Mittwoch, 12. Juni 2019

Vertraeuenskrise und Glaubwürdigkeit - die Bischöfe wissen nicht mehr weiter

Missbrauch und Finanzskandale, die "gute alte Zeit" der ungetrübten klerikalen Macht geht zu Ende. Die Bischöfe stehen vor den Trümmern ihres alten Kirchengebäudes, und ständig kracht wieder irgendwo ein neuer Balken herunter. Die sprudelnden Geldquellen versiegen - ein Bistum nach dem anderen muss sich beschränken. Gerade durchleidet Hamburg einen schmerzhaften Sanierungskurs - wohl im Vorgriff auf Ausfälle, die auch andere Bistümer absehbar ereilen werden:
 
Bereits 2017 hatte eine Wirtschaftsprüfung ergeben, dass das zu dem Zeitpunkt mit rund 80 Millionen Euro verschuldete Erzbistum (Hamburg) bis 2021 eine Überschuldung von etwa 350 Millionen Euro riskiere, wenn nichts dagegen unternommen werde.
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Laut einer von den beiden großen Kirchen in Deutschland geförderten Studie wird die Zahl der Kirchenmitglieder in der Bundesrepublik bis 2060 um 49 Prozent zurückgehen.
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Mit dem Rückgang der Mitgliederzahl werden sich laut Studie auch die finanziellen Möglichkeiten der Kirchen halbieren. Zwar nehmen die Forscher an, dass das Kirchensteueraufkommen nominal bis 2060 konstant bleibt und – wie 2017 – bei etwa 12 Milliarden Euro jährlich liegen wird. Bei entsprechender Ausgabenentwicklung würde das allerdings einen Kaufkraftverlust von 51 Prozent bedeuten.
 
Das hat wohl auch aufgeschreckt. Es lässt sich nicht mehr im bequemen Sessel ruhen. Was tun?
 
"Entweltlich Euch" - der gute Rat von Papst Franziskus in seiner berühmten Freiburger Konzerthausrede ist immer noch nicht richtig gehört worden.
Aber ist ist ja klar, "wenn ein deutscher Papst - der seine deutsche Kirche kennt wie kein anderer - in Deutschland vor der Nomenklatur der deutschen Katholiken eine Ansprache hält, dann meint er natürlich Nicaragua". So kann man die Versuche zusammen fassen, mit denen der Aufruf des Papstes zerredet wurde.
Die Folge ist ein Scherbenhaufen.   
 
zeichnet ein Bild von der Ratlosigkeit der Bischöfe, stellvertretend wird der Mainzer Bischof zu den Chancen und Grenzen des "synodalen Wegs" zitiert, mit dem ein Weg aus der Vertrauenskrise der katholischen Kirche gefunden werden soll:

Kohlgraf macht Diskussion um Frauenweihe "ratlos"

Hildesheims Bischof Heiner Wilmer im Interview
Sueddeutsche Zeitung, 12.06.2019 S. 5 (print)
 
"Die Vertrauenskrise fährt mit voller Wucht ins Gebälk der Kirche, das begreifen wir immer noch nicht. Wir reagieren mit dem Disziplinar- und Kirchenrecht, verbessern Prävention und Kommunikation, arbeiten mit Justiz und Politik zusammen. Das ist alles gut und richtig. Aber wir gehen das Thema noch nicht grundsätzlich an: Was bedeutet es für unser Reden über Gott, die Kirche, für die Verkündigung des Evangeliums? Unser Kirchenbild war ein Grud dafür, dass es zu diesem Ausmaß sexualisierter Gewalt kommen konnte. Wir haben nicht den Menschen gesehen. Wir waren viel zu sehr am polierten Image der Kirche interessiert. Das finde ich ganz fürchterlich."
Dabei ist es doch relativ einfach:
Ursächlich für alle Probleme ist eine massive Vertrauenskrise unserer Kirche.
 
Vetrauenskrise - das kommt daher, dass Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen. Wer Wasser predigt, darf nicht selbst Wein trinken.
 
Und die Vertrauenskrise geht weit über die Themen Missbrauch und Frauen oder auch Finanzskandale hinaus. Das sind nur die - zugestanden massiven - Probleme eines Eisbergs, der weit überwiegend noch unsichtbar unter Wasser liegt, aber Stück für Stück auftaucht. Und wenn an der Spitze des Eisberges ein Problem abgeschmolzen ist, dann dreht sich der Koloss und ein anderer Teil des Eisbergs tritt in das Licht der Sonne.
 
Wir beschränken uns dabei auf die Thematik des Arbeitsrechts:
 
Wer die Katholiken auffordert, "bei den Gewerkschaften mit zu tun" (Würzburger Synode, Beschluss Kirche und Arbeiterschaft),
wer nicht nur in seinen Sozialenzykliken das Gewerkschaftsprinzip anpreist,
wer aber selbst für seine eigenen Mitarbeiter*innen die Zusammenarbeit mit deren Gewerkschaft ablehnt,
 
der hat seine Glaubwürdigkeit für diesen Teil der Verkündung verloren. Und der muss selbst von sich etwas tun, um wieder glaubwürdig zu werden.
"Brücken bauen" müssen diejenigen, die in der Vergangenheit die Brücken eingerissen haben.
Und das waren nicht die Gewerkschaften, die nicht nur im Reichskonkordat auf dem Altar der Konkordanz mit dem faschistischen Nationalstaat geopfert wurden.
  
 

Dienstag, 11. Juni 2019

Verhandlungen für die Caritas-Ärztinnen und Ärzte werden in der kommenden Woche fortgesetzt

Am 17. Juni werden in Frankfurt am Main die Verhandlungen um einen Tarifabschluss für die 30.000 Ärztinnen und Ärzte in den zur Caritas gehörenden Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen fortgeführt.

Siehe hierzu:
https://www.akmas.de/aktuelles/tarifrunde-2019-fuer-caritas-aerzte

ak.mas TARIF-Info Juni 2019 als pdf

Natürlich besteht die Erwartung sowohl bei den Ärztinnen und Ärzten bei der Caritas wie auch auf der Mitarbeiterseite der AK, dass das Tarifergebnis im öffentlichen Dienst nicht nur "großen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Verhandlungen" haben wird, sondern in der Substanz auf für die Caritas übernommen wird.

Ein mögliches positives Verhandlungsergebnis könnte frühestens in der nächsten BK-Sitzung am 4. Juli 2019 beschlossen werden und müsste dann noch in den 6 Regionen der AK beschlossen bzw. übernommen werden.

Samstag, 8. Juni 2019

Die Leistungen der BVK Zusatzversorgung sind langfristig gesichert

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) in der Organisationsform einer staatlichen Oberbehörde, die treuhänderisch die Rücklagen für die Betriebsrentenansprüche der Mitarbeiter*innen auch kirchlicher Einrichtungen verwaltet, ist eine Behörde des Freistaates Bayern - und von daher schon gegen Insolvenz gesichert. Sie darf nicht mit der Bayerischen Versicherungskammer, dem "Schwesterinstitut", verwechselt werden. Die Versorgungskammer gewährleistet nicht nur die Betriebsrenten der Mitarbeiter*Innen von Kommunen und kirchlichen Einrichtungen, sondern auch mehrere weitere Angehörige verschiedener Berufe, wie Apothekern, Architekten, Ärzten und Rechtsanwälten - bis hin zu den Abgeordneten des bayer. Landtages.
Die BVK verwaltet ein Kapitalanlagevermögen von 77 Mrd. Euro (2018, in 2017 noch 72,1 Mrd. Euro).

Die mit über 1,4 Mio. Pflichtversicherungen (in 2017) größte (und nach unserer Ansicht wichtigste) der 12 Altersversorgungswerke ist die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden (ZKdbG) auch BVK Zusatzversorgung oder allgemein nur ZVK genannt, deren Mitglieder (die Kommunen und auch die kirchlichen Einrichtungen) als juristische Personen des öffentlichen Rechts selbst wieder insolvenzsicher sind, bzw. durch entsprechende Gewährleistungsbürgschaften einer solchen Rechtsperson aufgenommen werden konnten.
So sind die sieben bayerischen (Erz-)Diözesen als "Körperschaften des öffentlichen Rechts" (deren Einnahmequelle u.a. die Kirchensteuer ist) genauso Mitglieder, wie die örtlichen kirchlichen Stiftungen, die jeweils "Stiftungen des öffentlichen Rechts" sind und der eigenen kirchlichen Stiftungs- und Vermögensaufsicht unterstehen.
Dazu kommt ein professionelles Vermögensmanagement, das besonders auf dauerhafte, nachhaltige Vermögensanlagen und nicht kurzfristige Gewinne ausgerichtet ist, und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.
In den Jahren 2016 und 2017 konnte die BVK Zusatzversorgung trotz des schwierigen Umfeldes und trotz - oder vielleicht sogar wegen - vorsichtiger Vermögensanlagen jeweils eine Nettoverzinsung von 3,54 % bzw. 3,76 % erzielen und die anteiligen Kapitalanlagen auf 20.066,71 Mio. Euro (aus 18.798,76 Mio. Euro) aufstocken.

