Sonntag, 20. August 2017

Sonntagsnotizen: Gestaltung der Pflege in anderen europäischen Ländern

Die Facebookseite "Aktuelle Sozialpolitik" weist auf einige interessante Beiträge zum Pflegethema im Inforadio des rbb hin:
Pflegenotstand: Wer kümmert sich um die Kümmerer? "Macht endlich Politik".
Unter dieser Überschrift finden sich mehrere Beiträge des Inforadio robb: https://www.inforadio.de/…/schwerpunkt-pflege-in-der-krise.…
»Die Pflege ist in der Krise. Das weiß jeder, der ältere Angehörige hat. Es gibt zu wenige Pflegekräfte: Bereits heute fehlen rund 25.000, bis zum Jahr 2025 könnten es bis zu 200.000 werden. Die, die da sind, werden zu schlecht bezahlt - oder sind zu schlecht ausgebildet. Wer möchte unter diesen Umständen diesen Beruf ergreifen? Unsere Reporter haben sich angeschaut, welche Probleme es hier in Deutschland gibt und was im Ausland möglicherweise besser läuft. Außerdem sprechen wir mit Betroffenen und Experten.«
Neben anderen Beiträgen sei hier hier auf diesen verweisen:
Pflege in Dänemark: Eine andere Welt
Die Gesellschaft altert - nicht nur in Deutschland, in ganz Europa. Anlass für uns, genauer hinzuschauen, wie es die Nachbarn machen - zum Beispiel Dänemark. Dort wurde das Pflegesystem Ende der 80er-Jahre radikal umgebaut. Das Ziel damals wie heute: den Menschen möglichst viel Privatsphäre und eigene Entscheidungsfreiheit zu lassen. Gleichzeitig tut man viel dafür, den Beruf attraktiv zu machen. Carsten Schmiester berichtet über den dänischen Weg: https://www.inforadio.de/…/sendun…/bme/201708/17/154232.html

 Auch im Blog hatten wir das Thema schon und zwar vor fast drei Jahren:

Wir hatten damals auf einen Beitrag in der Neuen Caritas hingewiesen und auf eine Broschüre von WISO-Diskurs zum Thema.
Ein Diskussionsanstoß waren Aufsatz und Studie dann doch nicht.

Freitag, 18. August 2017

Auszubildende in den schulischen Gesundheitsberufen fordern Bezahlung: Tarifvertraglich vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind zu finanzieren


Ministerium: Kassen müssen zahlen


Seit April verhandeln ver.di und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über die Einbeziehungen betrieblich-schulischer Auszubildender und angehender Notfallsanitäter/innen an Unikliniken in die Tarifverträge. Auf Initiative der Auszubildenden hat ver.di die Forderung aufgestellt, dass auch Medizinisch-Technische Assistent/innen, Physiotherapeut/innen, Diätassistent/innen, Orthoptist/innen, Logopäd/innen und Ergotherapeut/innen eine Vergütung auf dem Niveau der Auszubildenden in der Krankenpflege erhalten. Das heißt: 1.025,70 Euro im ersten, 1.091,70 Euro im zweiten und 1.198,00 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Bei früheren Gesprächen haben Unikliniken und Länder stets bezweifelt, ob die Krankenkassen die Ausbildungsvergütung für betrieblich-schulische Ausbildungsgänge refinanzieren würden. Bezahlt werde nur, wenn die Kliniken nicht anschließend auf den Kosten hängen blieben, so die Arbeitgeber. Seit dem 9. August ist diese Frage wohl geklärt. Bei einem Gespräch mit den Tarifvertragsparteien, dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen und dem Verband der Privaten Krankenversicherungen sowie der Deutschen Krankenhausgesellschaft hat das Bundesgesundheitsministerium erklärt: Eine tarifvertragliche Regelung zur Ausbildungsvergütung für die betrieblich-schulischen Ausbildungsgänge an Unikliniken ist – sofern sie vereinbart wird – von den Kassen zu erstatten. Der Gesetzestext sei hier eindeutig. Komme ein Tarifvertrag zustande, so hätten die Kassen das mit den Krankenhausträgern entsprechend nachzuvollziehen.

Frank Bsirske:
»Das Bundesgesundheitsministerium hat klargestellt: Die tarifvertraglich vereinbarte Ausbildungsvergütung für Auszubildende in betrieblich-schulischen Gesundheitsberufen an Unikliniken ist von den Krankenkassen zu erstatten. Die Länder wollen jetzt diese klare Position bewerten und in der zweiten Oktoberhälfte die Verhandlungen mit ver.di fortsetzen. Je mehr Auszubildende jetzt aktiv werden und uns unterstützen, umso besser. Wir sind nah dran.«

Donnerstag, 17. August 2017

Seminar: Alter(n)sgerechte Arbeitsgerstaltung in der Altenpflege

Das DGB-Bildungswerk Bayern bietet unter dem Titel
"Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung in der Altenpflege"
vom  10.10.2017 - 11.10.2017
ein Seminar im Auftrag von Verdi FB 3 Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen an:

Seminar-Nr: 834-204-2017/2TD

Das Seminar findet in der
KurOase im Kloster
Klosterhof 1
86825 Bad Wörishofen
statt.

Als Folge der Ökonomisierung in der Altenpflege bilden Zeitnot, Kostendruck und Arbeitsverdichtung die Rahmenbedingungen innerhalb derer die Pflegekräfte ihre Tätigkeit verrichten. Die hohe Effizienzorientierung in der Versorgung der Pflegebedürftigen führte zu einer Standardisierung und Technisierung in der Pflegetätigkeit. Die alternskritischen Arbeitsbedingungen führen dazu, dass viele Pflegekräfte nach nur kurzer Verweildauer im Beruf wieder aussteigen. Die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege sind durch hohe körperliche und psychische Belastungen geprägt. Um den Verschleiß der Gesundheit jüngerer Beschäftigter zu verhindern und Älteren die Bewältigung der Pflegetätigkeit überhaupt noch zu ermöglichen, stellt sich die Frage, wie die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege alters- und alternsgerecht(er) gestaltet werden können?

Mittwoch, 16. August 2017

Veranstaltungshinweis: Fachtagung Behindertenhilfe 19. - 20. September 2017 in Dortmund

Vom 19.09.2017, 09:00 – 20.09.2017, 13:00 findet in Dortmund die diesjährige Fachtagung Behindertenhilfe für betriebliche Interessenvertretungen aus der Behindertenhilfe

Thema der Tagung: "Krank durch Arbeit?! Das Bundesteilhabegesetz - und nun?!"

