Mittwoch, 14. Juni 2017

ver.di-Studie zu Digitalisierung und Arbeitsqualität im Dienstleistungssektor

Die vom ver.di-Bereich Innovation und Gute Arbeit herausgegebene Studie " Digitalisierung und
Arbeitsqualität" basiert auf den Daten des DGB-Index Gute Arbeit 2016 und beleuchtet unter anderem Fragen zu Arbeitsbelastung, -menge, Multitasking, mobile Arbeit, Work-Life-Balance, Veränderung von Entscheidungsspielräumen, Überwachung/Kontrolle durch digitale Technik, Beteiligung bei Technikeinführung und Qualifizierung.

Unterschiede zwischen den Arbeitsbedingungen von Frauen und Männern sowie die Branchen IKT, Banken, Öffentliche Verwaltungen, Verkehr, Einzelhandel, Krankenhaus und Energieversorgung sind gesondert betrachtet worden. Die Branchenauswertungen werden von den jeweiligen ver.di-Bundesfachbereichsleitungen kommentiert.

Darüber hinaus gibt der Anhang zur Sonderauswertung einen Überblick über Studien zur Digitalisierung in den Branchen, greift das Thema Geschlechter(un)gerechtigkeit auf und stellt derzeitige ver.di-Aktivitäten für Gute Digitale Arbeit vor.

Die Ergebnisse zeigen u.a.:

Dienstag, 13. Juni 2017

Mehr von uns ist besser für alle - 17.06.2017, 11:00 – 15:00 – Grüner Markt, 96047 Bamberg Demo/Aufruf und Unterschriftenübergabe

Wir machen Druck für mehr Personal in unseren Krankenhäusern! Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus Oberfranken und Unterfranken setzen wir ein Zeichen für die gesetzliche Personalbemessung! Komm zu unseren Demos!
 In Bamberg mit der Gesundheitsministerin Melanie Huml
am Samstag, 17. Juni 2017
ab 11.00 Uhr Demozug vom Bahnhof zum Gabelmann
ab 11.30 Uhr Kundgebung am Gabelmann
Wir brauchen Entlastung. ver.di ruft alle dazu auf, die Bundestagswahl zu einer Entscheidung über die gesetzliche Personalbemessung zu machen.

Montag, 12. Juni 2017

Fernsehtipp: Thema "Pflege" bei "Hart aber fair" - heute, 12.6., 21:00 Uhr

Waschen, pflegen, trösten – wer kümmert sich um uns, wenn wir alt sind?

Infos zur Sendung gibt es hier:
Sendungshomepage

Pflege ist hart: Schichtdienst, Stress und schlechte Bezahlung. Die Folge: Überall fehlen Pflegekräfte. Was muss passieren, damit auch in Zukunft noch jemand alte Menschen im Heim oder zu Hause pflegt? Die Diskussion direkt nach der Reportage „Hirschhausens Check-up – Wie gutes Altern gelingt“.
 Gäste sind:

  • Dr. Eckart von Hirschhausen (Mediziner, Autor und Moderator)
  • Prof. Dr. Karl Lauterbach (Arzt, SPD-Bundestagsabgeordneter und -Gesundheitsexperte; stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender)
  • Bernd Meurer (Präsident des bpa – Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste; Betreiber dreier Pflegeheime in Bayern und Rheinland-Pfalz)
  • Anette Dowideit (Wirtschaftsjournalistin, Reporterin Investigativteam „Welt/N24“, Spezialgebiete Gesundheits- und Pflegebranche)
  • Ante Caljkusic (Altenpfleger, arbeitet derzeit als Dozent für Auszubildende in der Pflege)
  • Im Einzelgespräch: Susanne Hallermann (Krankenschwester; Gründungsmitglieds des Vereins „Wir pflegen e.V.“)


Diakonie Hessen: Beschäftigte bekräftigen Widerstand gegen die Fortsetzung des „Dritten Weg“

Beschäftigte bekräftigen Widerstand gegen die Fortsetzung des „Dritten Weg“ in der Diakonie Hessen

In einer Presserklärung vom 7. Juni 2017 des Gesamtausschusses der MAVen im Bereich Hessen und Nassau (GAMAV HN) Diakonie Hessen

wird festgestellt: 

1487 Unterschriften von Beschäftigten der Diakonie Hessen (DH) unterstützen
die aktuellen Resolutionen der Gesamtmitarbeitervertretung (G-MAV) der DH und des
Gesamtausschusses der MAVen in Hessen und Nassau (GAMAV HN) gegen die Fortsetzung
des kirchlichen Sonderwegs im Arbeitsrecht.