Anlässlich des Desasters um die Caritas-Pensionskasse - einem privatrechtlichen "Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit" (VVaG) mit einem Verlust von über 3 % - hat uns die ZKdbG die beigefügte Erklärung übermittelt, die wir wegen der Bedeutung auch ungekürzt wiedergegeben wollen:

Freitag, 7. Juni 2019

Altersvorsorge - Caritas-Kasse kürzt Bezüge drastisch

berichtete vor einigen Tagen die Süddeutsche Zeitung *) und führte aus:
Der Pensionskasse der Caritas fehlen 122,8 Millionen Euro. Nun sollen Versicherten die Bezüge gekürzt werden.
Ein Grund dafür sind die anhaltenden Niedrigzinsen. Doch auch teils haarsträubende eigene Fehler sollen zu der riesigen Deckungslücke beigetragen haben.
Betroffen sind insgesamt 55 000 Rentner und Anwärter.



Bei der Caritas-Pensionskasse haben jedoch, wie es in Caritas-Kreisen heißt, teils haarsträubende eigene Fehler zu der riesigen Deckungslücke beigetragen. Offenbar ging der alte Vorstand mit viel zu optimistischen Annahmen über die Zinsentwicklung und die künftige Altersstruktur der Versicherten durch die Jahre und hoffte, dass die Zeiten irgendwie besser würden. Schon 2006 habe es einen Fehler bei der Formel gegeben, mit der die Chancen und Risiken einer Versicherung hochgerechnet werden, aus der sich dann Beiträge, Rückstellungen und Auszahlungen ergeben. Dieser Fehler sei sehr lange unentdeckt geblieben. Und dann hätte es, durchaus nicht untypisch für kirchliche und kirchennahe Betriebe, ein zu großes Vertrauen zwischen Vorstand, Risikomanagement und Revision gegeben. Offenbar prüft die Caritas-Pensionskasse jetzt, ob und gegen wen sie Schadensersatzansprüche stellen könnte.
...

Mittwoch, 5. Juni 2019

Armutslöhne in der Altenpflege - und die Ursachen

Unter der Überschrift
Warum Pflegekräfte nicht überall gleich verdienen
berichtete die Süddeutsche Zeitung gestern über die unterschiedliche Entlohnung in der Altenpflege (die selbst vielfach wieder zu Altersarmut führt) - und die Chancen eines allgemein verbindlichen Tarifvertrages:
...
Um diese Lohnlücken zu schließen und auch für Pflegehelfer, die in vielen Heimen gut die Hälfte des Personals stellen, bundesweit bessere Gehälter zu erreichen, will Heil nun einen flächendeckenden Tarifvertrag einsetzen. Dieser soll dann auch solche Heimbetreiber zwingen, ihren Mitarbeitern mehr zu zahlen, die sich bislang dagegen wehren. Doch sein Plan ist nicht gerade leicht in die Tat umzusetzen.
Da ist zunächst der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) und sein Arbeitgeberverband, die sich für die private Hälfte der Heime zuständig fühlen. Sie bevorzugen eigene Arbeitsvertragsrichtlinien, ohne klassischen Tarif. ...
Auch die kirchlichen Arbeitgeber waren nicht gerade begeistert von der Idee, dass sie sich an weltliche Tarifverträge halten sollen. Kirchen bestehen arbeitsrechtlich auf einem sogenannten dritten Weg, der ihnen die Freiheit für eigene Regeln gibt. ...

Dienstag, 4. Juni 2019

Konzertierte Aktion Pflege: ver.di bekräftigt die Forderung nach Aufwertung und Entlastung der Pflege

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bekräftigt anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege der Bundesregierung ihre Forderung nach Aufwertung und Entlastung der Pflege. „Die Beschäftigten müssen sich darauf verlassen können, dass sich ihre Situation Zug um Zug bessert. Die professionell Pflegenden werden die Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege daran messen, was in ihrem Arbeitsalltag ankommt. Vor allem in der Altenpflege müssen die Entgelte für diese verantwortungsvolle und oft auch anstrengende Arbeit deutlich angehoben werden. Und es muss Schluss sein mit der ständigen Überlastung durch zu wenig Personal“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Es war richtig, alle Verantwortlichen in der Konzertierten Aktion zusammen zu holen, am Ende sind die getroffenen Ergebnisse aber Kompromisse. Und angesichts der kritischen Lage hätte ich den Beschäftigten entschlossenere Maßnahmen gewünscht.“ Warum die Arbeitgeber im Mangelberuf Pflege zum Beispiel künftig nicht gänzlich auf sachgrundlose Befristungen verzichten wollten, sei nicht nachzuvollziehen.

Montag, 3. Juni 2019

Ver.di-Fachtagung Altenpflege: 24. bis 25. Oktober 2019 in Göttingen

Die ver.di-Fachtagung für betriebliche Interessenvertretungen in der Altenpflege findet vom 24. bis 25. Oktober 2019 in Göttingen statt. 
Im Zentrum der Veranstaltung steht die Stärkung der Handlungskompetenz von Interessenvertretungen in der Altenpflege. In einem breiten Programm von Workshops werden viele praxisrelevante Themen behandelt:
  • Dienstplangestaltung, 
  • Umgang mit Ausfällen und Arbeitszeitmodellen, 
  • Digitalisierung,  
  • Arbeitnehmerhaftung und Gefährdungsanzeige, 
  • Nachwuchsgewinnung für die Arbeit als IV, 
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Auch die (branchen)politischen Themen kommen nicht zu kurz. Sylvia Bühler (Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen) wird u.a. über das aktuelle politische Geschehen im Bereich der Altenpflege (wie z.B. die Konzertierte Aktion Pflege oder einen flächendeckenden Tarifvertrag zu Mindestbedingungen in der Altenpflege) berichten und die Vorhaben aus gewerkschaftlicher Sicht einordnen.


Die bewährte Kombination aus Experteninput, Praxisforen, Erfahrungsaustausch und Vernetzung bietet die Gelegenheit Anregungen für das eigene Handeln zu entdecken und Ansätze zur Umsetzung in eurem betrieblichen Alltag mitzunehmen. 


siehe auch:

Sonntag, 2. Juni 2019

Sonntagsnotizen: vor 40 Jahren - der Papst in Polen

Vierzig Jahre ist es nun her, dass der polnische Papst Johann Paul II vom 2. bis 10. Juni 1979 sein Heimatland besuchte - und mit seinem Besuch nicht nur die Bildung der Gewerkschaft Solidarnosc *), sondern auch den Zerfall des "Ostblocks" um die ehemalige Sowjetunion auslöste. Abschluss und Höhepunkt seines Besuches war ein feierlicher Gottesdienst in Wojtylas Bischofsstadt Krakau mit rund zwei Millionen Menschen. Die improvisierten Schlußworte sind auch heute ein Ansporn:
 "Ich bitte euch, verliert niemals das Vertrauen, lasst euch nicht niederschlagen und nicht entmutigen. Und ich bitte euch, niemals die Wurzeln zu kappen, aus denen wir entstanden sind. Ich bitte euch, traut euch, trotz all eurer Schwäche, eure Kraft bei dem zu suchen, bei dem schon so viele Generationen unserer Väter und Mütter sie gefunden haben. Trennt euch niemals von ihm! Verliert nie die Freiheit des Geistes, mit der er den Menschen befreit!"
14 Monate später erzwangen streikende katholische Arbeiter in der Danziger Leninwerft erstmals Zugeständnisse der Machthaber, ein weiteres Jahr später legte Solidarnosc *) ganz Polen mit Streiks lahm.

Anmerkung:
*) "Die polnische Gewerkschaft Solidarnosc war die erste offiziell anerkannte Oppositionsbewegung im früheren Ostblock. Ihre Gründung am 31. August 1980 gilt als Meilenstein in der Überwindung des kommunistischen Systems in Mittel- und Osteuropa. Die katholische Kirche und regimekritische Intellektuelle unterstützten sie stark" (kna, 24.08.2018).
Es ist unverständlich, dass jenseits der Oder-Neiße Grenze seitens der katholischen Kirche ein "anderes Ethos" gegenüber gewerkschaftlichen Bewegungen bestehen soll als diesseits der Flüsse.

Donnerstag, 30. Mai 2019

Wir backen uns Fachkräfte

Das aktuelle Ver.di-Flugblatt zum Fachkräftemangel in der Pflege widmet sich notwendigen
Gegenstrategien:

Wenn wir mehr Kolleg*innen und bedarfsgerechte Personalstandards fordern, antworten viele Arbeitgeber: »Wir können uns ja keine Fachkräfte backen.«
Soll heißen: Wir müssen die Zustände weiter ertragen, denn angeblich gibt es nicht genug Menschen, die die so wichtige Arbeit in Krankenhäusern
und Pflegeeinrichtungen machen wollen. Dabei können wir uns durchaus Fachkräfte backen – dafür braucht es nur ein paar wichtige Zutaten.
Wir backen uns Fachkräfte - Flugblatt als pdf

Dienstag, 28. Mai 2019

Ver.di begrüßt Gründung des neuen Arbeitgeberverbandes in der Pflege

Berlin, 23.05.2019



Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die angekündigte Gründung der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) als entscheidende Voraussetzung für einen bundesweiten Tarifvertrag in der Altenpflege. "Wir begrüßen die anstehende Gründung des Arbeitgeberverbandes sehr. Bisher fehlte uns noch der Verhandlungspartner. Mit dem neuen Arbeitgeberverband BVAP kann nun endlich das wichtige Tarifobjekt in Angriff genommen werden.