Im Mittelpunkt dieser Tagung stehen die Arbeitssituationen von Beschäftigten in der Behindertenhilfe und das Bundesteilhabegesetz mit wesentliche Inhalten und die für die Betrieblichen Interessenvertretungen der Behindertenhilfe damit verbundenen Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten.

Mit der Kombination aus Experteninput und Erfahrungsaustausch besteht die Gelegenheit, Anregungen für das eigene Handeln zu entdecken und Ansätze zur Umsetzung mitzunehmen.

Weitere Informationen/Anmeldemöglichkeiten: https://gesundheit-soziales.verdi.de

Es besteht noch bis 25. August 2017 die Möglichkeit, sich anzumelden.

Montag, 14. August 2017

Klinikpersonal entlasten: Arbeitgeber in der Pflicht!

Die Gewerkschaft ver.di hat ausgewählte Krankenhäuser in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert. »Die Arbeitgeber müssen endlich Verantwortung übernehmen«, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Doch die Klinikbetreiber reagieren ängstlich und empfindlich – statt die Chance zu nutzen, gemeinsam mit ver.di für bessere Bedingungen zu sorgen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat die Forderung nach einem Tarifvertrag Entlastung mit Verweis auf den »leergefegten Arbeitsmarkt« als »absolut inakzeptabel« bezeichnet. Doch ver.di lässt den Fachkräftemangel als Ausrede nicht gelten. Laut einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts von 2016 sind weniger als zwei Prozent der Pflegestellen auf Normalstationen unbesetzt. Vor allem aber sind die Probleme hausgemacht: Die schlechten Arbeitsbedingungen führen dazu, dass der Krankenstand höher, die Verweildauer im Beruf geringer, der Anteil an Teilzeitkräften und Frühverrentungen größer ist als in anderen Berufen. Der Fachkräftebedarf ist also ein Argument für, nicht gegen verbindliche Personalvorgaben und Tarifregelungen zur Entlastung.

Baden-Württemberg: Uniklinik-Arbeitgeberverband zu Verhandlungen aufgefordert



Sonntag, 13. August 2017

Sonntagsnotizen - Die zwei Martyrien des Oscar Romero

Am Freitag hat Radio Vatikan an Oscar Romero erinnert
Er steht für die Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils und den Einsatz für Arme und Leidende aus dem Geist des Evangeliums. Und genau deswegen wurde er ermordet: Vor genau 100 Jahren wurde Oscar Arnulfo Romero geboren, der 1980 während der Feier einer Messe von einem Soldaten erschossen wurde.
in seiner Predigt hatte er noch kurz vor seiner Ermordung gesagt:
„Wer sich davor hütet, die Gefahren des Lebens auf sich zu nehmen, so wie es die Geschichte von uns verlangt, der wird sein Leben verlieren. Wer sich hingegen aus Liebe zu Christus in den Dienst der anderen stellt, der wird wie das Samenkorn, das stirbt, aber in Wirklichkeit lebt."
Quelle: Radio Vatikan

Im Verteilungskampf zwischen Arm und Reich, in der Rivaltität zwischen Schwachen und Mächtigen kann es für Beteiligte keine "Neutralität" geben. Wer beteiligt ist, wer etwas ändern kann, das aber nicht wenigstens beständig versucht, stellt sich auf die Seite der Mächtigen. Er sündigt durch Unterlassen.

Samstag, 12. August 2017

Kein Gerücht: Katholische Kliniken brechen Gespräche mit Ver.di ab, weil Ver.di Briefe von Mitarbeitern an den Bischof weitergeleitet hat

"Die Marienhauskliniken im Saarland und das Caritaskrankenhaus in Saarbrücken haben die Gespräche mit der Gewerkschaft Verdi über eine Entlastung des Klinikpersonals offenbar einseitig für beendet erklärt. Das teilte Verdi am Freitag mit. Als Begründung hätten die katholischen Krankenhäuser der Gewerkschaft Vertrauensbruch vorgeworfen, weil diese 14 Briefe von Beschäftigten an den Trierer Bischof Stephan Ackermann weitergeleitet habe, heißt es in der Mitteilung..." 

Auch die Junge Welt berichtet über denselben Konflikt: Junge Welt: "Christliche Nächstenliebe
Katholische Kliniken im Saarland wollen nicht mehr mit Verdi über Entlastung der Beschäftigten reden. Kommunale Häuser hingegen schon"

Freitag, 11. August 2017

Sozialpolitik im Parteiprogramm

Die Parteien, die voraussichtlich im nächsten Bundestag vertreten sein werden, haben ihre Wahlprogramme beschlossen und veröffentlicht. Der Bereich Sozialpolitik im Ressort 5 hat eine Synopse zu den Aussagen der CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, der FDP und der AfD über die Themen Rentenpolitik, Krankenversicherung bzw. Bürgerversicherung, Arbeitsschutz und Pflege erstellt.

Zusammenfassend ist festzuhalten:

Donnerstag, 10. August 2017

Alle reden vom Fachkräftemangel in der Pflege

Vorgestern hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine Pressemitteilung gegen ver.di verbreitet. Am meisten stört sie, "dass ver.di in einer bundesweiten Aktion Krankenhäuser unter Druck setzt und zu Verhandlungen über Personalbesetzungen auffordert". Mehr Personal in Krankenhäusern zu fordern, wo gar keine Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt verfügbar seien, damit mache ver.di es sich zu leicht, sagt die DKG.

Ver.di zum Thema:

Alle reden vom Fachkräftemangel

Alle reden vom Fachkräftemangel in der Pflege. Wie groß ist das Problem?

Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) hat 2016 für den Pflegedienst auf Normalstationen in Krankenhäusern festgestellt, dass bundesweit knapp 3.900 Vollzeitstellen unbesetzt waren. Das entspricht weniger als zwei Prozent aller Stellen. Im OP- und Anästhesiedienst lag der Anteil mit rund drei Prozent etwas höher. Bei den Medizinisch-Technischen Assistent/innen blieben bundesweit 470 von etwa 27.000 Stellen unbesetzt. In den Intensivstationen sind nach einer Erhebung des DKI 2017 3.150 Stellen vakant, das sind (unter Berücksichtigung der Teilzeitquote) 4,7 %, bei den Hebammen lag der Anteil der offenen Stellen mit rund sechs Prozent am höchsten. Fazit: Von einem flächendeckenden Mangel an Fachkräften kann bislang keine Rede sein, auch wenn es regionale Unterschiede gibt.