891 Mitarbeitende und 596 Mitarbeitervertreter haben sich in der Zeit vom 21.03.- 02.06.2017 namentlich
gegen die Arbeitsrechtssetzung in sog. * Arbeitsrechtlichen Kommissionen ausgesprochen und fordern stattdessen tarifvertragliche Regelungen mit den zuständigen Gewerkschaften.

Die entsprechenden Erklärungen wurden an der Vorstand der Diakonie Hessen weiter geleitet. 


Sonntag, 11. Juni 2017

Veranstaltungshinweis: Vom Pflegenotstand zum Pflegeaufstand - Aktionskonferenz der Partei "Die Linke"

Die Bundestagsfraktion der Linkspartei veranstaltet vom 23. - 24. Juni 2017 eine Aktionskonferenz  unter dem Titel

Vom Pflegenotstand zum Pflegeaufstand

in Berlin

Aus dem Einladungsinfo:
Solidarisch denken und handeln für mehr Personal in Gesundheit und Pflege!
In allen Bereichen der Pflege herrschen Kostendruck, Personalmangel und Unterversorgung.  Für alle, die pflegen, steigt der Druck. Beschäftigte leiden unter Stress, niedrigen Löhnen und prekären Arbeitsbedingungen. Solche Arbeit macht krank und gefährdet die zu Pflegenden. Die Bundesregierung bietet keine Lösungen. Die Pflege- und Krankenhausreformen der letzten Jahre haben die Situation nicht verbessert.
Gibt es Einstiege in den Ausstieg aus dieser Fehlentwicklung? Wieviel Fachkräfte braucht teilhabeorientierte Pflege? Was ist Personalbemessung? Wie kann Pflege solidarisch und bedarfsgerecht 
Gemeinsam wollen wir über Lösungen und Strategien für diese Fragen diskutieren. Wir wollen unsere Antworten hörbar machen und umsetzen. In Kampagnen, Gewerkschaften und Bündnissen vor Ort. Erfolgreiche und innovative Initiativen kommen auf der Konferenz zu Wort.
Weitere Infos mit Hinweisen zu Anmeldemöglichkeiten auf der Infoseite zur Aktionskonferenz

Samstag, 10. Juni 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass nach der Lockerung der persönlichen Loyalitätsverpflichtungen in Form abgestufter Sanktionen auch über entsprechende Veränderungen beim institutionenorientierten Ansatz nachgedacht wird. So sei es etwa vorstellbar, dass Einrichtungen, die keine kirchlichen Arbeitsvertrags- oder KODA-Regelungen anwenden, nicht automatisch ihren Anteil am Selbstbestimmungsrecht der Kirchen verlieren. Man habe das ohnehin in der Vergangenheit auch nicht immer so ernst genommen und hätte große Barmherzigkeit walten lassen. Wesentlicher als die Anwendung profaner AVR-Caritas- oder KODA-Regelungen sei z.B. im Sozialbereich das Flammenkreuz der Caritas an der Fassade des Hauses.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 9. Juni 2017

Veranstaltungshinweis: Fachtagung "Jugendberufshilfe braucht bessere Rahmenbedingungen" - 30. Juni 2017 in Berlin

FACHTAGUNG Ausbildung für alle jungen Menschen – nicht ohne uns! Jugendberufshilfe braucht bessere Rahmenbedingungen

Mit dieser Fachtagung bieten der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit und ver.di ein Forum zur Auseinandersetzung mit der aktuellen Förderpolitik und fragen, welche Rahmenbedingungen die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit und der Jugendberufshilfe bzw. die betroffenen jungen Menschen brauchen, damit tatsächlich allen eine Ausbildung gelingt.
Fachlich verantwortliche Organisation: IN VIA Deutschland e. V. im Netzwerk der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. in Kooperation mit ver.di –  Vereinte  Dienstleistungsgewerkschaft