Montag, 27. Mai 2019

100 Jahre Mitbestimmung und Tarifverträge: Streitschrift zum kirchlichen Sonderweg im Arbeitsrecht

Im Jahr 2019 feiern wir gleich zwei Geburtstage: 100 Jahre betriebliche Mitbestimmung sowie 70 Jahre Tarifvertragsgesetz.

Zur Würdigung dieser besonderen Jubiläen veröffentlicht der ver.di-Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen in diesem Jahr eine Reihe von Streitschriften. Sie verknüpfen die historischen Erfahrungen mit aktuellen Herausforderungen – auch und gerade in Bezug auf kirchliche Betriebe. Die erste Streitschrift befasst sich mit der gesetzlichen und gewerkschaftlichen Mitbestimmung in Deutschland (duale Interessenvertretung). Die anderswo geltenden Standards werden von den Kirchen hierzulande nicht eingehalten. Sie haben ein eigenes, strukturell schwächeres Mitbestimmungsrecht etabliert. Wir argumentieren in dieser Streitschrift, warum die Umsetzung weltlicher Mitbestimmungsrechte als Mindeststandard auch in den Kirchen überfällig ist.


Eine zweite Streitschrift wird sich anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Tarifvertragsgesetzes mit der tarifpolitischen Entwicklung in kirchlichen Einrichtungen beschäftigen. Sie wird im Sommer erscheinen. Die dritte Streitschrift wagt einen Blick in die Zukunft und befasst sich mit dem nahenden Ende des kirchlichen Sonderwegs im Arbeitsrecht. Die Streitschriften sollen auf Widersprüchliches und offene Fragen hinweisen, zuspitzen und zur Diskussion anregen. Sie sind keine offiziellen Verlautbarungen oder Beschlüsse von ver.di.


Broschüre Streitschrift zur Mitbestimmung in kirchlichen Betrieben als pdf

Donnerstag, 23. Mai 2019

70 Jahre Übernahme Kirchenartikel der WRV im Grundgesetz - Reset?

Vor 70 Jahren - am 23. Mai 1949 - wurden über Art. 140 Grundgesetz (GG) die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 un 141 der Weimarer Reichsverfassung (WRV) im geltenden deutschen Verfassungsrecht implementiert.
Aus dem dort zugestandenen Recht zur Selbstordnung und Selbstverwaltung der eigenen Angelegenheiten wird - sehr verkürzend und juristisch wohl unzutreffend - das sogenannte "Selbstbestimmungsrecht" der Kirchen und Religionsgemeinschaften abgeleitet.
Seit gut 100 Jahren resultiert das Staatskirchenrecht also auf den gleichen Regelungen. Wir haben darauf schon in dem Beitrag
Kirchenartikel im Grundgesetz - 100 Jahre Weimarer Verfassung
hingewiesen.

Aktuell stellt sich vor der europäischen und höchstrichterlichen Rechtsprechung zu Loyalitätsverpflichtungen *) die Frage, was denn diese Kirchenartikel konkret beinhalten. Der Sozialethiker Prof. Dr. Kreß (Universität Bonn) meint im Kirchen.info Nr. 33, S. 32 (März 2019)
1. Europäisches Recht besitzt Vorrang.
2. Die Kirchen sind nicht mehr befugt, sich unkontrolliert über die allgemein geltenden weltlichen Rechtsnormen hinweg zu setzen
und kommt zur Prognose:
"Legt man die normativen Leitideen der Urteile zugrunde, werden sich unter anderem das Nein der Kirche zum Streikrecht oder ihre Blockade von Tarifverhandlungen nicht mehr halten lassen."
Etwas vorsichtiger schreibt katholisch.de:
Ist das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen in Gefahr?
Im Artikel wird Diakonie-Präsident Ulrich Lilie zitiert, wonach das im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen unzulässig verletzt sei. Katholisch.de stellt dann die Vermutung auf:
Karlsruhe könnte nun darüber nachdenken, die Autonomie der Kirchen als Teil der deutschen Verfassungsidentität zu interpretieren.

Dienstag, 21. Mai 2019

Bundesweite Kampagne der AWO gegen steigende Eigenanteile in der Pflege

Der AWO-Bundesverband hat eine Petition gestartet, die sich gegen steigende  Eigenanteile in der Pflege richtet und sich für gesetzlich definierte und verlässlich abgesicherte Höchstbeträge in der Pflege einsetzt. 

74.000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift bereits deutlich gemacht, dass der Eigenanteil in der Pflege begrenzt werden muss. Am 24. Juni wird entschieden, was mit der Petition weiter geschieht. Bis dahin müssen auch die letzten Vorbehalte ausgeräumt werden. Die AWO sammelt die Forderungen und will sie vor der Entscheidung dem Bundesgesundheitsministerium übergeben.

Hier geht es zur Aktion: https://www.awo.org/eigenanteil-begrenzen

Freitag, 17. Mai 2019

Online-Umfrage: Mehr Geld, mehr Freizeit, oder...?

Ab sofort sind auch die Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen eingeladen, sich an der Online-Befragung zum Thema Arbeitszeit zu beteiligen. (Auch wenn sie selbst noch nicht den Schutz eines Tarifvertrages haben.)

Alle Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen sind aufgerufen, sich an der Online-Befragung zu beteiligen. Ver.di will eine breite Arbeitszeitdiskussion anstoßen – denn die ist für eine große Beteiligung und den gemeinschaftlichen Erfolg unerlässlich.

Nutzt gerne den Flyer im Anhang, wenn ihr bei weiteren Kolleg*innen für eine Beteiligung werben möchtet. Je mehr dabei sind, desto besser!

Alles was du für deine Teilnahme benötigt wird, sind ein paar Minuten Zeit und einen Internetzugang, egal ob mit dem Computer, Tablet oder mit einem Smartphone. Datenschutzrechtliche Bedenken bestehen nicht, denn die Umfrage findet anonymisiert und gemäß der Vorgaben der DSGVO statt.

Die Umfrage findet ausschließlich online statt, Papierfragebögen sind nicht vorhanden. Hier geht’s zur Umfrage:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/arbeitszeitumfrage

Flyer zur Online-Umfrage

Mittwoch, 15. Mai 2019

Einladung zum Fachtag für Kita-Leiter*innen: „Kita-Leiter*innen diskutieren Kita-Leitung“

Am Freitag, den 14.Juni 2019 von 10.30 bis 16.00 Uhr findet im Anthroposophischen Zentrum Kassel, Wilhelmshöher Allee 261, 34131 Kassel ein Fachtag für Kita-Leiter*innen statt, dessen Theman auch für Kita-Leitungen von Kitas in kirchlicher Trägerschaft Relevanz haben:

Aus der Einladung:

Liebe Kolleg*innen,
Euch als Leiter*innen der Kindertageseinrichtungen wird gerade jetzt in Zeiten des Ausbaus des Systems der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern von Politik und Wissenschaft eine Schlüsselrolle zu geschrieben. Immer wieder wird argumentiert, dass Kita-Leiter*innen verant- wortlich sind für die Umsetzung des Rechtsanspruchs und den Ausbau des Platzangebotes. Wachsende Teams, längere Öffnungszeiten, Krippenausbau, mehr Kinder, Inklusion, Migration, An- und Umbaumaßnahmen sind alltäglich zu bewältigende Aufgaben für die Leiter*innen von Kitas. Ratgeber suggerieren das Bewältigen dieser Aufgaben sei durch Managementtechniken und die richtige persönliche Haltung spielend zu lösen.

Dienstag, 14. Mai 2019

Pflegenotstand in Hamburg Personalmangel! Erstes Altenheim macht dicht

berichtet die Hamburger Morgenpost und führt weiter aus:
Ausgerechnet im Jahr ihres 100. Geburtstags mit Senatsempfang und allem Brimborium schließt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eins ihrer zwei Seniorenzentren in Hamburg. Mehr als 50 alte, teils schwer demente Menschen und 40 Pflegekräfte müssen bis Ende Juni gehen. Der Grund: Pflegenotstand! Die Einrichtung fand einfach kein Personal mehr.
...
Dass die AWO keine Altenpfleger finden konnte, wundert Proske nicht. „Die AWO zahlt keine Tariflöhne.“ Der Träger war laut Ver.di vor zehn Jahren aus dem Tarif ausgestiegen. Daher verdienen Mitarbeiter bei Pflegen und Wohnen (ehemals städtischer Arbeitgeber) deutlich mehr. Monatlich ein Unterschied von 100 bis 150 Euro.
Aber die AWO ist nicht der einzige Arbeitgeber, der keine Tariflöhne in dem Sektor zahlt. Im Gegenteil. Laut Ver.di werden von den 24 000 Hamburger Beschäftigten im Pflegedienst (ambulant und stationär) nur sieben bis zehn Prozent nach Tarif bezahlt.

Wir erinnern an unseren gestrigen Blogbeitrag, in dem wir den Zusammenhang zwischen der Kostenkonkurrenz der unterschiedlichen Anbieter (Wege) und der Refinanzierung auf "Billigstniveau" dargestellt haben. 