Welche Interessen verfolgen die Krankenhausbetreiber in der derzeitigen Debatte?

Mittwoch, 9. August 2017

Heute 10:10 Uhr: Deutschlandfunk/Länderzeit: "Shopping als sonntägliches Freizeitangebot"

In der Sendung des DLF "Länderzeit" diskutieren heute um 10:10 Uhr
  • Dr.Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen
  • Christoph Dammermann (FDP), Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp, Erzbistum Köln
  • Georg Wäsler, Ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Handel in Bayern
Die Sendung "Shopping als sonntägliches Freizeitangebot" befasst sich mit der von Handelskonzernen geforderten Erweiterung der Öffnungszeiten. 
Aus dem Sendungsinfo des DLF:

Den Pulli für kühle Abendstunden, das neue Smartphone, das man sich mal gönnen möchte, die Freizeitlektüre für den Urlaub – längst ist das sonntägliche Einkaufsvergnügen auch bei uns Realität. Nur dass davon nicht der Einzelhandel in den Innenstädten profitiert, sondern Amazon & Co, denn geshoppt wird sonntags online – oder zum Beispiel in Maastricht. Die kleine niederländische Grenzstadt wirbt mit ihrem breiten Kaufangebot unweit der deutschen Grenze, auch an Sonn- und Feiertagen. Und die deutschen Innenstädte sind leer.

Dienstag, 8. August 2017

ver.di-Aktionsstreik heute an der Berliner Charité

Unter dem Motto „Wir setzen die Rosarote Brille auf“ ruft ver.di für den 8. August 2017 zum Aktionsstreik an der Charité auf. Hintergrund sind die stockenden Verhandlungen zur Weiterentwicklung des Tarifvertrags Gesundheitsschutz.

„Laut Aussagen des Vorstandes verbessert sich die Arbeitssituation an der Charité kontinuierlich. Die Beschäftigten erleben aber Personalmangel und ständige Arbeit in Unterbesetzung. Deshalb setzen wir an diesem Aktionsstreik die Rosarote Brille auf, um die Perspektive des Vorstandes besser nachvollziehen zu können“, erklärt Dana Lützkendorf von der ver.di Tarifkommission.

Quelle und mehr:  https://gesundheit-soziales-bb.verdi.de/branchen-berufe/krankenhaeuser/charite

siehe auch
Tagesspiegel: Streik für Personal - und Kritik an der Bundespolitik


Montag, 7. August 2017

Du hast die Wahl: Ein gutes Gesundheitswesen für alle

 Das Gesundheitswesen ist für die Menschen da. Kranke, pflege- und hilfebedürftigen Menschen müssen unabhängig von ihrem Einkommen und sozialem Status gut und sicher behandelt, versorgt und gepflegt werden. Doch immer mehr wird die Gesundheitsversorgung zum großen Geschäft. Das muss aufhören. Und dafür ist es nicht egal, wer in der Regierung sitzt.
Der ehemalige Bundesgesundheitsminster Daniel Bahr (FDP) hat mit der Einführung des Pflege-Bahr offensichtlich Klientelpolitik betrieben. Statt die Pflegeversicherung zu einer Vollversicherung auszubauen, die das Pflegerisiko abdeckt, hat er Zuschüsse für eine zusätzliche private Versicherung eingeführt. Ein gutes Geschäft für die Versicherungskonzerne. Und sicher kein Zufall, dass Bahr heute im Vorstand der Allianz Private Krankenversicherung sitzt.
Ob bei niedergelassenen Ärzten, im Krankenhaus oder in der Altenpflege: Die Versorgung muss aus Sicht der Patienten und pflegebedürftigen Menschen organisiert werden. Die Beschäf- tigten im Gesundheitswesen haben gute Arbeitsbedingungen verdient. Stattdessen: Steigende Zuzahlungen für Medikamente, lange Wartezeiten für einen Termin beim Facharzt und gestresste Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Der Markt richtet es eben nicht. Die Politik muss umsteuern.














Wir wollen eine gerechte und solidarisch finanzierte Gesund- heitsversorgung. Die Gesetzliche Krankenversicherung muss umgehend wieder paritätisch finanziert werden, zu gleichen Teilen von  Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Unser gewerkschaftliches Ziel ist die solidarische Bürgerversicherung. Sie sorgt dafür, dass alle Bürgerinnen und Bürger mit ihren unterschiedlichen Einkommen einbezogen und Menschen mit höheren Einkommen ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Starke Schultern dürfen mehr tragen!

Samstag, 5. August 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die deutschen Bischöfe bei der Umsetzung der gemeinsam beschlossenen Rahmen-MAVO in den einzelnen Diözesen eine große Vielfalt walten lassen wollten. Besorgte Dienstgeber könnten aber beruhigt sein: es sei nicht geplant, krichliche und caritative Dienstgeber zu enttäuschen. Wenn man lange Gesichter produzieren wolle, werde man in bewährter Manier schließlich auf die der Beschäftigten zurückgreifen.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 4. August 2017

DGB-Streitzeit Bayern: Arbeitzeit - Flexibel und ohne Grenzen

Die aktuelle Streitzeit befaßt sich mit dem Thema Arbeitszeit:

Streitzeit - Arbeitszeit: Flexibel und ohne Grenzen?
Die Arbeitszeit ist wieder Gegenstand politischer Kontroversen. Bereits vor einigen Jahren hat die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) die anstehenden Veränderungen in der Arbeitswelt (zusammengefasst unter dem Stichwort „Digitalisierung“) genutzt, um tabula rasa bei Arbeitszeiten zu fordern: Wegfall von Schutzrechten, keine Höchstarbeitszeiten, usw., das altbekannte Lied der Arbeitgeber.
Flexibel für wen?
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) setzt nun mit ihrer Öffentlichkeitskampagne noch einen drauf, kleistert zahlreiche Orte mit ihren Forderungen voll und verspricht dabei „Mehr Flexibilität in der Arbeitszeit“.
Wenn die Arbeitgeber „Flexibilisierung“ fordern, geht es immer um Flexibilisierung in ihrem Sinne. Flexibel sollen Arbeitnehmer immer dann sein, wenn es den Interessen der Arbeitgeber und Betriebe zupass kommt. 
[...]
[Quelle und mehr:  http://bayern.dgb.de/themen

Arbeitszeit auf dem Prüfstand

Donnerstag, 3. August 2017

Mythos Pflegekammer - umfassende Auseinandersetzung und Willensbildung zum Thema in Ver.di

Die Ver.di-Themenseite "Pflegekammer" informiert umfassend und kritisch über das Thema "Pflegekammer", das in regelmäßigen Abständen in der öffentlichen Debatte auftaucht.




