Donnerstag, 19. Oktober 2017

Zahl des Monats

das wiff (Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte) hat in diesem Monat eine Abschätzung zum Fachkräftemangel zur Zahl des Monats gemacht.

Demzufolge fehlen bis 2025 bis zu 329.000 Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung an Kitas und Grundschulen. (https://www.fachkraeftebarometer.de/zahl-des-monats/)

Um diese Lücke füllen zu können, müssten die Ausbildungskapazitäten mehr als verdoppelt und der Beruf deutlich attraktiver werden. ver.di weist seit Jahren auf den bereits bestehenden Fachkräftemangel hin, der zuletzt 2015 von den öffentlichen Arbeitgebern noch bestritten wurde.
Politik ist gefordert nun die notwendigen Anstrengungen zu unternehmen und Ausbildungskapazitäten zu schaffen, Ausbildungspersonal zu qualifizieren und zu gewinnen. Das Arbeitsfeld muss attraktiver werden. Für uns bedeutet das: Verbesserung aller Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig müssen die notwendigen Bedingungen geschaffen werden, um die Praxis zu einem Ort guter praktischer Qualifizierung zu machen.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ottweiler - Um Gottes Willen: Entlastung jetzt

unter diesem Titel berichtet ver.di Saar-Trier über den Streik am Marienkrankenhaus
Erstmals hat am 11.10.17 auch das Pflegepersonal eines katholischen Krankenhauses, des Marienhausklinikums in Ottweiler, gestreikt.

Die Streikenden machten deutlich, dass die Überlastung des Krankenhauspersonals auch in Häusern unter kirchlicher Trägerschaft kein Deut besser ist, als in anderen deutschen Kliniken. Das war ein beeindruckender Tag in der saarländischen Kleinstadt Ottweiler. Solidarität wurde an diesem Tag großgeschrieben. Es war auch ein historisches Ereignis. Gestaltet von den Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern des Marienhausklinikums Ottweiler. Wir zeigen hier einen kurzen Film von verdi.TV, der Euch einen Eindruck vermittelt:

Montag, 16. Oktober 2017

Berliner Manifest für gerechte Arbeitsbedingungen in der Diakonie

Nicht nur in katholischen Krankenhäusern stehen die Beschäftigten auf. Die Kolleginnen und Kollegen aus der Diakonie prangern schon seit Jahren die Missstände an. Am Freitag haben sie ein am Vortag beschlossenes "Berliner Manifest für gerechte Arbeitsbedingungen in der Diakonie" an die Tür der VdDD (Verband diakonischer Dienstnehmer Deutschlands) Geschäftsstelle „genagelt“, mit dem auch die gemeinsame Verantwortung beider kirchlicher Wohlfahrtsverbände angesprochen wird:
...
Diakonie und Caritas stehen im politisch gewollten Wettbewerb miteinander und gegenüber anderen öffentlichen und privaten Trägern. Sie üben zu Recht Kritik an den Folgen von Markt und Wettbewerb in dieser Branche, doch das reicht nicht. Ein gemeinsamer Einsatz für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag ist dringend erforderlich. Reformen und Aktionen sind angesagt!
Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen in den Diakonischen Werken Niedersachsens



Abschließend möchten wir noch einige Berichte aus dem Saarland nachtragen:

Peter Tiefenbrunner hat im Saarländischen Rundfunk unter dem Titel "Wegerecht" einen Kommentar zum Nachhören und Nachlesen gesprochen:
...
„Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes“ bestimmt der Artikel 140. Und da hört die eine Seite halt gerne nach der Hälfte auf zu lesen. ...

Sonntag, 15. Oktober 2017

"Wenn sich nichts ändert, bricht das System zusammen" - Michael Quetting im Interview mit katholisch.de

"Wenn sich nichts ändert, bricht das System zusammen"
Erstmals haben Mitarbeiter eines katholischen Krankenhauses gestreikt. Ihr Ziel: Entlastung für Pflegende. Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting hat den Streik begleitet. Im Interview erzählt er, wie es jetzt weiter geht – und was droht, wenn es zu keiner Einigung kommt.

Weiter auf: http://www.katholisch.de



Samstag, 14. Oktober 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Caritaseinrichtungen, welche die Tarifbindung an die AVR Caritas (obwohl diese als zwingende Verpflichtung beziehungsweise Mitgliedschaftsbedingung  gestaltet ist), missachten, keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen befürchten müssen. Arbeitsrechtliche Konsequenzen seinen auch bei der Caritas in "deutlich über 90 % der Fälle" für Mitarbeiter gedacht und nicht für Dienstgeber.
Im übrigen sei die Formulierung "deutlich über 90 %", mit der die Dienstgeber üblicherweise die Tarifbindung der AVR bezeichnen natürlich ein bescheidenes Understatement: selbstverständlich liege der Anteil der AVR-Anwender unter den AVR-Anwendern bei exakt 100 %!