Montag, 13. Mai 2019

Internationale Aktionstag "Tag der Pflege" und verdi-PM - Appell zur Zulassung des Volksbegehrens gegen den Pflegenotstand

Gestern war der internationale Aktionstag "Tag der Pflege". Es ist der Geburtstag von Florence Nightingale, der Begründerin der systematischen Krankenpflege. In diesem Zusammenhang ist uns eine Meldung des Domradio aufgefallen:
Caritas dankt Pflegemitarbeitern und fordert Refinanzierung
Drohender Ausstieg aus der ambulanten Pflege
Zum Internationalen Tag der Pflege will die Caritas in Niedersachsen ausdrücklich ihren Mitarbeitern danken. Neben der Wertschätzung und Anerkennung für die geleistete Arbeit fordert die Caritas aber auch bessere Rahmenbedinungen.

Verbunden damit sei die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen. Gerade im Bereich der ambulanten Pflege würden die tatsächlichen Kosten von den Kassen immer noch nicht erstattet.

Tariflöhne geben Sicherheit
Die Caritas verwies darauf, dass die Bezahlung ihrer Pflegemitarbeiter nach Tarif erfolge.
Quelle Domradio
So sehr wir die Arbeit der Pflegenden bei der Caritas schätzen - die letzte Aussage ist "fake News".

Sonntag, 12. Mai 2019

Sonntagsnotizen - Kirchenstreik "Maria 2.0"

Mit einem Gottesdienst im Freien in Münster hat eine bundesweite Aktion für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche begonnen. Es wäre mit unserem Blog und seinen Intentionen nicht vereinbar, wenn wir diesen "Kirchenstreik" nicht auch ansprechen würden. Auch wir gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter*innen im kirchlichen Dienst sind Kirche - und von den strukturellen Schwächen der Kirche ebenso getroffen wie viele andere. Daher also ein kleiner Ausflug auf die aktuellen Aktivitäten:
Unter dem Motto "Maria 2.0" fordern die Initiatorinnen Frauen, aber auch Männer auf, eine Woche lang keine Kirchen zu betreten und ehrenamtliche Tätigkeiten ruhen zu lassen.
berichtet die Tagesschau (Quelle), und führt weiter aus:
Der Protest richtet sich gegen Machtstrukturen in der Kirche und die Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger. Neben dem Zugang von Frauen zu allen Kirchen-Ämtern fordern die Initiatorinnen unter anderem auch die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine umfassende Aufklärung von Missbrauchsfällen in der Kirche.

Nun ist der Zugang von Frauen auch für Weiheämter nicht unbedingt unser gewerkschaftliches Thema. Wir wären schon zufrieden, wenn die katholische Kirche wenigstens das eigene weltweit geltende Kirchenrecht und die päpstlichen Enzykliken zur Soziallehre einhalten würde.
Das aber ist aufgrund der Machtstrukturen der Kirche derzeit nicht gegeben. Auch hier weigert sich "Kirche" also, die eigenen Erkenntnisse unter anderem zur gewerkschaftlichen Betätigung (Mater et magistra, insbesondere Nr. 97 ff; Laborem exercens . insbesondere Ziffer IV.- um nur einige zu nennen) selbst umzusetzen. Auch hier ist die Scheu, Macht abzugeben, offensichtlich. Das kirchliche Arbeitsrecht geht durchgehend davon aus, die Beschäftigten nicht als Partner sondern als Diener wahrzunehmen, die sich bis in die private Lebensführung hinein den Vorstellungen einer kleinen Männergruppe beugen und bei Verstößen mit der (zumindest wirtschaftlichen) Existenzvernichtung bedroht sind. Christentum als Religion von Freiheit und Erlösung? Von "Glaubwürdigkeit" kann so nicht mehr gesprochen werden.
Die gleichen Ursachen für einen Belastung der Kirche also, mit der die Frauenbewegungen kämpfen und mit der auch wir uns herumschlagen.
Dazu passt dann auch die aktuelle Meldung von Radio Vatikan:

Laien-Gremium „auf Augenhöhe“ mit Bischöfen.
Das höchste Gremium des deutschen Laien-Katholizismus will „auf Augenhöhe“ mit den Bischöfen über Reformen in der Kirche beraten und erwartet dabei konkrete Ergebnisse.
… Die Deutsche Bischofskonferenz hatte infolge der im Herbst veröffentlichten Missbrauchsstudie einen „verbindlichen“ gemeinsamen Gesprächs- und Reformprozess angeregt. Dabei sollen Machtabbau, die Zulassung zu kirchlichen Weiheämtern, der Pflichtzölibat und die Sexualmoral Themen sein. …
... Beim synodalen Weg werde es um Fragen der Macht, des Amtes in der Kirche und die Sexualmoral gehen.

Wenn es jetzt auch einmal um das spezifisch deutsche, spezifisch kirchliche Arbeitsrecht gehen würde, wären auch wir einen Schritt weiter. In diesem Sinne können wir dem Kirchenstreik "Maria 2.0" nur viel Erfolg wünschen, zumindest was einen Denkprozess bewirkt.


weitere Links zum Kirchenstreik der Frauen:
katholisch.de - "Maria 2.0": Warum Frauen keinen Fuß mehr in die Kirche setzen
Kirche + Leben: Bischof Bode findet „Maria 2.0“ gut – Kirchenstreik der Frauen

Süddeutsche Zeitung: Aufstand der Frauen 

Nachtrag - inzwischen auch bei Radio Vatikan angekommen:
Die deutschen Bistümer reagieren unterschiedlich auf die Proteste der katholischen Fraueninitiative, die unter dem Namen „Maria 2.0" noch bis Samstag laufen. Viele zeigen sich zurückhaltend oder ablehnend, einige wenige begrüßen den Kirchenstreik ausdrücklich.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Vernetzungstreffen der Beschäftigten in den bayer. Kindertagesstätten - Aufwertung beginnt jetzt!

Einladung zum Vernetzungstreffen KiTas „Aufwertung beginnt jetzt“  der bayrischen Kindertagestätten der kirchlichen Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände
am 4. Juni 2019, von 10 bis 16.30 Uhr
im Gewerkschaftshaus München, Schwanthalerstr. 64, 80336 München)



Aus dem Anschreiben:

Ein besonderer Augenmerk werden wir auf die anstehende Aufwertungskampagen sowie erwartbare Auseinandersetzungen für bessere Arbeitsbedingungen legen.Beides haben wir uns für das Jahr 2020 vorgenommen. Diese werden vorrangig im öffentlichen Dienst ausgetragen, bedürfen aber einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung um Erfolg zu haben.
Anschließend werden wir darum Streiten, die Ergebnisse auch auf andere Bereiche zu übertragen (AWO, BRK, Caritas, Diakonie, Elterninitiativen etc.).
Dafür ist es notwendig, dass wir uns im ersten Schritt vernetzen, stärken und Mitstreiter*innen gewinnen.
Wir wollen selbst aktiv werden und Strukturen schaffen, die eine aktive und breite Beteiligung an der Aufwertungskampagne ermöglichen.
Gemeinsam steht uns eine ganze Welt offen!
Im Anhang findet ihr die Ausschreibung, sowie den Tagesablauf und unsere Workshops. Bitte benutzt für die Rückmeldung den angefügten Rückmeldebogen.Für die Teilnahme an der Tagung entstehen keine Kosten. Reisekosten werden nach der ver.di Reisekostenrichtlinie erstattet. Verpflegung und Materialien werden gestellt.
Gerne können wir Sie in unseren Verteiler „Kindertagesstätten im Fachbereich Gesundheit und Soziales“ aufnehmen. Eine Mail an fb03.bayern@verdi.de reicht.
Flyer zum Vernetzungstreffen
Rückmeldung Vernetzungstreffen Kitas


Mittwoch, 8. Mai 2019

"MAV AKTIV" - neues MAV-Forum in Betrieb genommen

Nach jahrelangen unermüdlichen Postings ist das alte "MAV-Forum" nicht nur "technisch" in die Jahre gekommen - der Gründer und "Hausmeister" Christof Mock konnte das Forum nicht mehr weiter betreuen. Für die jahrelangen Bemühungen möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bei Christof bedanken. Wir möchten nun an unseren Blog-Beitrag vom 31. März erinnern:
"mav-aktiv": neues Forum für MAVen


Seit Montag ist (leider mit einer kleinen Verzögerung) dieses neue MAV-Forum „MAV aktiv“ online oder "in Betrieb gegangen".
Es soll künftig dem Austausch von Informationen von euch als Mitarbeitervertretungen und weiteren Funktionsträger*innen aus dem evangelischen und katholischen Bereich dienen, euch aber auch die Möglichkeit bieten, konkrete Fragen klären zu können. Ab sofort könnt ihr loslegen!

So geht’s
Dieses Forum ist eine so genannte Mailingliste, die nicht öffentlich ist. Das heißt, ihr könnt stets alle Kolleg*innen erreichen, die im Verteiler aufgenommen wurden. Dazu schreibt ihr lediglich eine Mail und sendet diese an diese Adresse: mav-aktiv-intern@lists.verdi.de Beachtet bitte unbedingt, dass ihr stets eine Signatur mit euren Kontaktdaten unter eurer Mail zu stehen habt. Ansonsten wird niemand der Empfänger*innen wissen, wer die Mail geschrieben hat. Im Absender steht nämlich nicht eure Mailadresse, sondern die der Mailingliste. Ihr könnt Anhänge bis max. 2 MB versenden, sollten sie größer sein, werdet ihr leider eine Fehlermeldung erhalten. Beachtet bitte, dass ihr ausschließlich mit den Mailadressen an dieses Forum schreiben oder von ihm Mails empfangen könnt, die ihr angemeldet bzw. hinterlegt habt. Beispiel: Ihr habt die Funktionsadresse eurer MAV eintragen lassen, dann könnt ihr damit Mails des Forums empfangen und an das Forum versenden. Wenn ihr jetzt z.B. mit eurer persönlichen MAV-Adresse eine Mail senden wollt, geht das erst, wenn auch diese angemeldet wurde.