Interessant ist übrigens ein Blick in die Vorstandsriege der aktuellen Landespflegekammer Rheinland-Pfalz: der Umstand, dass die Mitglieder mehrheitlich aus katholischen Einrichtungen kommen, heißt auch, dass Wert und Bedeutung von Tarifverträgen nicht unbedingt den höchsten Stellenwert hat. Wenn man sich den beruflichen Hintergrund der Vorstandsmitglieder betrachtet, muss man feststellen, dass der berufliche Pflegealltag nur noch sehr indirekt vertreten ist: Pflegedirektion, Qualitätsmanagement, Beratung und Geschäftsführung sind die genannten Professionen aller (!) Vorstandsmitglieder.

Mittwoch, 2. August 2017

Bayerisches Rotes Kreuz (BRK): Konfliktträchtige Verhandlungen, konstruktiver Kompromiss

Am Freitag, den 21. Juli mündeten schwierige, überaus langwierige und konfliktträchtige Verhandlungen mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in einen konstruktiven Verhandlungskompromiss. Am Montag, den 31. Juli, stimmte die Große ver.di Tarifkommission den vereinbarten Eckpunkten zu. „Nunmehr gilt es die Einigung in Tariftexte zu überführen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, die Eingruppierung zu modernisieren und die Vergütung zu erhöhen“, so Robert Hinke, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales bei ver.di Bayern.
Man sei froh, dass sich insbesondere durch Verbesserungen des Manteltarifvertrages eine weitere Eskalation vermeiden lasse, erklärte Hinke. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen um die Arbeitsbedingungen habe man nunmehr einen für beide Seiten tragfähigen Kompromiss erzielt.
„Mit diesen Verbesserungen ist uns ein wichtiger Schritt in Richtung planbarer Arbeits- und Freizeiten sowie der Entlastung gelungen“, betonte Hinke. Die Neuregelung werde den Missbrauch von Arbeitsbereitschaft zur Verlängerung der Arbeitszeit erschweren und trage zur Eingrenzung der 45-Stunden-Woche bei. Die Neudefinition bedeute auch Rechtssicherheit für alle Beteiligten.

Dienstag, 1. August 2017

Veranstaltungshinweis: 10 Jahre ver.di-Initiative Gute Arbeit - 20.-21. September 2017 in Berlin

Am 20.09.2017, 11:30 – 21.09.2017, 15:00 findet im  Wyndham Garden Berlin Mitte, Osloer Str. 116a, 13359 Berlin die Fachtagung

10 Jahre ver.di-Initiative Gute Arbeit

Seit 10 Jahren gibt es die ver.di-Initiative Gute Arbeit - ein Anlass, die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen und nach vorne zu blicken. Diese Fachtagung greift die Themen Beteiligung, Arbeitsgestaltung, qualitative Tarif- und Betriebspolitik sowie die konkrete Ausgestaltung Guter Arbeit in der Praxis auf. 
Digitalisierung, Arbeitszeit und Leistungspolitik sowie die Reduzierung der Belastung bei Dienstleistungsarbeit stehen auf dem Programm. Zum Schluss stellen wir uns der Frage nach den zukünftigen gewerkschaftspolitischen Handlungsfeldern der ver.di-Initiative Gute Arbeit.
Die Tagung richtet sich an Interessierte und Aktive in ver.di sowie an gewerkschaftliche, politische und wissenschaftliche Kooperationspartner*innen.

siehe auch: http://www.verdi.de/service/veranstaltungen

bzw: Ausführliches Programm als pdf  - Anmeldeformular

Anmeldeschluss ist der 7. August 2017!


Montag, 31. Juli 2017

ver.di fordert Krankenhäuser zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung auf

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat in den letzten Tagen in sieben Bundesländern, in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, ausgewählte Krankenhäuser in privater und öffentlicher Trägerschaft zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert.

„Aufgrund der Personalnot belastet das Arbeiten im Krankenhaus extrem, die Krankheitsquote vor allem bei psychischen Erkrankungen ist überdurchschnittlich hoch. Die Arbeitgeber müssen endlich Verantwortung übernehmen“, fordert Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für das Gesundheitswesen. „Ein Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland werden wir absehbar zu Tarifverhandlungen aufgefordert haben, um Regelungen für mehr Personal und Entlastung zu vereinbaren“, kündigt Bühler an. Die Arbeit müsse so organisiert werden, dass die Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet wird.

Die Aufforderung zu Tarifverhandlungen sind eingebettet in die bundesweite Bewegung der Gewerkschaft ver.di für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus. Bundesweit fehlen 162.000 Stellen, 70.000 allein in der Pflege. 64 Prozent der Pflegekräfte müssen nachts allein durchschnittlich 26 Patientinnen und Patienten pflegen und versorgen. Auch in anderen Bereichen des Krankenhauses ist die Belastung enorm. Die Arbeitgeber haben die Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen, die durch entsprechende Tarifverträge zu regeln sind.

In weiteren 100 Kliniken wird ver.di den betrieblichen Druck erhöhen. „Beschäftigte werden Grenzen setzen und das Einspringen aus ihrem freien Wochenende und an ihren freien Tagen reduzieren. Denn mit noch so viel persönlichem Engagement auf Kosten der eigenen Gesundheit kann die Personalnot nicht ausgeglichen werden“, so Bühler.