Anmeldeschluss ist der 16. Juni 2017:


Mittwoch, 7. Juni 2017

Krankenhäuser und Altenpflege: Fachkräftemangel begegnen und Arbeitsbedingungen verbessern

Im Gesundheitswesen hängt gute Versorgungsqualität zu großen Teilen davon ab, ob genug fachlich qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. Dieser Zusammenhang ist vielfach wissenschaftlich nachgewiesen und wurde nun auch von der Expertenkommission »Pflegepersonal im Krankenhaus« anerkannt (Hickey et al. 2011; Aiken et al. 2010; Schlussfolgerungen Expertenkommission vom 7. März 2017). Deshalb fordert ver.di sowohl für die Beschäftigten im Krankenhaus als auch in der Altenpflege eine verbindliche, bundeseinheitliche gesetzliche Personalbemessung. Doch manche Arbeitgeber missbrauchen den vermeintlichen Fachkräftemangel als Argument, um Politik vom Handeln abzuhalten oder Ausnahmeregelungen zu fordern.


Montag, 5. Juni 2017

La Solidaridad es Amor Político - Solidarität ist die politische Form der Liebe

Der chilenische Jesuit José Aldunate Lyon feiert heute seinen 100. Geburtstag!

Das schöne Zitat zur Solidarität in der Überschrift stammt von ihm und ist mündlich aus Veranstaltungen im Santiago de Chile der Pinochet-Ära überliefert.

In den deutschen Sprachraum haben die Pietenfelder Schwester Karoline Mayer und Norbert Blüm das Zitat getragen.

Der Titel einer der wenigen ins Deutsche übersetzten Texte Aldunates macht seine Aktualität deutlich: "Primat der Arbeit vor dem Kapital : Kommentare zur Enzyklika 'Laborem exercens' aus der Sicht der Kirche Lateinamerikas". Das Buch ist 1983 erschienen.

Im selben Jahr war Aldunate Mitbegründer der Bewegung gegen die Folter Sebastián Aceevedo  ("Movimiento contra la Tortura Sebastián Acevedo") die ein wichtiger  Element im Kampf gegen die chilenische Militärdiktatur wurde. (siehe auch Patricio Guzmáns Film El nombre de Dios)

In konservativen kirchlichen Kreisen Chiles haben Aldunate politische Aktivitäten auch noch  für Aufregung gesorgt, als dieser schon im hohen Alter von 97 Jahren war. Der Versuch, ihn zusammen mit zwei weiteren Jesuiten der nächsten und übernächsten Generation im Vatikan zu denunzieren ging Ende 2014 gründlich schief.

Wie klein doch die Welt ist: Ende der 50er Jahre war Aldunate Exerzitienmeister im Haus der Jesuiten "Padre Hurtado" in Santiago, als dort ein gewisser Jose Bergoglio als junger Jesuit seinen Studien der Geschichte, Literatur und Sprachen nachging...

c.

Sonntag, 4. Juni 2017

Sonntagsnotiz zu Pfingsten - O' Herr, lass Hirn regnen!

Vorgestern, am Freitag, haben wir eine gemeinsame Presseerklärung von DGB Bayern und Freisinger Bischofskonferenz wiedergegeben:
DGB und katholische Kirche in Bayern würdigen ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge

München, 1. Juni 2017. Bei einem Gespräch des Bezirksvorstandes des DGB Bayern mit der Freisinger Bischofskonferenz haben der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, und der Vorsitzende der Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, das anhaltend große Engagement zehntausender ehrenamtlicher und hauptberuflicher Helfer für die nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge gewürdigt. „Die Bereitschaft zu helfen ist in den Pfarreien ungebrochen. Dies ist ein beeindruckendes Zeichen, für das wir sehr dankbar sind“, sagte Marx bei dem Gespräch in seinem Amtssitz im Palais Holnstein in München. „Unsere Demokratie lebt von diesem unglaublichen Engagement in der ganzen Gesellschaft, das seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof vor zwei Jahren anhält. Es ist für mich eine große Freude, das zu sehen“, erklärte Jena.
Am Vortag spielten sich in Nürnberg dramatische Szenen ab:
Es wird ein junger Mensch mitten während eines Projekttages für Toleranz aus der Berufsschule verschleppt. Seine MitschülerInnen und KollegInnen tun etwas, was viel Mut und Courage erfordert – gerade in der »Ordnungszelle« Bayern – und stellen sich ... in den Weg.
(St. Dietl, zitiert aus Facebook)
Nun waren diesmal unabhängige Beobachter anwesend

Samstag, 3. Juni 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, es sei geplant, in einer künftigen Grundordnungsnovellierung zwischen schweren und lässlichen Loyalitätsverstößen zu unterscheiden. Wenn schon kirchliche Einrichtungen den 3. Weg missachten, dann solle die Mißachtung des 3. Weges durch Anwendung des 1. Weges als lässlicher, während seine Mißachtung durch Anwendung des 2. Weges als schwerer Loyalitätsverstoß geahndet werden solle.  Hinsichtlich der Anwendung dieser Differenzierung verfüge man bekanntlich über eine lange Erfahrung.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 2. Juni 2017

Treffen von Spitzenvertretern von Katholischer Kirche und DGB in Bayern: Sorge um wachsende Ungleichheit der Gesellschaft

München, 1. Juni 2017. Bei einem Gespräch des Bezirksvorstandes des DGB Bayern mit der Freisinger Bischofskonferenz haben der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, und der Vorsitzende der Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, das anhaltend große Engagement zehntausender ehrenamtlicher und hauptberuflicher Helfer für die nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge gewürdigt. „Die Bereitschaft zu helfen ist in den Pfarreien ungebrochen. Dies ist ein beeindruckendes Zeichen, für das wir sehr dankbar sind“, sagte Marx bei dem Gespräch in seinem Amtssitz im Palais Holnstein in München. „Unsere Demokratie lebt von diesem unglaublichen Engagement in der ganzen Gesellschaft, das seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof vor zwei Jahren anhält. Es ist für mich eine große Freude, das zu sehen“, erklärte Jena.

Einig waren sich DGB Bayern und Freisinger Bischofskonferenz in ihrer Sorge um eine zunehmende Ungleichheit in der Gesellschaft. „Inzwischen wird die wachsende Ungleichheit auch als ökonomisches Problem erkannt, und nicht mehr nur als ein moralisches, das vermeintliche Gutmenschen von den Kirche oder den Gewerkschaften beklagen“, sagte Marx. Die Erträge aus Vermögen seien stärker gestiegen als diejenigen aus Erwerbsarbeit. Nach Einschätzung von Jena liegen katholische Kirche und DGB bei diesem Thema „nahe beieinander“. Zentral sei bei dem Thema Ungleichheit auch, dass es für gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn geben müsste. Hier komme der Tarifbindung, die in Bayern bei nur noch 53 Prozent liegt, wichtige Bedeutung zu. Marx betonte, dass sich die Kirche für starke Gewerkschaften einsetze. „Für das Funktionieren der Sozialen Marktwirtschaft brauchen wir starke Tarifpartner und Betriebsräte.“ Flächentarifverträge seien eine „große Errungenschaft“.

Mit Blick auf die Digitalisierung und fortschreitende Veränderungen in der Arbeitswelt mahnten beide Seiten die Wichtigkeit einer Transformation der Sozialen Marktwirtschaft an. „Arbeit wird nach zuhause und in die Freizeit verlagert, ohne Zeiterfassung und ohne Vergütung“, sagte Jena. Dadurch geht nach Einschätzung der Gesprächsteilnehmer auch unter der Woche Zeit für soziales Engagement oder die Familie verloren. Marx forderte, bei der Digitalisierung im Auge zu behalten, was dem Menschen diene und dessen Freiheit ermögliche. „Wir sollten dringend über die Humanisierung der Arbeitswelt diskutieren.“ In diesem Zusammenhange lehnten beide Seiten jedwede Aufweichung des Sonntagsschutzes ab.

Weitere Themen waren das Absinken des Rentenniveaus und die damit verbundene drohende weitere Zunahme der Altersarmut sowie eine Beteiligung von Arbeitnehmern am Produktionsvermögen. (kel/df)

(Hervorhebungen von uns)
Quelle: DGB Bayern Pressemitteilung vom 1. Juni 2017