Kontakt
Wenn ihr konkrete Fragen zur Funktionsweise dieser Mailingliste habt, meldet euch bitte bei Mario Gembus unter mario.gembus@verdi.de oder 030.6956-1049. Ihr wollt Mailadressen anmelden, ändern oder möchtet ihr aus dem Verteiler der Mailingliste ausgetragen werden? Dann schreibt bitte an die Kollegin Sabrina Stein unter sabrina.stein@verdi.de.
Wir gratulieren an dieser Stelle, bedanken uns für das Engagement beim "neu einrichten" und wünschen dem neuen Forum und den Teilnehmern viel Erfolg.

Sonntag, 5. Mai 2019

Sonntagsnotizen - Kardinal Faulhaber und die Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung 1933

Unter dem Titel "Ein etwas anderer Wochenrückblick" haben wir am 15. November 2015 auf die Veröffentlichung der Tagebücher von Erzbischof Faulhaber (1911–1952) - mit dem Untertitel "Katholische Kirche in den dunklen Jahren" hingewiesen, und ausgeführt:
Es wird spannend, die Bemerkungen Faulhabers aus dem Jahr 1937 nachzulesen, dem Jahr, in dem im März von Papst Pius XI durch die Enzyklika "Mit brennender Sorge" klare Worte "An die Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands ... über die Lage der katholischen Kirchen im Deutschen Reich" richtete.

Inzwischen sind die Veröffentlichungen der Tagebücher Faulhabers weiter fortgeschritten.
Katholisch.de berichtet aktuell:
Von den Tagebüchern des Münchner Kardinals Michael von Faulhaber (1869-1952) lässt sich nun der Jahrgang 1945 online nachlesen. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, wie der Kirchenmann das Kriegsende erlebte, was er über das Konzentrationslager Dachau wusste und wie er sich bei der US-amerikanischen Militärregierung für NS-belastete Persönlichkeiten einsetzte. Im Rahmen der wissenschaftlichen faulhaber-edition.de soll noch in diesem Jahr der Jahrgang 1946 folgen.
Grund genug für uns, die Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers wieder einmal einzusehen.
Das Jahr 1937 fehlt noch - aber die Tagebucheinträge von 1933 sind online verfügbar.

Natürlich haben wir uns die Notizen zur Besetzung der Gewerkschaftshäuser (am 2. Mai 1933) und der Gründung der u.a. in 18 "Reichsbetriebsgemeinschaften" gegliederten Deutsche Arbeitsfront (DAF) als "Ersatzorganisation der Gewerkschaften" (am 10. Mai 1933) angesehen. Schließlich wurde seinerzeit - noch vor dem Reichskonkordat - auch die christlichen Gewerkschaften und damit das kirchliche Standbein in der Arbeiterschaft zerschlagen.

Donnerstag, 2. Mai 2019

Kardinäle im Streit - Kasper will kirchliche Verwaltungsgerichte als Machtbegrenzung

Der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper widersprach seinem Mitbruder, Kardinal Gerhard Müller, der es für unmöglich hält, dass in Verwaltungsgerichten Laien über Bischöfe zu Gericht sitzen könnten. „Das sehe ich anders. Es geht ja nicht um ein Urteil über Personen, sondern über deren Entscheidungen“, sagte Kasper.


Diese Bemerkenswerte Aussagen finden sich in aktuellen Berichten u.a. von Radio Vatikan, wonach Kardinal Kasper die Einführung innerkirchlicher Verwaltungsgerichte als Beschwerde-Instanzen fordert. Als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal würde eine solche Einrichtung der Autorität eines Bischof nichts wegnehmen. 
Es handele sich um
"Formen von Machtbegrenzung, die sich bewährt haben"
"Wenn wir zu Recht über arroganten, selbstverliebten Klerikalismus und Machtmissbrauch in der Kirche klagen, dann müssen wir doch auch sehen, welche Formen von Machtbegrenzung und Machtkontrolle sich anderswo bewährt haben, etwa in demokratischen Gemeinwesen."
Quelle:

Donnerstag, 25. April 2019

NDR Info: Weltfremd und diskriminierend? - Kirchliches Arbeitsrecht unter Druck

Das Feiertags-Forum von NDR Info brachte am Ostermontag eine interessante und anregende Sendung unter dem Titel:
Weltfremd und diskriminierend? - Kirchliches Arbeitsrecht unter Druck von Brigitte Lehnhoff

Die Sendung kann hier nachgehört bzw. auch heruntergeladen werden:
https://www.ndr.de/info/epg/Feiertags-Forum

Infotext zur Sendung
"Kirchen dürfen von Stellenbewerbern nicht pauschal eine Religionszugehörigkeit verlangen. Das entschied vor einem Jahr der Europäische Gerichtshof. Kritiker sehen sich durch dieses und andere höchstrichterliche Urteile bestätigt. Sie halten den Sonderweg der christlichen Kirchen im Arbeitsrecht für überholt, weltfremd und diskriminierend. Tatsächlich ist aber längst ein Wandel im Gange, vor allem in den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden. Dort sieht man die Öffnung des Arbeitsrechts als Chance, sich weiterzuentwickeln. Klassische Fragen müssten dann neu beantwortet werden. Zum Beispiel: Was heißt Loyalität gegenüber einem kirchlichen Arbeitgeber?"

Donnerstag, 18. April 2019

Regionalkommissionssitzungen im April: Bawü und Mitte

  • Am 4. April 2019 hat die Regionalkommission Baden-Württemberg getagt. Dem Vernehmen nach hat man sich über die Sitzung der Bundeskommission der AK sowie über die Arbeit des RK-Ausschusses "Attraktive Arbeitsbedingungen" ausgetauscht.
    Ein Info der Mitarbeiterseite gibt es bislang nicht. Und der "Dienstgeberbrief" informiert auch nur in knappen Worten.

  • Am 11. April hat die Regionalkommission Mitte getagt. Hier gibt es ein Info der Mitarbeiterseite.
    Thema des Infos der RK Mitte war der TV-L-Abschluss, der unmittelbar für die Caritasbeschäftigten der Anlagen 21 und 21a wirksam ist (bis hin zu den feinen Differenzierungen, die sich wegen der hessischen Ländertarife auch bei den Beschäftigten der Caritas niederschlagen...)
    Thema war ausserdem die aktuelle Tarifrunde der Ärzte, in der sich die "RK-Mitte.mas" solidarisch mit den Forderungen des Marburger Bundes erklärt.

Die Regionalkommission Baden-Württemberg hat ihre nächste Sitzung am 25. Juli 2019, die Regionalkommission Mitte am 19. Juni 2019.

Dienstag, 16. April 2019

Fachtagung Behindertenhilfe vom 12. bis 13. September 2019 in Weimar

...dass nichts bleibt, wie es war!
Veränderungen in der Arbeitswelt der Behindertenhilfe im Zuge neuer gesetzlicher Regelungen

In der Behindertenhilfe finden tiefgreifende Veränderungen statt nicht nur durch eine zunehmende Ökonomisierung, sondern auch durch eine zunehmend personenzentrierte Ausrichtung der Leistungen. Dadurch verändern sich Tätigkeiten, Anforderungen und Berufsbilder. Zudem zeichnet sich eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten in vielen Bereichen der Behindertenhilfe aufgrund neuer Assistenzanforderungen ab.

Betriebs- und Personalräte wie auch Mitarbeitervertretungen sind gefordert, diesen Wandel der Arbeitsverhältnisse zu gestalten. Deshalb informieren wir uns auf der Fachtagung über neue gesetzliche Regelungen wie das Bundesteilhabegesetz, beschäftigen uns mit den Auswirkungen in den Einrichtungen und damit, wie sich Arbeitsbedingungen verändern. Welcher Gestaltungsbedarf besteht? Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir als betriebliche Interessenvertretungen?

Ziel der Fachtagung ist es nicht nur zu informieren, sondern auch konkrete Handlungshilfen anzubieten und zum Erfahrungsaustausch beizutragen. Die Fachtagung richtet sich gleichermaßen an neu gewählte wie auch langjährige Interessenvertretungen in den unterschiedlichen Feldern der Behindertenhilfe.

Programm Fachtagung Behindertenhilfe als pdf
Anmeldung Fachtagung Behindertenhilfe als pdf

Montag, 15. April 2019

Fachtagung Krankenhäuser am 6. Mai 2019 von 10:00 bis 16:30 im Gewerkschaftshaus Nürnberg

Die Herausforderungen für eine gute und nachhaltige Entlastung in den Krankenhäusern und Verbesserung der Arbeitsbedingungen sind immens. Die betriebliche Mitbestimmung bietet hier zahlreiche Möglichkeiten.
Wir wollen Ideen und Ansätze in Workshops auf unserer Kranken- haus-Fachtagung erarbeiten, damit die Möglichkeiten einer wirk- samen Mitbestimmung erkennbar werden. Gleichzeitig werden wir auf der Tagung dazu informieren, welche Konsequenzen die
Ausbildungsreform für die betrieblichen Interessenvertretungen mit sich bringt und was zu beachten ist.