[Quelle: ver.di-Pressemitteilung vom 28. Juli 2017]

Sonntag, 30. Juli 2017

Sonntagsnotizen - KAB Augsburg und Amazon

Unter dem Titel "Uns kann man nicht kaufen" berichtet domradio.de über die Reaktion der KAB Augsburg auf die Amazon-Offerte "Amazon Smile". 

domradio.de: Das klingt doch eigentlich gut, das Programm "Amazon Smile". Dort können Amazon-Kunden eine soziale Einrichtung auswählen, der Amazon dann ein halbes Prozent der Einkaufssumme überweist. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sagt aber nein, da wollen wir nicht mitmachen. Warum?
Diakon Erwin Helmer (Amazon-Betriebsseelsorger und KAB Diözesanpräses in Augsburg): Das klingt gut, ist aber schlecht, weil wir mit den Beschäftigten von Amazon ständig in Kontakt sind, hier in Augsburg und auch bundesweit mit einigen Standorten. Die KAB ist dort aktiv und hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es dort Missstände gibt, die in Deutschland eigentlich nicht üblich sind. Zum Beispiel, dass es nicht gern gesehen ist, wenn man mit Gewerkschaften über Tarifverträge spricht. Das gefällt uns gar nicht, weil wir der Meinung sind, Tarifverträge sind Friedensverträge, Ordnungsverträge. Es ist im Grundgesetz auch vorgesehen, dass die Arbeitnehmer sich versammeln sollen und Verhandlungen mit Arbeitgebern führen. Auf dieses Gesamtklima bei Amazon, wo die Vorgesetzen doch teilweise sehr willkürlich mit den Menschen am Arbeitsplatz umgehen, weisen wir immer wieder hin. Und deshalb haben wir ein Problem mit der Aktion.  

Samstag, 29. Juli 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Kirchen dabei sind, die Unabhängigkeit von staatlichen Datenschutzbestimmungen weiter auszubauen.
Nachdem das Bundesarbeitsgericht erklärt hat, dass
der Einsatz eines Software-Keyloggers, mit dem alle Tastatureingaben an einem dienstlichen Computer für eine verdeckte Überwachung und Kontrolle des Arbeitnehmers aufgezeichnet werden, nach § 32 Abs. 1 BDSG unzulässig ist, wenn kein auf den Arbeitnehmer bezogener, durch konkrete Tatsachen begründeter Verdacht einer Straftat oder einer anderen schwerwiegenden Pflichtverletzung besteht, *)
sei es noch notwendiger, die kirchlichen Datenschutzregelungen abweichend vom Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zu regeln. Nur so sei es angesichts der reduzierten Loyalitätspflichten weiterhin möglich, die Quellen möglicher Kündigungsgründe nicht noch mehr versiegen zu lassen.



Vorletztes Gerücht

*) Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 27. Juli 2017 - 2 AZR 681/16 -
Quelle: Pressemitteilung BAG)

Freitag, 28. Juli 2017

Fachbereichszeitung drei.62 online

Themen der drei.62 sind unter anderem:

-        Nichts wie raus: Fachkräfte flüchten wegen mieser Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung aus dem Beruf.

-        Zwei Welten: Wenn Arbeitgeber anders nicht hören wollen, schlagen wir sie mit ihren eigenen Mitteln – dem Profit. Zwischenruf von Sylvia Bühler

-        Ein Feldversuch: Kommentar zum Pflegeberufegesetz

-        Hoffnung Pflege: Geflüchtete werden auf die Pflegeausbildung vorbereitet.

-        Zug um Zug für Entlastung: Ein Plan für den Händedesinfektionstag am 12. September.

 

Donnerstag, 27. Juli 2017

Wer über Fachkräftemangel redet, darf zu den Arbeitsbedingungen nicht schweigen

Nichts wie raus
Qualifizierte Pflegekräfte flüchten wegen mieser Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung aus dem Beruf. 
Runter mit der Arbeitszeit. Oder ganz raus aus dem Beruf. So machen es viele Pflegekräfte, die die Arbeitsbelastung nicht aushalten oder denen die Bezahlung zu schlecht ist. Andere werden krank oder gehen früher in Rente. Die Folge: Es fehlen Fachkräfte. Darüber jammern die Arbeitgeber ausgiebig. Dabei sind sie selbst mit für die Bedingungen verantwortlich, die Pflegekräfte aus dem Job treiben.
Nach ihrer Krankenpflege-Ausbildung hat es Ramona W. nur ein Jahr auf der Inneren Station im nordrhein-westfälischen Witten ausgehalten. »Wir waren so unterbesetzt, dass eine gute Pflege überhaupt nicht möglich war«, blickt die 30-Jährige zurück.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Sollen wir das glauben 1:2,2 auf Intensivstationen?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ver.di macht sich Tag für Tag für mehr Personal und Entlastung stark. Diesmal für die Intensivstationen.

ver.di fordert mehr Personal!



Gestern morgen war die Leiterin Gesundheitspolitik von ver.di, Grit Genster, im ARD Morgenmagazin. Der Link ist noch bis heute 26.7.2017 verfügbar:
http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/gritgenster2_0108nl_8000-100.html

Darin widerspricht Grit Genster der aktuell von der Deutschen Krankenhausgesellschaft vorgelegten Studie. In dieser wird im Durchschnitt ein Betreuungsschlüssel von 1 Pflegefachkraft zu 2,2 Patient/innen auf Intensivstationen (in jeder Schicht) festgestellt. Das glauben wir nicht. Im Nachtdienst-Check haben neun von zehn Stationen diesen Schlüssel nicht erreicht.

In einer Pressemitteilung haben wir heute bekräftigt: „Nichts ist gut in der Intensivpflege“.

Das Morgenmagazin zeigte auch einen Videobeitrag mit unserer Kollegin Teresa Zikmund von einer Intensivstation in Stuttgart. Da erfahren die Zuschauerinnen, wie die Arbeit läuft und warum die Kolleginnen Überlastungsanzeigen schreiben.
http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/personalsituation_0108nl_8000-100.html

Wer auf einer Intensivstation arbeitet und zu den realen Bedingungen mehr sagen kann, kann einen Leserbrief schreiben, auf facebook posten oder an die Bundestagskandidat/innen im eigenen Wahlkreis eine Forderung richten.

Auch die Beschäftigten aus kirchlichen Krankenhäusern dürfen sich beteiligen!

Alle Infos zu den ver.di-Aktivitäten für mehr Personal und Entlastung auf www.entlastung.verdi.de

Dienstag, 25. Juli 2017

ver.di-Rechtsschutz erstreitet Überstundenzuschläge - auch für Caritas-Beschäftigte!

Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten beendet


Das Bundesarbeitsgericht schafft Rechtsklarheit:


Ein in Teilzeit beschäftigter Krankenpfleger hat nach einem Urteil des BAG (23.03.2017, AZ: 6 AZR 161/16) für „Längerarbeiten“ Anspruch auch auf die tariflichen Zeitzuschläge von 30 Prozent. Klar ist nun:

  • Überstunden leistet, wer in der Schicht- oder Wechselschichtarbeit überraschend länger als für den Tag geplant arbeiten muss. Diesen Anspruch können jetzt Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte geltend machen.
  • Diese Überstunden sind zwei Monate später durch Vergütung auszugleichen.
  • Zuschläge von 30 Prozent sind zu zahlen (15 Prozent bei P11 bzw. EG 9c und höher).
  • Beschäftigte in Teilzeit und in Vollzeit sind dabei ohne Unterschied zu behandeln. Auch Teilzeitbeschäftigten stehen also Überstundenzuschläge zu, wenn sie über ihren persönlichen Beschäftigungsumfang hinaus eingesetzt werden.



Inhaltlich gleiche Regelungen wie im beurteilten TVöD-K § 7 Abs. 6 bis 8 finden sich in den Anlagen 30 -33 der AVR Caritas. 

Der Fall macht deutlich, wie wichtig ein gemeinsamer Tarifvertrag wäre. Tarifkopien sind nur ein mässiges Surrogat.

Ausführliche Informationen erhalten ver.di-Kolleginnen und -Kollegen bei ihrer Gewerkschaft.

Montag, 24. Juli 2017

Fachkräftemangel? Arbeitsbedingungen verbessern!

Im Gesundheitswesen hängt gute Versorgungsqualität zu großen Teilen davon ab, ob genug fachlich qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. Dieser Zusammenhang ist vielfach wissenschaftlich nachgewiesen und wurde nun auch von der Expertenkommission »Pflegepersonal im Krankenhaus« anerkannt (Hickey et al. 2011; Aiken et al. 2010; Schlussfolgerungen Expertenkommission vom 7. März 2017). Deshalb fordert ver.di sowohl für die Beschäftigten im Krankenhaus als auch in der Altenpflege eine verbindliche, bundeseinheitliche gesetzliche Personalbemessung. Doch manche Arbeitgeber missbrauchen den vermeintlichen Fachkräftemangel als Argument, um Politik vom Handeln abzuhalten oder Ausnahmeregelungen zu fordern.

Wie ist die Situation wirklich? In den Krankenhäusern ist ein flächendeckender Mangel an Fachkräften bislang nicht festzustellen, mit regionalen Unterschieden. In der Altenpflege hingegen gibt es einen anerkannten Mangel an qualifizierten Beschäftigten. Dieses Problem ist allerdings hausgemacht. Sollen heute und in Zukunft genug Fachkräfte gewonnen und gehalten werden, braucht es attraktive Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung. Arbeit im Krankenhaus, in der ambulanten und stationären Pflege muss wieder Freude machen. Dafür braucht es mehr Zeit für Patientinnen und Patienten bzw. pflegebedürftige Menschen und ausreichend Personal, um fachliche Standards einhalten zu können. Der Berufsethos darf nicht länger von den Arbeitgebern ausgenutzt werden. Mit verlässlichen, planbaren Arbeitszeiten kann die Vereinbarkeit von Beruf und persönlicher Lebenssituation verbessert werden. Gesunde Arbeitsbedingungen führen dazu, dass Beschäftigte bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten und ihre Tätigkeit in Vollzeit ausüben können. Mehr Auszubildende können mit attraktiven Ausbildungsbedingungen gewonnen und nach ihrer Ausbildung im Beruf gehalten werden, wenn ihnen eine gute Perspektive geboten wird.

Die Arbeitgeber müssen ihre Hausaufgaben machen, um den Fachkräftebedarf auch in Zukunft zu sichern. Die Politik steht in der Verantwortung, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Ver.di-Positionspapier zum Thema

[Quelle (und mehr:]: https://gesundheit-soziales.verdi.de

Sonntag, 23. Juli 2017

Sonntagsnotizen - Neue Caritas dieser Woche

Das aktuelle Heft der Neuen Caritas (13/2017 vom 17. Juli 2017) befasst sich in einer ganzen Reihe von Beiträgen mit Themen, die auch in unsere Interessenssphären fallen. 

Dr. Matthias Scholz (Malteser Deutschland/AcU) informiert über die tarifpoitischen Ziele der Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU), die in der vollständigen Fassung hier verfügbar sind:  17-05-15-Tarifpolitische-Ziele-der-AcU.pdf

Klar ist und nicht neu, wo die ACU aktuell ihre Schwerpunkte sieht: in der Reform der betrieblichen Altersversorgung und in der "Stärkung der Pflege als ein attraktives Arbeitsfeld". In der betrieblichen Altersversorgung sollen, nachdem "die Organ- und Aufsichtsstruktur der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse (KZVK) in den vergangenen Monaten erneuert wurde" die Reformen fortgesetzt werden. An die Realitäten angepasst werden sollen sowohl der aktuelle Finanzierungsbeitrag als auch das Leistungsrecht. (Zu vermuten ist, dass sich Finanzierungsbeitrag und Leistungsrecht nicht in die gleiche Richtung entwickeln sollen.) Angekündigt wird, die entsprechende Diskussion mit künftigen Vergütungsrunden zu verknüpfen.

Samstag, 22. Juli 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlichlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Praxis der evangelischen Stiftung Friedehorst in Bremen, über die Domradio kürzlich berichtet hat, nämlich befristet beschäftigte Minijobber wegen fehlender Konfessionszugehörigkeit zu entlassen, während man gleichzeitig "seit langem konfessionslose" Mitarbeitende weiterbeschäftige und darüber hinaus bei Oberärzten wegen Oberärztemangel auf die Konfessionszugehörigkeit verzichte, bei den kirchlichen Wohfahrtsverbänden insgesamt auf großes Interesse stieße.

Mit solchen Maßnahmen trügen die kirchlichen Wohlfahrtsverbände nicht nur zur Beschäftigungssicherung für den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg bei, sondern es werde auch die organisationstheologisch gebotene Differenzierung zwischen Prekarität und Solidität mit Leben gefüllt: schon aus Gründen des Ganzheitlichkeitgebotes, sei es zwingend, die Merkmale geringe Bezahlung, Befristung, Teilzeitbeschäftigung mit der sanktionierten Loyalitätsverletzung zu ergänzen, während in den oberen Vergütungsgruppen zur unbefristete Vollzeitbeschäftigung selbstverständlich auch der Verzicht auf marktfremde Loyalitätserwartungen hinzukommen müsse.


