Kampf um bessere Arbeitsverhältnisse im Bereich der Pflege möglich ist.

Und notwendig bleibt.
Flugblatt als pdf                   

Montag, 23. Oktober 2017

Ottweiler macht weiter für Entlastung: Auf zum Bischof nach Trier

Streik am 25. Oktober 2017

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten des Marienhauses Ottweiler erneut für kommenden Mittwoch, 25.10.2017, in den Streik. Da die Marienhausklinik immer noch nicht bereit ist, Verhandlungen mit ver.di über Entlastung aufzunehmen, streiken die Pflegekräfte von Ottweiler erneut im Rahmen einer deutschlandweiten Streikwelle.

Wie die Gewerkschaft mitteilt, beabsichtige man nach Trier zum Bischof zu fahren, um mit ihm in einer Audienz die Fragen des Pflegenotstandes zu beraten. Im Frühjahr hatten sich beschäftigte in 14 persönlichen Briefen an den Bischof Stephan Ackermann gewandt. Landesleiter Michael Blug und Fachbereichsleiter Frank Hutmacher haben in einem Schreiben an den Trier Bischof eine Abordnung des Pflegepersonals angekündigt.

mehr: http://saar-trier.verdi.de


Sonntag, 22. Oktober 2017

Sonntagsnotizen - Kirchliches Arbeitsrecht in den Medien

katholisch.de nimmt noch einmal differenziert Bezug auf die öffentlichen Diskussionen, die durch den Warnstreik an der Ottweiler Marienhausklinik ausgelöst wurde.

"Lauterbach für Streiks in kirchlichen Krankenhäusern
Das kirchliche Arbeitsrecht muss nach Aussage des Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion angepasst werden. Schlecht besetzte Krankenhäuser seien eine Gefahr, auf die man hinweisen müsse, so Lauterbach."

Bezug genommen wird dabei auf einen Artikel in Christ & Welt, in dem Karl Lauterbach zitiert wird.

Der Christ & Welt-Artikel selbst (online bislang nicht öffentlich zugänglich):

Samstag, 21. Oktober 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Vertreter des 3. Weges größten Wert auf die grundlegenden Unterscheidungen zwischen Konsensorientierung und Konsensorientierung legen. Gespräche und Verhandlungen finden im Tarifsystem des 3. Weges mit dem Ziel statt, zu einer Verständigung, dh. einem Konsens zu kommen, die dann in einem Beschluß mündet. Im 2. Weg  finden Gespräche und Verhandlungen hingegen mit dem Ziel statt, zu einer Verständigung zu kommen, die dann in einem Tarifvertrag mündet. Dass im 2. Weg das Wort "Konsens"seltener benutzt wird, hängt damit zusammen, dass dort die Lateinkenntnisse weniger ausgeprägt sind.
Große Unterschiede bestehen auch im 2. und 3. Weg bei der Bewertung der im Konsens getroffenen Vereinbarungen: im 3. Weg werden die Beschlüsse üblicherweise von der Dienstgeberseite als zu hoch und von der Dienstnehmerseite als zu niedrig eingeschätzt. Im 2. Weg hingegen beklagen  die Arbeitgeber die Abschlüsse als bedenklich hoch und die Arbeitnehmerseite als hinter den Forderungen und Erwartungen zurückbleibend.

Gelegentlich ist auch zu hören, das Gerede von Konsens sei Nonsens.

Vorletztes Gerücht