Samstag, 13. April 2019

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass der Grund dafür, dass die MAVO (anders als das Betriebsverfassungsgesetz, die Personalvertretungsgesetze und das Mitarbeitervertretungsgesetz) die Ablehnung von Urlaubsanträgen nicht als Mitbestimmungsrecht gefasst haben, darin bestehe, dass Ablehnungen von Urlaubsanträgen in der Katholischen Kirche entweder nicht vorkämen beziehungsweise ausnahmslos gut begründet seien. 

Freitag, 12. April 2019

Info Mitarbeiterseite der RK Bayern/März 2019

Die Mitarbeiterseite der Regionalkommission Bayern berichtet in ihrem soeben veröffentlichten Info über ihre Sitzung vom 20. März 2019

Themen des Infos sind:

  • Bericht über ein Gespräch mit dem Generalvikar der Erzdiözese München-Freising, Dr. Peter Beer, zum Thema "institutionelle Loyalität"
  • Kritische Anmerkungen zu einem "Verhaltenskodex" des Passauer Bischofs für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Schutz vor sexuellem Mißbrauch
  • Tariferhöhung für Beschäftigte, die unter die Anlage 21 fallen
  • Hinweise zur Anlage 23



Donnerstag, 11. April 2019

Die Beschäftigten stärken! - Einhundert Jahre Internationale Arbeitsorganisation

Die internationale Arbeitsorganisation (ILO) feiert dieses Jahr ihren 100. Geburtstag.
Die ILO begann ihre Tätigkeit am 11. April 1919 auf der Friedenskonferenz in Versailles. Sie war ursprünglich eine ständige Einrichtung des Völkerbundes mit dem Ziel der Sicherung des Weltfriedens auf der Grundlage sozialer Gerechtigkeit. Entstanden war sie aus einer Forderung der sozialdemokratischen Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale. Seit dem 14. Dezember 1946, als sie ihren Sitz in Genf einnahm, ist die ILO eine UN-Sonderorganisation und damit die erste Einrichtung dieser Art. 1969 wurde der Organisation der Friedensnobelpreis und 1994 der Hans-Böckler-Preis zuerkannt.

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) bezeichnet die IAO in seinem Programm (2006) als "globalen Bezugspunkt". Der 2. Weltkongress des IGB (2010) verabschiedete eine Entschließung "Die Internationale Arbeitsorganisation", in der diese Bedeutung noch einmal unterstrichen und weiter ausgeführt wird.

Mittwoch, 10. April 2019

ver.di begrüßt SPD-Vorschlag zur Begrenzung des Eigenanteils für die Kosten der Pflege in stationären Einrichtungen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt ausdrücklich den Vorstoß der SPD-Parteivorsitzenden Andrea Nahles zu einer Begrenzung des Eigenanteils für die Kosten der Pflege für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. „Das Lebensrisiko Pflege muss solidarisch abgesichert werden. Die Begrenzung des Eigenanteils ist ein erster wichtiger Schritt“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Mittelfristig ist die Pflegeversicherung zu einer Pflegevollversicherung weiterzuentwickeln und durch eine Bürgerversicherung zu ergänzen. Dann können die steigenden Anforderungen durch eine alternde Gesellschaft gut gestemmt werden. Alle müssen sich darauf verlassen können, bei Pflegebedürftigkeit gut versorgt zu werden.“

Derzeit gebe es einen Zielkonflikt, der dringend aufgelöst werden müsse, so Bühler weiter. Pflegebedürftige wünschten sich mehr und gut qualifiziertes Personal. Die verantwortungsvolle und oft auch belastende Arbeit in der Altenpflege müsse aber auch entsprechend gut bezahlt werden. „Heute steigt bei jeder Tariferhöhung, die wir mit den Beschäftigten in der Altenpflege durchsetzen, der Eigenanteil der Bewohnerinnen und Bewohner der entsprechenden Einrichtung. Damit muss Schluss sein“, so Bühler. „Faire Bezahlung, ausreichend Personal und die Begrenzung der Kosten der pflegebedürftigen Menschen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Deshalb muss die Bundesregierung zügig eine Gesetzesänderung auf den Weg bringen“, forderte Bühler. Zudem seien bundesweit einheitliche gesetzliche Vorgaben zur Personalausstattung nötig, die sich am Bedarf der Pflegebedürftigen orientieren.

„Wir gehen davon aus, bald in Verhandlungen für einen Tarifvertrag einsteigen zu können, der dann von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auf alle Träger in der Pflege erstreckt werden kann“, sagte Bühler. Ein wesentliches Ziel auch der Konzertierten Aktion Pflege der Bundesregierung sei es, die Tarifbindung zu erhöhen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Um ausreichend Pflegefachkräfte und anderes Personal zu gewinnen, braucht es bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag, an den sich bundesweit alle Arbeitgeber halten müssen“, so Bühler weiter. Es sei schlicht unanständig, eine so verantwortungsvolle Arbeit mies zu bezahlen. Dies sei vor allem bei kommerziellen Pflegekonzernen der Fall, die ihre Gewinne steigern wollten und sich Tarifverträgen verweigerten.

Quelle: Ver.di-Pressemitteilung vom 7.4.2019

Montag, 8. April 2019

Postkarten-Aktion zur Grundrente

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


ver.di setzt sich seit langem für eine Rente ein, die ein Leben in Würde auch im Alter garantiert. Mit der vom Bundesarbeitsminister vorgeschlagenen Grundrente kämen wir in dieser Frage ein entscheidendes Stück voran. Damit aber die vom Bundesarbeitsminister vorgeschlagene Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung auch wirklich kommt, will ver.di dafür sorgen, dass die Große Koalition auf Kurs bleibt und das wichtigste sozialpolitische Ziel dieser Legislaturperiode nicht aus den Augen verliert. Deswegen haben wir eine Postkarten-Aktion ins Leben gerufen, die ihr auch virtuell unterstützen könnt. Dazu benötigt ihr keinen Drucker und auch keine Briefmarke. Ihr folgt einfach dem Link, füllt die Postkarte aus und sendet sie per Mail an ver.di zurück.

https://rente-staerken.verdi.de 

Samstag, 6. April 2019

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber bei ihrem Protest gegen die Forderung einen Arbeitgeberverband Pflege zu gründen, völlig neue Deliktformen entdeckt hat, die von den zuständigen Gesetzen bislang völlig ignoriert werden:  so stelle etwa die politische Forderung nach einem Arbeitgeberverband Pflege eine vorsätzliche Beschädigung der Tarifautonomie dar.
Immerhin ruft der Arbeitgeberverband noch nicht zum politischen Streik gegen die Pflegekommission auf.

Dienstag, 2. April 2019

ver.di bekräftigt Forderung nach bundesweiten Tarifvertrag

Ver.di-Pressemitteilung zur gestern veröffentlichten neuen Studie zu Entgelten in der Altenpflege:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bekräftigt nach der heutigen Veröffentlichung einer neuen Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur Lohnsituation in der Altenpflege ihre Forderung nach einem bundesweit gültigen Tarifvertrag Altenpflege. „Um das gesellschaftlich wichtige Arbeitsfeld der Altenpflege attraktiv zu machen, brauchen wir mehr Personal und endlich eine gute Bezahlung. Der angestrebte Tarifvertrag wird erheblich zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Die Ergebnisse der Studie bestätigten die dringend notwendige Aufwertung der Arbeit in der Altenpflege.

Montag, 1. April 2019

Altenpflege liegt bei den Löhnen besonders weit zurück – umfassende Aufwertung dringend nötig gegen Fachkräftemangel

Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung widmet sich der Tarif- und Lohnpolitik in der Altenpflege:
Gemessen an Verantwortung, Anforderungen und notwendigen Qualifikationen sind Pflegeberufe relativ niedrig bezahlt – trotz einiger Verbesserungen in letzter Zeit. Besonders stark zurück liegt die Bezahlung von Altenpflegerinnen und Altenpflegern: Während sich die Verdienste von Fachkräften der Gesundheitspflege in Krankenhäusern im Bereich des mittleren Lohns aller Berufsgruppen in Deutschland (rund 3200 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle) bewegen, kamen Fachkräfte in der Altenpflege 2017 im Mittel (Median) auf lediglich rund 2740 Euro brutto für eine Vollzeitstelle. Das entspricht nur etwa 85 Prozent des mittleren Verdienstes für alle Berufe. Hilfskräfte in der Altenpflege verdienen in Vollzeit im Mittel lediglich rund 1940 Euro pro Monat – knapp 61 Prozent des Medianverdiensts aller Vollzeitbeschäftigten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) an der Hochschule Gelsenkirchen.

Sonntag, 31. März 2019

"mav-aktiv": neues Forum für MAVen

Für das heute eingestellte mav-forum bei yahoogroups wird ein Teil der Akteure im mav-forum diese Form der Information und des Austauschs in einer Ver.di-Mailingliste fortführen.