Vorletztes Gerücht

Freitag, 21. Juli 2017

Möge die Stimme der Arbeiter auch weiterhin inmitten der Kirche erklingen

Diesen Wunsch drückte Papst Franziskus in einer Nachricht aus, die er ... an das Internationale Treffen der katholischen Weltbewegung Christlicher Arbeiter (WBCA) gerichtet hat.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Altenpflege - Tariflohn: Fair und refinanziert

Ein Beitrag aus https://gesundheit-soziales.verdi.de mit einer Anmerkung von uns zur Caritas:

Arbeitgeber behaupten gerne, Tariflöhne seien unwirtschaftlich und würden deshalb von den Kostenträgern nicht refinanziert werden. Das muss als Grund herhalten, um Beschäftigten faire Löhne zu verwehren. Doch damit ist jetzt Schluss. Seit Anfang 2015 gilt: Wer seine Beschäftigten in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen nach Tarifvertrag oder kirchenarbeitsrechtlichen Vereinbarungen entlohnt, dem werden die Gehälter von den Kostenträgern in der Pflegevergütung erstattet. Tariflöhne müssen bei Vergütungsverhandlungen berücksichtigt werden und dürfen nicht als „unwirtschaftlich“ abgelehnt werden.
Die Pflegekassen haben im Gegenzug das Recht erhalten, sich nachweisen zu lassen, dass das Geld tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt. Richtig so, denn unsere Sozialversicherungsgelder sollen auch dort ankommen (§ 85 SGB XI), wofür sie gedacht sind.

Schluss mit Ausreden!

Montag, 17. Juli 2017

Seminare Entgeltordnung und Überleitung - für die MAV

die neue Entgeltordnung im öffentlichen Dienst ist zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten. In der Caritas und in der katholischen Kirchen gibt es zwar nicht den Tarifvertrag TVöD, aber über die AVR Caritas und das ABD gelten ähnliche oder die gleichen Regelungen insbesondere auch für Verwaltungskräfte (Achtung - der Sozial- und Erziehungsdienst sowie die kirchenspezifischen Berufe wie Pastoral- und Gemeindeferenten sind hiervon nicht (!) betroffen).

Aber was hat es eigentlich mit der Entgeltordnung auf sich und wie geht die Überleitung von statten, was muss die Mitarbeitervertretung in einer Kirchenstiftung dazu beachten?

Wer kann darüber besser informieren als diejenigen, die "das Original" vereinbart haben?

Samstag, 15. Juli 2017

Friedhelm Hengsbach SJ zum 80. Geburtstag

Pater Friedhelm Hengsbach, der streitbare Jesuit, feiert heute seinen 80. Geburtstag.
Er ist einer der ganz wenigen, die Oswald von Nell-Breunings nach wie hochaktuelle sozialethische Kritik am sogenannten 3. Weg der Kirche fortsetzen.  Und er ist in unserer Wahrnehmung aktuell der einzige renommierte katholische Theologe, der diese Kritik nicht nur hochhält, sondern auch konsequent aktualisiert. 

In unserem Blog nehmen wir deswegen häufig Bezug auf Texte von Pater Hengsbach. 

Zu seinem 80. Geburtstag wünschen wir ihm Gottes Segen, und überhaupt alles Gute, und dass er es lange erlebt, wie seine Kritik an zweifelhaften Verhältnissen in Kirche, Welt und Wirtschaft fruchtbaren Boden findet.  

Freitag, 14. Juli 2017

5 Jahre Caritas-Verdi-Blog: 2100 Beiträge - 545600 Seitenaufrufe

Am Freitag, den 13. Juli 2012 erschien der erste Blogbeitrag des Caritas-Verdi-Blogs. Das Thema "Grundrechte gelten auch in kirchlichen Einrichtungen" beschäftigt uns immer noch.

Seitdem haben wir 2100 Beiträge veröffentlicht und versucht, Diskussionen, denen wir durchaus mehr Beteiligung wünschen, kritisch zu begleiten.

Und so prosaisch, wie wir gestern unser Blog-Jubiläum gefeiert haben, machen wir auch weiter.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Bündnis für gute Pflege: Wahlprüfsteine zur Pflegepolitik

Das Bündnis für gute Pflege, das unter anderem von Caritas und Ver.di unterstützt wird, hat
WAHLPRÜFSTEINE  formuliert und veröffentlicht, mit deren Hilfe das Engagement der politischen Parteien für eine gute Pflegepolitik in den kritischen Blick genommen werden kann:
Sowohl die Beschäftigten in der Pflege als auch pflegende Angehörige erfahren für ihre Tätigkeit nach wie vor nur geringe gesellschaftliche und persönliche Wertschätzung. Um dies zu ändern, setzen sich die im Bündnis für Gute Pflege zusammengeschlossenen Organisationen gemeinsam für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege zugunsten der pflegebedürftigen Menschen, ihrer pflegenden und begleitenden Angehörigen und der beruflich Pflegenden ein, und fordern
  • maßgeschneiderte Leistungen für Pflegebedürftige,
  • Unterstützung und Anerkennung für pflegende Angehörige,
  • bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen der Pflegeberufe und
  • eine gerechte Finanzierung der Pflege, die nicht zu einseitigen Belastungen der Betroffenen führt, sondern von der sozialen Pflegeversicherung getragen wird. Vor diesem Hintergrund geben wir Ihnen im Folgenden unsere Erwartungen an eine künftige Regierung zur Kenntnis und bitten Sie, uns Ihre Position dazu mitzuteilen.

Mehr Personal in der Pflege...

Mittwoch, 12. Juli 2017

Regionalkommission Ost: aktuelles Info der Mitarbeiterseite zur RK-Sitzung am 6. Juli 2017

Das Info der Mitarbeiterseite der RK Ost berichtet über die Sitzung am 6. Juli 2017.

Konkrete Themen waren:

Vergütung in Berliner Kitas/Umsetzung TVL-Abschluss Land Berlin

Hier gilt rückwirkend zum 01.06.2017 wieder die Tabelle Anlage 33 Regionalkommission Ost Tarifgebiet West, zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung in Höhe von € 50,00 pro Vollzeitkraft für Mai 2017.