Vorletztes Gerücht

Freitag, 13. Oktober 2017

Ein Streiktag, der in die Geschichte eingehen wird

 
 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, 
Der erste Streik an einem katholischen Krankenhaus liegt hinter uns. Wir sind immer noch sprachlos, wie unglaublich viele Menschen uns in den letzten Tagen unterstützt haben. Wir haben unzählige Solidaritätsbotschaften über die unterschiedlichsten Wege erhalten. Wir wurden im Streiklokal besucht, zur Demonstration kamen hunderte Unterstützer und diese Petition wurde inzwischen von über 3000 Menschen unterzeichnet.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Klinikpersonal entlasten - Marienhaus macht mit

"Klinikpersonal entlasten - Marienhaus macht mit":

Einen ausführlichen Beitrag zum spektakulären gestrigen Warnstreik gibt es auf der Themenseite


Erstmals beteiligt sich ein katholisches Krankenhaus an den Streiks für mehr Personal und Entlastung. Am 11. Oktober 2017 legten Pflegekräfte der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler die Arbeit nieder. Sie wollen nichts anders als ihre Kolleginnen und Kollegen in öffentlichen und privaten Krankenhäusern: Arbeitsbedingungen, die eine gute Pflege ermöglichen und die Beschäftigten nicht krank machen.[mehr...]
Das Medienecho zum gestrigen Streik war enorm, wenn auch sachverständige Einordnung gelegentlich Glücksache ist (auch eine noch so intensive Suche in bundesdeutschen Gesetzesbüchern vermag kein angebliches "Streikverbot" für kirchliche Einrichtungen zum Vorschein zu bringen.)

Die Dienstgeberseite der AK Caritas sieht den Warnstreik als "zur falschen Zeit am falschen Ort" angesiedelt und hat kein Verständnis. 

Ein erfreulich katholischer Artikel findet sich auf 
  • http://katholisch.de

    der dann doch eine größere Meinungsvielfalt auch innerhalb der katholischen Kirche dokumentiert als manche für erlaubt halten.
Und Stefan Sell hat sich in erfreulicher Breite und der bei ihm gewohnten Substanz dem Warnstreik und dessen Medienecho gewidmet und weiterführende Anmerkungen dazu gemacht:

Mittwoch, 11. Oktober 2017

In der Marienhausklinik Ottweiler hat der Warnstreik des Pflegepersonals begonnen

Erste Medienberichte:

Saarländischer Rundfunk 11.10.2017:


Spiegel online:


FOCUS online:

  • Warnstreik an katholischem Klinikum ... Rund 50 Beschäftigte haben sich am Mittwoch im Saarland an dem nach Gewerkschaftsangaben bundesweit ersten Warnstreik an einem katholischen Krankenhaus beteiligt.

WELT online:

25 Jahre Katechismus der Katholischen Kirche - Streik ist berechtigt

Am 11. Oktober 1992 feierte er seine Weltpremiere: der Katechismus der Katholischen Kirche. Papst Johannes Paul II. hat ihn am 25. Juni 1992 approbiert und seine Veröffentlichung am 11. Oktober 1992 durch die Apostolische Konstitution Fidei Depositum angeordnet. Das Handbuch dient der Unterweisung in den Grundfragen des römisch-katholischen Glaubens. Entwickelt wurde er von der Katechismuskommission unter Vorsitz von Kardinal Joseph Ratzinger. Der damalige Sekretär der Kommission hieß Christoph Schönborn. Mit katholisch.de hat der heutige Wiener Kardinal über die Herausforderungen gesprochen, die die Erstellung eines "Weltkatechismus" mit sich brachten.
 


siehe auch Ratio Vatikan:
Kirche \ Die deutschsprachige Kirchen

25 Jahre Weltkatechismus: „Referenzwerk schlechthin"

Das Vorhaben, den katholischen Glauben kurz und bündig darzustellen, sei voll aufgegangen, sagte der Wiener Erzbischof, der damals als Redaktionssekretär am Weltkatechismus mitgewirkt hatte, im Gespräch mit uns. „Der Katechismus ist heute das Referenzwerk schlechthin - auch für das Lehramt. Und er ist das Referenzwerk weltweit für die Katechese.“ Allerdings hätte die Aufnahme dieses katholischen Standardwerks gerade im deutschsprachigen Raum in diesen 25 Jahren besser sein können, merkte der Kardinal „mit einem gewissen Kummer“ an.
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Wir zitieren aus dem Werk in der vom Vatikan veröffentlichten Fassung:
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2432 Die Unternehmensleiter sind gegenüber der Gesellschaft für die wirtschaftlichen und ökologischen [Vgl. CA 37] Folgen ihrer Tätigkeiten verantwortlich. Sie sind verpflichtet, auf das Wohl der Menschen und nicht nur auf die Steigerung der Gewinne Bedacht zu nehmen. Gewinne sind jedoch notwendig. Sie ermöglichen Investitionen, die die Zukunft des Unternehmens und die Arbeitsplätze sichern.

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2435 Streik ist sittlich berechtigt, wenn er ein unvermeidliches, ja notwendiges Mittel zu einem angemessenen Nutzen darstellt. Er wird sittlich unannehmbar, wenn er von Gewalttätigkeiten begleitet ist oder wenn man mit ihm Ziele verfolgt, die nicht direkt mit den Arbeitsbedingungen zusammenhängen oder die dem Gemeinwohl widersprechen.
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(Hervorhebungen durch die Redaktion)