Künftige Alternative zum mav-forum
  • ver.di bietet als Alternative zum bisherigen Forum eine Mailingliste an. Sie funktioniert ganz ähnlich wie bislang das Forum: Jede/r, der/die angemeldet ist kann dort Mails senden und empfangen. Die Mailingliste eine Mailadresse, mit der der Absender alle hinter der Liste hinterlegten Mitglieder gleichzeitig erreicht. Der Vorteil liegt darin, dass niemand eigene Verteiler pflegen muss, sondern das zentral übernommen wird, aber alle Schreiber/innen stets den aktuellen Verteiler erreichen. Die konkrete Adresse teilt ver.di noch mit.
  • Die Freischaltung der Mailingliste erfolgt Anfang April, sie wird per Mail mitgeteilt.
So kommt ihr dort hinein:
  • Eine persönliche Anmeldung ist nicht zwingend, es reicht aus, den Betriebsnamen, die Funktion (z.B. MAV-Mitglied) und die Mailadressen anzugeben, die senden und empfangen können sollen. Das können Funktionsmailadressen von MAVen  oder persönliche Mailadressen sein.
  • Meldungen sind ab sofort möglich. Alle Mailadressen, die in die ver.di-Mailingliste aufgenommen werden sollen (Voraussetzung für das Senden und Empfangen), können ab sofort an sabrina.stein@verdi.de gemeldet werden.

Moderation und Datenversand
  • Eine Moderation wird vorläufig nicht systematisch vorgenommen, Mailinglisten leben von der Kommunikation untereinander, da alle Mitglieder der Liste untereinander senden und empfangen können; die Mailingliste wird lediglich von ver.di administriert und gepflegt (verantwortlich: Mario Gembus)
  • Dateien können ebenfalls versendet werden, die Maximalgrenze liegt bei 2 MB je Mail.



Donnerstag, 28. März 2019

Eine zusätzliche Fachkraftstelle auch für uns? - Gut zu wissen - ver.di-Information für betriebliche Interessenvertretungen in der stationären Altenpflege

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) wurden Fördermöglichkeiten für zusätzliche Fachkraftstellen zur Verbesserung von Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf und zur Begleitung der Digitalisierung geschaffen. Die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, das Personal zu entlasten. Trotzdem gilt es jetzt, die Arbeitgeber aufzufordern, die geschaffenen Möglichkeiten abzurufen. Was ist nun für betriebliche Interessenvertretungen zu tun?

Darüber informiert die Nr.1 der „Gut zu Wissen! - ver.di-Information für betriebliche Interessenvertretungen in der Altenpflege“.

"Gut zu wissen"- Nr. 1 als pdf

Montag, 25. März 2019

Seminare (auch) für Mitarbeitervertretungen

Das DGB-Bildungswerk Bayern bietet eine Reihe von Schulungen an, die (auch) für Mitarbeitervertretungen anerkannt sind.


Es ist vielleicht eine gute Idee, mal über den Tellerrand zu gucken und mit Betriebs- und Personalräten sowie Mitarbeitervertretungen von Diakonie und Evangelischer Kirche in Berührung zu kommen. 

Freitag, 22. März 2019

Kirchen-info Heft 33 - "Wir haben es in der Hand: Zeit für Gleichbehandlung kirchlicher Beschäftigter"

Aus dem Hinhalt:


  • Widerständig solidarisch: Die Dienstherrschaft überwinden
  • Einer für alle – alle für einen: Auf dem Weg zu Mindestbedingungen in der Altenpflege
  • Diakonie Baden: Beschäftigte stellen Arbeitgeber Ultimatum
  • Caritas-Stiftung Liebenau in Baden-Württemberg: »Für Lohndumping stehen wir nicht zur Verfügung«
  • Plötzlich Kirche: Arbeitgeber flüchtet in die Diakonie Hessen
  • Erleuchtung erwünscht: Protest zur EKD-Synode in Würzburg
  • Das neue Mitarbeitervertretungsgesetz der EKD: Nicht mehr als nötig
  • Bericht 17. Kasseler Fachtagung: MVG-Novellierung, Private Equity, Digitalisierung

Donnerstag, 21. März 2019

ver.di begrüßt Vorstoß der Deutschen Krankenhausgesellschaft für eine bedarfsgerechte Personalbemessung

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Pläne der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), gemeinsam mit Gewerkschaften und dem Deutschen Pflegerat ein Instrument zur Bemessung des Pflegepersonals in Krankenhäusern zu entwickeln. „Das ist ein Signal, auf das die Beschäftigten schon lange warten“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Für eine gute und sichere Versorgung brauchen wir Vorgaben für die Personalausstattung, die sich am Pflegebedarf orientieren. Um dieses Ziel zu erreichen, freuen wir uns, zeitnah mit der DKG in einen Dialog zu treten.“ Wichtig sei, ein Personalbemessungsinstrument verpflichtend einzuführen und bundeseinheitlich umzusetzen. Hier sei der Gesetzgeber gefordert.

Mittwoch, 20. März 2019

Kirchliche Einstellungspraxis: ver.di kritisiert Verfassungsklage der Diakonie gegen Urteil des Bundesarbeitsgerichts

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat mit großer Verwunderung und Kritik auf die Ankündigung der Diakonie reagiert, Verfassungsklage gegen ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) und mittelbar des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Diskriminierung von Beschäftigten wegen fehlender Kirchenmitgliedschaft einzureichen. „Man kann der Diakonie nur dringend empfehlen, im 21. Jahrhundert anzukommen und die Realitäten anzuerkennen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Statt krampfhaft an überkommenen Mustern festzuhalten, sollte die Diakonie ihren Sonderweg sowohl beim individuellen als auch beim kollektiven Arbeitsrecht insgesamt überdenken, sonst schadet sie sich selbst am meisten.“

Montag, 18. März 2019

Pflegerisiko solidarisch absichern: ver.di begrüßt Bundesratsinitiative der Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Berlin

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Bundesratsinitiative zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, die von Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Berlin eingebracht wurde und die am Freitag (15.3.) in der Länderkammer behandelt wird. „Das Lebensrisiko Pflege muss solidarisch abgesichert werden. Es muss damit Schluss sein, dass pflegebedürftige Menschen einen Großteil der Pflegekosten selbst tragen müssen“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Die Pflegeversicherung ist zu einer Pflegevollversicherung weiterzuentwickeln und durch eine Bürgerversicherung zu ergänzen. Dann können die steigenden Kosten in der Pflege gut gestemmt werden. Alle müssen sich darauf verlassen können, bei Pflegebedürftigkeit gut versorgt zu werden.“

Sonntag, 17. März 2019

Sonntagsnoitzen - nach Lingen, was bleibt?

Die Erwartungen waren hoch - und die Blicke der interessierten Öffentlichkeit auf die Bereiche "sexueller Missbrauch" und (schon deutlich weniger) auf das Thema "Finanzskandale" gerichtet, auf Frauenrechte, Zölibat, auf viele kirchlichen Themen, die nicht mehr "zeitgemäß" erscheinen, die aber alle zusammen im Kontext unter dem Oberbegriff "klerikaler Machtmissbrauch" subsummiert werden.
Da hat dann Thüringens Ministerpräsident Ramelow während der Bischofskonferenz noch ein Thema angesprochen, das (zumindest im Licht der breiten Öffentlichkeit) fast unterzugehen scheint: kirchliches Arbeitsrecht sei "überarbeitungsbedürftig"
Kirchliches Arbeitsrecht "kein zukunftsfähiger Weg"

Donnerstag, 14. März 2019

Entlastung für Beschäftigte in Kliniken: ver.di erzielt weiteren Tariferfolg

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat einen weiteren tarifvertraglichen Erfolg zur Entlastung der Beschäftigten in Krankenhäusern erzielt. Am städtischen Klinikum Brandenburg in Brandenburg an der Havel einigten sich ver.di und der Arbeitgeber nach Warnstreiks im vergangenen Jahr auf tarifvertragliche Regelungen. Kernpunkte der Einigung zur Entlastung sind schichtkonkrete Personalbesetzungsvorgaben für alle bettenführenden Stationen, deren Nichteinhaltung Konsequenzen bis hin zum Aufnahmestopp von Patientinnen und Patienten vorsehen, sowie die Schaffung von rund 60 neuen Vollzeitstellen für examinierte Pflegefachkräfte bis Ende nächsten Jahres. Zudem wurde eine Nachtdienstbesetzung mit mindestens zwei examinierten Pflegekräften vereinbart und dass Krankenpflegeschülerinnen und –schüler nicht auf die Personalbesetzungsvorgaben angerechnet werden dürfen.

Das Verhandlungsergebnis orientiere sich an den Vereinbarungen, die ver.di bereits an den Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm (Baden-Württemberg), Essen, Düsseldorf (NRW), Homburg (Saarland) und Augsburg (Bayern) erzielt habe. „Erstmals setzen wir nun auch in einem ostdeutschen Flächenland einen tarifpolitischen Meilenstein zur Entlastung“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Einmal mehr zeigen Beschäftigte, dass man sich auch tarifpolitisch erfolgreich wehren kann, wenn der Arbeitgeber zu wenig Personal einsetzt und die eigene Gesundheit gefährdet ist. Der Personalmangel in den Kliniken macht nicht nur die Beschäftigten krank, sondern gefährdet auch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Deshalb ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gefordert, Personalvorgaben gesetzlich auf den Weg zu bringen, die sich am Bedarf der Patientinnen und Patienten orientieren.“

[Quelle: Verdi-Pressemitteilung vom 13. März 2019]

Mittwoch, 13. März 2019

Sitzung der Bundeskommission der AK Caritas: viele Anträge, wenig Ergebnisse

Am 7. März 2019 hat die Bundeskommission der AK in Frankfurt/Main getagt.
Über die Sitzung informiert das soeben erschienene akmas-Info sowie der Dienstgeberbrief der Dienstgeberseite der AK.