Antrag auf vorgezogene Vergütungssteigerungen für 2018 der Dienstgeberseite

Hier gab es keine Verständigung, weil unterschiedliche Tarifstrategien beider Seiten (Ost-West-Angleichung versus weiterer regionaler Sondergestaltung) miteinander in Konflikt stehen.


Antrag der Mitarbeiterseite auf Erhöhung der Ausbildungsvergütungen in der Anlage 7 zu den AVR. 

Auch hier kam keine Einigung zustande. Die Dienstgeberseite betrachtet die bestehenden Ausbildungsvergütung als "hoch attraktiv", die Mitarbeiterseite betrachtet die bestehenden Ausbildungsvergütungen als grenzwertig, nämlich "teilweise dicht an der zulässigen Bandbreite von 15 %".

Die Mitarbeiterseite befürchtet insgesamt die Aufgabe des "Caritas-Flächentarifs" für die Region Ost. 


(Die Position der Dienstgeberseite hatte diese bereits in ihrem Dienstgeberbrief dargestellt.)

Dienstag, 11. Juli 2017

Personalnotstand - Entlastung auch in Bayern!

Deutschlands Krankenhäuser sind während der Nacht personell zum Teil gefährlich unterbesetzt. Das ist das Ergebnis einer bundesweit erhobenen Stichprobe von ver.di. Der Nachtdienstreport.

Sonntag, 9. Juli 2017

Sonntagsnotizen - Resolution gegen Altersarmut

Im reichen Bayern droht vielen Menschen Altersarmut, insbesondere Frauen. Ver.di Bayern hat deshalb am 4. Juli 2017 in Ingolstadt zusammen mit dem Deutschen Gewerkschafsbund, Verbänden und Organisationen eine „Resolution gegen Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen“ verabschiedet.

Freitag, 7. Juli 2017

Veranstaltungshinweis: Heute das Krankenhaus von morgen gestalten - Krankenhaustagung 2017 für betriebliche Interessenvertretungen am 16. und 17.11.2017 in Berlin

Eine vorzügliche Gelegenheit, sich trägerübergreifend mit der Situation und Gestaltungsmöglichkeiten in Krankenhäusern zu befassen und auszutauschen: 

Krankenhaustagung 2017

16.11.-17.11.2017 in Berlin

Flyer als pdf


Weitere aktuelle Seminare zu Spezialthemen für den Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen:

Rechtliches und betriebswirtschaftliches Grundwissen für die Arbeit im Wirtschaftsausschuss
23.08.-25.08.2017 in Walsrode

31.08.-01.09.2017 in Fulda

04.09.-06.09.2017 in Ohlstadt

Donnerstag, 6. Juli 2017

Veranstaltungshinweis: 16. Kasseler Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht 13.+14. November 2017: Wertschätzung in Diakonie und Caritas: Aufwerten, entlasten, mitbestimmen - jetzt!

Alle reden von Arbeit 4.0. Gemeint sind damit die Folgen einer umfassenden Digitalisierung der Arbeitswelt. Diese führt nicht nur zur Einführung neuer Arbeitstechniken, sondern vor allem zur Auflösung gewohnter Arbeitsformen: mobiles Arbeiten und Home-Office, Crowd-Working usw. Damit geht oft auch die Grundlage für die Beschäftigung in Arbeitsverhältnissen verloren. Diese Entwicklung greift auch auf die Sozialwirtschaft und damit auf Diakonie und Caritas über.
Hinzu kommt, dass neue inhaltliche Anforderungen wie Ambulantisierung und Inklusion und das damit verbundene Wahlrecht die traditionellen Arbeits- und Organisationsstrukturen gefährden.
Es ist nicht zu erkennen, dass sich Diakonie und Caritas diesen geradezu dramatischen Veränderungen stellen. Es scheint als ob es immer noch um die kleinliche Verteidigung gewohnter Privilegien eines kirchlichen Sonderwegs geht.




Mittwoch, 5. Juli 2017

Ver.di NEWS 10/2017

 
 
 


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
Vor 16 Jahren wurde ver.di gegründet. Die Fachbereiche spiegeln die Organisationsbereiche der fünf Gründungsgewerkschaften wieder. Doch in den vergangenen 16 Jahren hat sich in der Arbeitswelt vieles verändert, und mit der zunehmenden Digitalisierung zeichnen sich längst weitere Veränderung ab. Als Reaktion darauf hat der ver.di-Bundesvorstand Ende Juni ein Positionspapier zur Zukunft der Fachbereiche vorgelegt. Es soll in den kommenden Wochen und Monaten auf allen Ebenen der Organisation, insbesondere aber in den Fachbereichen diskutiert werden.
Das ist auch das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der „ver.di news“, die soeben unter
www.verdi-news.de/leitartikel/ im Internet freigeschaltet worden ist.
 
Weitere Themen dieser Ausgabe sind zum Beispiel:
  • EINSTIEG MIT RISIKEN – Bericht „Diskriminierung in Deutschland“ zeigt, dass viele Benachteiligungen im Arbeitsleben passieren
  • EIN SITZ MEHR BEI DER TK – ver.di zieht eine positive Bilanz der Sozialwahlen.
    Barmer-Versicherte wählen erst im Herbst
  • PLASTISCH GREIFBAR – Ein Schwarzbuch zur Rente mit 70 zeigt, warum Forderungen, bis 70 arbeiten zu müssen, auf viele Beschäftigte wie eine Bedrohung wirken
 

IN EIGENER SACHE

Mit der Ausgabe 4/2017 ist der Online-Auftritt der „ver.di news“ auf einen neuen, schnelleren Server umgezogen. Für alle, die sich schon für den Bezug der E-Mail-Benachrichtigung entschieden haben, hat sich daher die Landeadresse geändert. Sie lautet jetzt www.verdi-news.de/leitartikel/. Der alte Link läuft mittlerweile ins Leere und bringt nur noch eine Fehlermeldung. Daher sollte er unbedingt durch den neuen Link ersetzt werden, mit dem man jederzeit auf unseren Online-Auftritt zugreifen kann.
Wer sich schon für unser Online-Angebot registriert hatte, muss sich nicht erneut registrieren. Bei der Registrierung geht es ausschließlich um den Versand der E-Mail-Benachrichtigung und nicht um die generelle Zugriffsmöglichkeit auf unser Online-Angebot
 
Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht mit kollegialen Grüßen

 
Euer „ver.di news“-Team