Mittwoch, 17. Januar 2018

Entgelte von Pflegekräften – weiterhin große Unterschiede zwischen Berufen und Regionen .

Der Pflegebranche fehlen Fachkräfte. In der politischen Diskussion wird in diesem Zusammenhang immer wieder betont, dass gerade in der Altenpflege zu niedrige Löhne gezahlt würden. Seit dem Jahr 2012 sind die Entgelte im Pflegebereich im Großen und Ganzen entsprechend der allgemeinen Lohnentwicklung gestiegen. Dabei ist das Lohngefälle zwischen Kranken- und Altenpflege weitgehend konstant geblieben. Auch die regionalen Entgeltunterschiede sind nach wie vor erheblich.
Das berichtet IAB-Forum aktuell zum 16. Januar und nimmt dann eine sehr ausführliche Analyse der Lohnsituation im Pflegebereich im regionalen Vergleich vor.

Solange die Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht besser werden, ist die Berufswahl für die Pflege auch nicht wirklich attraktiv. Dazu muss aber der Kostenwettbewerb in der Branche beendet werden. Wer unter diesen Bedingungen weiterhin an eigenen unabhängigen Wegen festhält, und sich der Kooperation mit Gewerkschaften verweigert, nimmt die prekäre Finanzierung der Pflege billigend in Kauf.

Montag, 15. Januar 2018

Sylvia Bühler im Interview zur Entlastungskampagne 2017 und wie es weitergeht: "Wir lassen nicht locker!"

Klinikpersonal entlasten

»Wir lassen nicht locker«

Die Aktionen für Entlastung im Krankenhaus haben 2017 einiges bewegt. ver.di will auch im neuen Jahr dran bleiben. Interview mit Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen.
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Was hat die Arbeitgeber dazu gebracht, sich zu bewegen?
"Entscheidend war dafür in allen Fällen die Aktionsbereitschaft und Entschlossenheit der Beschäftigten. Hervorzuheben sind hier die Kolleginnen und Kollegen der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler, die im Oktober erstmals in einem katholischen Krankenhaus für Entlastung gestreikt haben. Sie haben Mut bewiesen und gezeigt: Auch in kirchlichen Einrichtungen können und dürfen Beschäftigte mit gewerkschaftlichen Mitteln für ihre Interessen eintreten. Eine Folge war, dass sich der Diözesan-Caritasverband Trier im November in einem »Mahnruf« gemeinsamen mit ver.di für eine bessere Personalausstattung in den Krankenhäusern ausgesprochen hat."
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Wie soll es mit der Bewegung in den Krankenhäusern im neuen Jahr weitergehen?
"Wir werden uns auch 2018 entschlossen für mehr Personal und Entlastung einsetzen. Anfang Februar werden Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet in Kassel zu einer Konferenz zusammenkommen, um die Erfahrungen auszuwerten und über die nächsten Schritte zu beraten. Es ist beeindruckend, das neue Selbstbewusstsein der Kolleginnen und Kollegen zu erleben. Viele erkennen das erste Mal in ihrem Berufsleben, welche Macht es verleiht, wenn viele zusammenstehen. Wir überlassen das Gesundheitswesen nicht dem Markt. Es ist eine wichtige Säule der Daseinsversorge. Uns ist klar, dass wir da ein dickes Brett bohren. Wir lassen nicht locker."

Das ganze Interview gibt es hier:
 https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung "Wir lassen nicht locker"

Sonntag, 14. Januar 2018

Sonntagsnotizen - Gedanken zum Weltflüchtlingstag

Heute - am 2. Sonntag im Jahreskreis - feierte Papst Franziskus die Heilige Messe zum Welttag des Migranten und Flüchtlings in der Vatikanischen Basilika. In der aus diesem Anlass veröffentlichen Botschaft heißt es:
»Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.

Samstag, 13. Januar 2018

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Dienstgeberseite der Caritas die Ergebnisse der Sondierungsgespräche der kommenden großen Koalition mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen habe. In ihrem Widerstand in Zentralkoda und AK gegen die Begrenzung bzw. Abschaffung der sachgrundlosen Befristung sieht sie sich dadurch bestätigt, dass auch die Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD diesem Thema keine Bedeutung beigemessen hätten. Auch das Thema der befristeten Teilzeit ist in den Sondierungsgesprächen vernünftigerweise so geregelt, dass es für Beschäftigte ohne juristisches Examen kaum durchsetzbar sein dürfte. Die bestehenden Regelungen in den AVR zu diesem Sachverhalt könne man, im Falle entsprechender gesetzlicher Regelungen auch mit der Beschränkung auf große Einrichtungen usw. noch nachbessern.
Insgesamt stelle man mit Genugtuung gemeinsam mit den anderen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden  fest, dass von der kommenden großen Koalition keine nennenswerten unerfreulichen arbeitsrechtlichen Neuerungen zu befürchten sind.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 12. Januar 2018

Ein Beitrag zur aktuellen Diskussion?

Asyl, "Dreamers" in den USA, Familiennachzug und Obergrenze in Deutschland, EG 1 und Rente, sachgrundlose Befristung ...
Wer nicht mit dem leidenden Bruder fühlt, auch wenn er einer anderen Religion und Kultur angehört, muss seine Menschlichkeit hinterfragen.
Papst Franziskus‏@Pontifex_de gestern https://twitter.com/Pontifex_de/status/951431003494641667

Mittwoch, 10. Januar 2018

„Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon." (Mt. 6,24).

Mit diesem einleitenden Zitat fordert die KAB im Bistum Trier "Kapitalismuskritik" ein.
Quelle: KAB Trier, Internet

Die KAB bezieht sich bei ihrer Forderung auf das Schreiben „Evangelii Gaudium" von Papst Franziskus.

In seiner aktuellen Predigt zur Frühmesse hat Papst Franziskus anlässlich des Tagesevangeliums nach Markus (Mk 1, 21-28) das Problem der Glaubwürdigkeit kirchlicher Amtsträger angesprochen.

Montag, 8. Januar 2018

"Dienen, nicht fordern"?

"Vor zehn Jahren löste die Krankenpfleger-Gewerkschaft Tehy in Finnland fast eine Staatskrise aus: 40 Prozent aller Pflegekräfte des Landes drohten, geschlossen zu kündigen. Erst am Morgen des Stichtags knickten die Arbeitgeber ein - die Gehälter in der Pflege stiegen um eindrucksvolle 20 Prozent."
Mit dieser Notiz beginnt der Artikel "Dienen, nicht fordern" der sich am 23.12.2017 in der Süddeutschen Zeitung

mit den Gründen für die hohe Unzufriedenheit in den sozialen und pflegerischen Berufen auseiandersetzt und die Frage stellt, warum sich die Beschäftigten in diesen Berufen so wenig in den Gewerkschaften organisieren. 

In der Printausgabe wird der Artikel noch ergänzt durch ein Interview mit dem Politologen Prof. Wolfgang Schröder, der sich im vergangenen Jahr intensiv wissenschaftlich mit dieser Frage insbesondere im Bereich der Altenpflege auseinandergesetzt  hat. (Wolfgang Schröder, Interessenvertretung in der Altenpflege. Zwischen Staatszentrierung und Selbstorganisation). 

Im kirchlichen Bereich vielleicht ein sperriger Gedanke, aber wohl fundiert in der katholischen Soziallehre, zu deren Geschichte Prof. Schröder intensiv geforscht hat:
"...Es gibt aber auch Unternehmen, denen es wichtig ist, dass die Gewerkschaften weiter viele Mitglieder haben und ein starker Partner bleiben. Denn im deutschen System der Sozialpartnerschaft gestalten beide Seiten gemeinsam die Strukturen, keine Seite muss beispielsweise neue Normen allein entwickeln. Darum sind starke Gewerkschaften für die Arbeitgeber auch eine Entlastung."  
(Wolfgang Schröder in der Süddeutschen Zeitung vom 23.12.2017, S. 61) 

Wenn das nicht auch ein Grund ist, die Entlastungskampagne im Bereich Gesundheit/Soziales/Pflege intensiv fortzusetzen?!!!


Weiterführender Lektürehinweis:
Aktuelle Sozialpolitik: Dienstag, 10. Oktober 2017 Druck im Kessel. Die Pflegekräfte und das Herantasten an den großen Pflegestreik. Oder doch nur ein Sturm im Wasserglas?

Samstag, 23. Dezember 2017

Der Blog geht in die Weihnachtspause

Allen ein ruhiges und friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue
Jahr!

Im neuen Jahr lassen wir es langsam wieder angehen.

Als guten Vorsatz für den Jahreswechsel und das neue Jahr empfehlen wir eine Gewerkschaftsmitgliedschaft. Es geht ganz einfach:




Freitag, 22. Dezember 2017

Adventsnotiz: Weihnachtsansprache von Papst Franziskus

Der Blogbeitrag zum Jahresende soll  der Weihnachtsansprache von Papst Franziskus gewidmet sein, der mit schon gewohnt offenen Worten deutliche Positionen bezieht. Und als kirchliche Mitarbeiter müssen wir uns selbst auch immer wieder fragen, ob nicht die eine oder andere Aussage aus Rom auch für die eigene Tätigkeit zutreffen könnte.
Papst Franziskus zeigt offenbar nicht die Zurückhaltung, die Papst Benedikt etwa mit seiner "Konzerthausansprache" in Freiburg ("Entweltlicht Euch") an den Tag gelegt hat. Franziskus spricht unmissverständlich, deutlich und klar.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Regionalkommission Nord: Letzte Regionalkommissionssitzung in diesem Jahr

Am Dienstag tagte die Regionalkommission Nord der AK Caritas.

Die Mitarbeiterseite berichtet von einer durchwachsenenen Sitzung:

  • ein von der Mitarbeiterseite geforderter Nachteilsausgleich wurde durch Losentscheid des sogenannten erweiterten Vermittlungsausschusses geregelt mit dem Ergebnis: "Die Mitarbeiter, die in die Vergütungsgruppe P4 eingruppiert sind und über den 30. Juni 2017 hinaus beschäftigt waren, erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro."
  • Die neue Anlage 2e für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst wird rückwirkend zum 1. Oktober 2017 nun auch für den Bereich der RK Nord in Kraft gesetzt. Damit ist der Beschluss der Bundeskommission in allen Regionen umgesetzt.
  • 4 Anträge gemäß § 14 der AK-Ordnung wurden behandelt
  • Unter dem Titel "KONFLIKT IM EMSLAND - Pistole auf die Brust gesetzt: Dienstgemeinschaft geht anders!" wird im RK-Info über Praktiken berichtet, bei denen die Dienstgemeinschaft offensichtlich zur wirtschaftlichen Verfügungsmasse in einem Kommissionsgeschacher wird, gewissermassen nach dem Motto: "Wenn die Mitarbeiterseite in der Regionalkommission nicht brav ist, gehören die Beschäftigten eben nicht zur Dienstgemeinschaft und haben nicht teil an der Erfüllung des kirchlichen Auftrags und unterliegen nicht den kirchlichen Loyalitätsverpflichtungen.
Im Dienstgeberbrief zur Sitzung findet der Konflikt übrigens keine Erwähnung.