Das Fazit, das man ziehen kann, entspricht dem zur Dezembersitzung: viele Anträge, wenig Ergebnisse.

Info der akmas - März 2019 - zur BK-Sitzung am 7.3.2019 als pdf

Dienstag, 12. März 2019

Es gibt Alternativen zur Pflegekammer: Beispiel Bayern

Ver.di Bayern - https://gesundheit-soziales-bayern.verdi.de - engagiert sich derzeit für eine starke Vereinigung der Pflegenden in Bayern:

Warum eine Mitgliedschaft sowohl in ver.di als auch bei der VdPB wichtig ist

Gemeinsam wollen wir die Interessen und die Stimme der Pflege stärken.

Dazu braucht die Vereinigung der Pflegenden in Bayern – wie auch wir – starke und engagierte

Mitglieder, die sich für die Pflege engagieren. Als Gewerkschaft stärken und unterstützen auch wir die VdPB als Mitglied mit unserem Know-how. Wir hatten uns massiv dafür eingesetzt, dass Gewerkschaften und Berufsverbände ebenfalls Mitglied werden können. So können die Interessen der Pflege verzahnt und gemeinsam vertreten werden. Neben den hoffentlich vielen Einzelmitgliedern stärken wir somit auch als Gewerkschaft die Vereinigung der Pflegenden.

Montag, 11. März 2019

Treffen der Bischöfe: Fingerzeig aus Mainz

 
Der Satz stammt aus einem internen Papier der Bischofskonferenz und ist ungewöhnlich deutlich: "Die Kirche befindet sich in einer existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, hierin wohl aber einen Brennpunkt finde", heißt es darin. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte das Papier veröffentlicht. Es sind klare Worte, die Bischöfe der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit wohl nicht wählen würden.
Das Papier stammt aus der Feder von vier Bischöfen. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist einer von ihnen.
 
Mal schauen, ob der Aufruf zur Entweltlichung aufgenommen sowie eine Chance genutzt wird - und es der Kirche gelingt, glaubwürdige Reformen anzustoßen.

Deutsche Bischöfe tagen vom 11. bis 14. März in Lingen (Ems)

Nach den Turbulenzen um die kirchlichen Loyalitätsanforderungen gegenüber Laien einerseits (wir berichteten über die "Chefarzt-Entscheidung" des Bundesarbeitsgerichts vom 20. Februar sowie die "Mitgliedschafts-Entscheidung zur Einstellung" vom 25. Oktober letzten Jahres) und der Tagung der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom zum Thema "Machtmissbrauch" (z.B. im emsländischen Meppen) werden die Bischöfe in der heute beginnenden Frühjahrsvollversammlung im niedersächsisch-emsländischen Lingen genug zu besprechen haben.
Ein Studientag zum Thema „Die Frage nach der Zäsur“ soll sich in diesem Zusammenhang mit „übergreifenden Fragen, die sich gegenwärtig stellen“, beschäftigen.

Wir wünschen den Bischöfen eine erfolgreiche Beratung und hoffen, dass sich - auch schon drei Monate vor Pfingsten - ein guter Weg in die Zukunft einstellt.

Freitag, 8. März 2019

Plötzlich Kirche? - Arbeitskampf bei der Altenhilfe Wetter

Heute gehen in Hessen erstmals Kolleginnen und Kollegen einer Diakonie-Einrichtung in den Arbeitskampf! In der diakonischen Altenhilfeeinrichtung im hessischen Wetter wird gestreikt! Die Kolleginnen und Kollegen wollen selbst über ihre Löhne und Arbeitsbedingungen mitbestimmen, statt sie willkürlich durch die Arbeitgeber und Kirchenrecht diktieren zu lassen.

Hintergründe:
Altenhilfe Wetter - Plötzlich Kirche
Jahrelang war die Altenhilfe Wetter in Mittelhessen privatrechtlich organisiert. Als sich die Beschäftigten für einen Tarifvertrag organisierten, flüchtete sie in die Diakonie.
 Beschäftigte der Altenpflege Wetter protestieren am 17. Januar 2019 in Marburg gegen den Beitritt zur Diakonie.

Donnerstag, 7. März 2019

Internationaler Frauentag - Volksbegehren

Schon heute arbeitet jede*r vierte Erwerbstätige im Bereich »Öffentliche Dienstleistungen, Erziehung, Bildung, Gesundheit und Pflege«. Arbeit in diesen Feldern legt den Grundstein für eine lebenswerte und zukunftsträchtige Gesellschaft. Wir sorgen für sozialen Zusammenhalt, ein demokratisches Gemeinwesen, eine lebendige Zivilgesellschaft, eine leistungsfähige Wirtschaft, gesellschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit, eine funktionierende Gesundheitsversorgung und den Abbau sozialer Ungleichheit. Und es heißt Arbeitsplätze zu schaffen, von denen und mit denen
man gut leben kann. Für diese Zukunft arbeiten wir.

Es ist die Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitswesen, welche die Zukunft unserer Gesellschaft, Wirtschaft und soziales Miteinander maßgeblich prägt. Weiterhin sind es in erster Linie Frauen, die die Erziehung und Betreuung von Kindern, Pflege von älteren Menschen und Versorgung von Patientinnen und Patienten leisten. Es sind auch überwiegend Frauen, welche unser Land putzen und in den Kantinen der Betriebe für unsere Ernährung sorgen.

Dass diese Arbeiten weniger gelten und niedriger bewertet werden als Tätigkeiten in den traditionellen Domänen der »Männerarbeit«, drückt sich nicht nur in schlechter Bezahlung aus. Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Es ist auch Ausdruck fehlender gesellschaftlicher Anerkennung für diese Tätigkeiten. Diese Themen treffen uns alle, in ganz besonderer Weise aber Frauen. Die notwendige Zeit für Sorgearbeit wird unzureichend finanziert und durch zu wenig Personal verweigert.

Darauf machen wir zum Internationalen Frauentag mit Aktionen und zahlreichen Veranstaltungen aufmerksam. Wir unterstützen die internationale Protestbewegung, welche unter dem Motto “Wenn wir Frauen die Arbeit niederlegen, steht die Welt still!“ auf der ganzen Welt auf die gesellschaftliche Bedeutung von Frauenarbeit hinweisen. In zahlreichen Betrieben nutzen wir unseren Frauentag, aus der Arbeiter*innenbewegung hervorgegangen,



Den 8. März nutzen wir auch, um erneut auf unser Anliegen nach Einführung einer gesetzlichen Personalbemessung aufmerksam zu machen. Zu diesem symbolträchtigen Datum werden wir die – nunmehr - beglaubigten Unterschriften unseres Volksbegehrens „Stoppt den Pflegenotstand an Bayerns Krankenhäusern“ beim Innenministerium einreichen. Im Anschluss findet eine Pressekonferenz statt. Die nächste Etappe wird nunmehr beschritten – mit dem Rückenwind des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ machen wir uns auf den Weg!



Dienstag, 5. März 2019

Zum Geburtstag von Kardinal Faulhaber - der letzte Fürstbischof?

Am 5. März vor 150 Jahren wurde Kardinal Michael von Faulhaber, der letzte "königlich-bayerischen Erzbischof", - nach seiner Zeit als Bischof von Speyer die prägende Kirchengestalt Bayerns in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - geboren.
Er war - und ist - ein Bischof, an dem sich die Meinungen scheiden.
Er ist wohl einer der letzten wichtigsten Vertreter einer monarchistischen, vorkonziliaren Kirche. Und diese Denkweise scheint auch heute noch bei vielen "Kirchenfürsten" vorzuherrschen. Nur so lassen sich die heftigen, auch öffentlich ausgetragenen Diskussionen zwischen einzelnen Bischöfen erklären.
 
Klar ist: die "alte Welt" ist in die Brüche gegangen. Klerikaler Machtmissbrauch führt dazu, dass ein Balken nach dem anderen an dem Gebäude der "Institution Kirche" herunterkracht. Und es scheint so, dass es unsere katholische Kirche in Deutschland dabei besonders erwischt.
Hat nicht der "deutsche Papst" Benedikt in Freiburg seinen mahnenden Appell zur Entweltlichung an die versammelte Nomenklatur der deutschen Katholiken gerichtet? Und was ist daraus geworden?
 
Zu einem erfolgversprechenden Wandel ist es aber auch erforderlich, die Vergangenheit zu analysieren und aus ihr Lehren zu ziehen.
 
Wir haben daher Kardinal Faulhaber in unserem Blog bereits mehrfach erwähnt. Und wir werden anlässlich eines wichtigen Gedenktages in diesem Jahr sein Verhältnis zu den Gewerkschaften näher betrachten.
 
Weitere Links zu Faulhaber: