Aber wie das so ist:
Niemand ist schwatzhafter als ein Mann, der sich wichtig machen will. Und die Kardinäle und ihre engsten Mitarbeiter sind - meistens wohl - ältere Männer.
Inzwischen sind vertrauliche Vorlagen des Kardinalstreffens in Rom veröffentlicht worden.
Das Domradio und Katholisch.de berichten:
Aus den jüngsten Beratungen des Kardinalskollegiums mit dem Papst sind in Medien wichtige Textvorlagen im Wortlaut veröffentlicht worden. Als eine der ersten hatte die Tageszeitung "Il Giornale" ausführlich über die Debattenvorlage zum Thema Liturgie informiert. Später brachte der konservative Blog "Messa in latino" (Messe auf Latein) am Dienstagnachmittag drei der vier Texte im Wortlaut, die beim Auftakt des Treffens zur Abstimmung über die Tagesordnung vorgelegt worden waren.Im Weiteren wird über den Inhalt dieser Veröffentlichungen berichtet. Nun ist etwa "Liturgie" kein Thema für unseren Blog. Wir streifen aber auch immer wieder die katholische Soziallehre. Und wir haben dem Apostolische Schreiben "Evangelii gaudium" einige Blogbeiträge gewidmet. Kern unserer Aussagen war immer wieder die Problematik der "Verweltlichung", einer Wirtschaft, die nur der "Gewinnmaximierung" und der Entsolidarisierung dient und der großen Gefahr, dass sich die Kirche diesem Wirtschaftsgedanken (zu sehr) unterwirft.
Gerade die Beanspruchung eines kirchlichen Sonderwegs im Arbeitsrecht - egal ob insbesondere bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen einschließlich der Löhne und Gehälter, bei der Verweigerung einer tiefgreifenden Mitverantwortung durch Mitbestimmung oder dem Ausschluss von Gewerkschaften - erleichtert diesen "unkirchlichen, aber für die Oberen bequemen breiten Weg" (vgl. Matthäus 7,13-14), der die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Verkündigung massiv belastet.
Spannend für uns war es daher zu entdecken, dass unsere Aussagen in ähnlicher Intention auch eine der Kerndiskussionen unter den Kardinälen war; wir zitieren nochmal:
Auch der Text von Kardinal Fernández zu "Evangelii gaudium" enthält spannende Passagen. So erklärt der einstige theologische Intimus von Papst Franziskus, dass der jetzige Papst "uns anzeigt, dass es sicherlich Änderungen im Vergleich zum Vorgängerpontifikat geben kann, aber dass die Herausforderung, die von Evangelii gaudium vorgebracht wurde, nicht begraben werden kann." Vor allem zwei Thesen der päpstlichen Programmschrift von 2013 erklärte Fernández in seinem Vortrag für unverändert aktuell: Zum einen, dass die Kirche offen dafür bleiben müsse, ihre "Praktiken, Stile und Organisationen zu reformieren", damit sie auch künftig dem Auftrag der Verkündigung entsprechen. Eng damit zusammen hängt die zweite Forderung, dass die Kirche die Inhalte ihrer Predigten und Stellungnahmen immer wieder dahingehend überprüfen müsse, ob die den Kern der christlichen Botschaft treffen.
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