Montag, 31. Dezember 2018

Gedanken zu Silvester

Liebe Kolleg*Innen,

In diesem Jahr hat ver.di - besser: haben die Mitglieder der Gewerkschaft - viel erreicht. Wir möchten nur an die Tarifabschlüsse zum März des Jahres und den ersten Einstieg in die Tarifierung der Ausbildungsvergütung für den Sozial- und Erziehungsdienst (OPTI-PRAX) erinnern. In unserem Fachbereich hat die "Bewegung Entlastung" gezeigt, dass schon wenige Arbeitskämpfe ausreichen, um viel zu erreichen - auch politisch.

Aber die Erfahrung lehrt auch: Letztendlich kommt es auf das Engagement der Vielen an – die uns kein Nikolaus noch Weihnachtswünsche ersetzen kann. Arbeits- und Einkommensbedingungen verbessern sich nicht im Selbstlauf. Da hilft bekanntlich auch Weihnachten nicht – und schon gar nicht der ‚Dritte Weg‘ der Kirchen. "Tarifverhandlungen ohne Streikrecht sind nicht mehr als kollektives Betteln" hat das Bundesarbeitsgericht schon vor Jahrzehnten festgestellt (BAG vom 10.6.1980 – Az. 1 AZR 822/79). Dass die Regelungen des "Dritten Weges" aber einmal den Tarifverträgen voraus sind, hat man in den letzten Jahrzehnten kaum festgestellt. Die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie hinken der Entwicklung in vergleichbaren Einrichtungen der öffentlichen Hand zunehmend länger hinterher.

Wenn also im kirchlichen Dienst ein Arbeitskampf vermieden werden soll, dann sind die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass gar nicht erst gestreikt werden muss.

Sonntag, 23. Dezember 2018

Weihnachten 2018


Die aufgehende Sonne, deren Strahlen in den Wolken reflektieren, die markanten Münchner Domtürme und das Ordinariat, das unauffällig über die Maxburg herüber leuchtet - das alles bildet ein kräftiges Symbol für die Adventszeit und das folgende Weihnachtsfest.
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.(Jesaja 9,1)
Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Johannes 8,12)

In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern ein frohes Weihnachtfest, gute Erholung "zwischen den Jahren" und ein gesundes und glückliches Neues Jahr.
Kommt nun, lasst uns wandeln im Licht des HERRN! (Jesaja 2,5)

Freitag, 21. Dezember 2018

Kardinal Marx für mehr Gewaltenteilung in der Kirche

Mit einem "Paukenschlag" endet die Adventszeit im Erzbistum München und Freising. Wie Medien *) berichten, hat sich Kardinal Marx am Donnerstag bei seinem traditionellen Jahresabschlussgespräch im Münchner Presseclub massiv gegen den auch von uns immer wieder kritisierten "Klerikalismus in der Kirche" gewandt:
 
Kardinal Reinhard Marx sieht im Klerikalismus ein Hauptproblem für den Missbrauch – daher brauche es mehr Verantwortung für Laien.
...
Die Antwort der Geschichte auf solche Zustände sei die Kontrolle und Teilung von Macht.
 
Im Lärm um sexuellen Missbrauch durch Kleriker scheinen allerdings einige weitere Untertöne der Aussagen von Kardinal Marx fast unterzugehen. Dabei haben diese Aussagen noch bedeutend mehr "Sprengkraft". Katholisch.de zitiert Marx mit folgender Aussage:
 
Es geht nicht um Weihe, sondern um Kompetenz

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Ver.di begrüßt Fachkräfteoffensive - Gute Kitas brauchen gut ausgebildetes Personal in ausreichender Zahl:

 
 
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

inzwischen gibt es eine weitere Medieninformation vom 18.12.2018 der Kirchengewerkschaft im DGB:

ver.di begrüßt Fachkräfteoffensive - Gute Kitas brauchen gut ausgebildetes Personal in ausreichender Zahl:

Jetzt sind die Länder gefordert“ zur Kenntnisnahme und weiteren Verteilung.

Quelle:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/sozial-und-erziehungsdienst/++co++0be9276e-02b0-11e9-bc5f-525400afa9cc

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M e d i e n i n f o r m a t i o n

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundesvorstand www.verdi.de

ver.di begrüßt Fachkräfteoffensive - Gute Kitas brauchen gut ausgebildetes Personal in ausreichender Zahl: Jetzt sind die Länder gefordert

Berlin, 18.12.2018

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Initiative des Bundes-Familienministeriums, neben dem "Gute-KiTa-Gesetz" nun direkt auf den Fachkräftemangel im Kita-Bereich zu reagieren. Die heute durch Bundesministerin Franziska Giffey vorgestellte Fachkräfteoffensive zur Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, so die beiden ver.di-Bundesvorstandsmitglieder Wolfgang Pieper und Sylvia Bühler.

Ver.di zur KiTA - Fachkräfteoffensive des Bundes - BMFSFJ

 
 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Bundesfamilienministerin Giffey hat nun die Fachkräfteoffensive des Bundes vorgestellt.

Das Programm umfasst drei Säulen:

·        Praxisintegrierte-vergütete Ausbildung

·        Praxisanleitung

·        Aufstiegsbonus

 

 

Die Träger müssen beim BMFSFJ direkt die Förderung beantragen. Das Interessenbekundungsverfahren beginnt im Februar, dir Förderung im Herbst 2019. Die Fakten hat das BMFSFJ auf einem „Factsheet“ zusammengefasst.

Dienstag, 18. Dezember 2018

KiTAs: Länder müssen in Qualität investieren und Fachkräfte ausbilden

Wie die Tagesschau gestern berichtete, will Familienministerin Franziska über fünf Jahre hin 300 Millionen für Erzieher-Azubis ausgeben und damit das Personal der Einrichtungen fördern.
Das Geld soll dem Bericht zufolge unter anderem dazu verwendet werden, die Erzieherausbildung zu vergüten. Derzeit werden die ersten beiden Ausbildungsjahre im Erzieherberuf, die an einer Fachschule stattfinden, nicht bezahlt.

Die Funke-Zeitungen zitieren aus einer aktuellen Prognos-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, nach der bis zum Jahr 2025 in deutschen Kitas 191.000 Fachkräfte *) fehlen, bis zum Jahr 2030 sind es demnach 199.000. Der Studie zufolge ließen sich durch die Einführung einer Ausbildungsvergütung 50.000 zusätzliche Schulabgänger für eine Erzieherausbildung gewinnen.
Hintergrund ist ein schwelender Konflikt über die Verwendung der Mittel aus dem nun beschlossenen "Gute-Kita-Gesetz". Die Länder bestehen darauf, dass diese Mittel auch für die Beitragsfreiheit des KiTA-Besuches verwendet werden können.
Aus Sicht der Arbeitnehmer ist es dagegen schon aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels nötig, die Attraktivität des Berufes massiv zu verbessern.

Montag, 17. Dezember 2018

Stiftung Liebenau: In unserer Mitte – Der Mensch

So beginnt die Eigendarstellung auf der Website https://www.stiftung-liebenau.de/ der Stiftung Liebenau.
 
1870 initiiert, ist die Stiftung Liebenau eine kirchliche Stiftung privaten Rechts mit rund 40 Tochtergesellschaften, Beteiligungen verschiedener Art und mehrere selbstständige Stiftungen. Im Verbund mit der Stiftung Helios Leben im Alter (Goldach/Schweiz) und der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist (Kisslegg) sind wir tätig in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien, der Schweiz und der Slowakei.
 
Da passt es dann gar nicht, wenn die Stiftung Liebenau (die doch nach dem Europäischen Betriebsrätegesetz auch einen europäischen Betriebsrat haben müsste) mit einer Demonstration von Arbeitnehmern in die öffentlichen Medien gerät.
Genau das ist aber am Wochenende passiert:
 
Mitarbeiter-Demo der Stiftung Liebenau in Stuttgart Protest gegen kirchlichen Arbeitgeber
 
Verdi hatte am Samstag zu einer Demo vor der Bischofskirche St. Eberhard in Stuttgart aufgerufen. Der Grund:

Freitag, 14. Dezember 2018

Bundestag heute: "Gutes-KiTA-Gesetz" - ver.di: Kitas brauchen gute Arbeitsbedingungen

Der Bundestag entscheidet heute über das sogenannte "Gute-Kita-Gesetz", obwohl sich in einer öffentlichen Anhörung des Familienausschusses neun von zehn Sachverständigen gegen den Entwurf ausgesprochen *) hatten. Wenn die Abgeordneten sich mit Mehrheit dafür entscheiden, muss der Bundesrat noch zustimmen.

Kundgebung gegen den Ausstieg der Stiftung Liebenau aus der AVR Caritas, morgen, 15. Dezember 2018, 12:00 Uhr vor St. Eberhard, Bischofskirche in Stuttgart

Wir erinnern noch einmal an die für morgen geplante Kundgebung gegen den Ausstieg der Stiftung Liebenau aus dem kirchlichen Arbeitsvertragsrecht für einige ihrer Gesellschaften.

Zu der Kundgebung rufen gemeinsam auf:

  • Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes
  • Diözesane Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen Rottenburg-Stuttgart
  • Fachbereich Gesundheit und Wohlfahrt von ver.di Baden-Württemberg
Die Mitarbeiterseite der AK hat in einer ausführlichen Pressemitteilung Stellung bezogen:

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Gewinne statt Gemeinwohl

unter diesem Titel berichtete die Tagesschau gestern über den "Profit mit der Pflege". Als Leitgedanke wurde dem Bericht die folgende Aussage vorangestellt:
Jahrhundertelang war die Pflege Sache der Familie, der Kirchen, der Wohlfahrtsverbände. Inzwischen drängen internationale Kapitalanleger in den Markt. Auf Kosten der Pflegebedürftigen?

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Missbrauch: kfd ruft zur Klageandacht für Erneuerung der Kirche auf

heute
richten Hunderttausende Frauen Taschenlampen auf Kirchentüren. "Macht Licht an!", fordern die kfd-Mitglieder von den Bischöfen: Mit Gebeten und Forderungen wollen sie, dass endlich etwas Wirksames gegen den Missbrauch in der Kirche geschieht.
Quelle: Katholisch.de
Die kfd greift an einem Extrembeispiel des klerikalen Amtsmissbrauchs einen Punkt einer größeren Problemlage auf. Und sie stößt damit auf offene Türen. Zum 100-jährigen Jubiläum der kfd hat Kardinal Woelki im Festgottesdienst vom 1. Adventssonntag gepredigt:
"Wir brauchen die kfd!"

Die Gründung der kfd im Erzbistum Köln sowie die Erinnerung an die Einführung des Frauenwahlrechts seien ein Aufruf, „nicht locker zu lassen, Gleichberechtigung voranzutreiben, Demokratie zu fördern und zu schützen und die Welt, in der wir leben, aus dem christlichen Glauben heraus zu gestalten“. Auch heute bedürfe es wieder einer solchen Haltung wie der der Frauen von damals.

Tatsächlich steckt die katholische Kirche in einer massiven Vertrauenskrise, wie eine Umfrage vom Ende November des Jahres bestätigt hat (Quelle 1 und Quelle 2) *). Der Anlass der Umfrage - sexueller Missbrauch - dürfte allerdings nur das Symptom einer viel tieferen strukturellen Ursache sein. Solange unter den Schlagwörtern Gemeinschaft, Gehorsam, Lebenshingabe oder Kreuzesübernahme Druck zur Unterwerfung ausgeübt wird - wobei es am Ende darum geht, autoritäre Beziehungsstrukturen zu legitimieren - solange wird sich an dieser Vertrauenskrise auch nichts ändern.

Wir meinen: auch die Verweigerung der Kooperation mit Gewerkschaften ist Machtmissbrauch der Kirchen - und im Übrigen mit der katholischen Soziallehre und dem päpstlichen Lehramt nicht vereinbar.



*)
vgl. auch die am 28. November 2018 in der ZEIT veröffentlichten Zahlen zu Kirchenaustritten (ZEITmagazin Nr. 49/2018)

Montag, 10. Dezember 2018

Kirche, Gewerkschaft und Menschenrechte

Es sollte inzwischen unstrittig sein:
Die "im Rahmen der für alle geltenden Gesetze" auch in Deutschland geltenden Menschenrechte umfassen nach dem Artikel 8 des UN-Sozial­pak­tes und dem UN-Zivil­pakt (Artikel 22) auch das Koalitionsrecht und das Recht der Beschäftigten, ihre Interessen ggf. im Arbeitskampf zu vertreten - um mit einem Tarifvertrag dann auch wieder den Konflikt zu beenden.

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Hiobs ... bei der Caritas-Pensionskasse - "Schöne Bescherung" zu Nikolaus

Gerade zu Nikolaus melden diverse Medien *) Finanzprobleme bei kirchlichen Pensionskassen.
https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/finanzprobleme-bei-caritas-pensionskasse
Der Pensionskasse der Caritas und deren Schwesterunternehmen, die Kölner Pensionskasse **), sind in finanzielle Schieflage geraten. Die Kassen, die Betriebsrenten für bundesweit rund 55.000 Mitarbeiter von Caritas und anderen katholischen Einrichtungen organisieren, erfüllen nach Einschätzung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) derzeit bei der Kapitaldeckung nicht die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen.
Das Forum für die deutsche betriebliche Altersversorgung hat schon ein paar Tage vorher und mit deutlich mehr Informationen auf die wohl selbst verschuldete Problematik hingewiesen:

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Tarifflucht bei der Stiftung Liebenau - Aufruf zur Kundgebung am 15. Dezember 2018 in Stuttgart

Die Stiftung Liebenau hat für ihre Gesellschaften die Liebenau Leben im Alter, die Liebenau Dienste für Menschen und die Liebenau Therapeutische Einrichtungen beschlossen, die Bindung an die kirchliche Grundordnung aufzugeben.  Die bis 31.12.2018 befristete Befreiung von der Anwendung der kirchlichen Grundordnung soll offensichtlich auf Dauer gestellt werden.

Zu dem Komplex insgesamt:

Vertreter der Mitarbeiterseite der AK, Ver.di und die DiAG MAV Rottenburg-Stuttgart rufen nun zum Protest gegen die 

auf. 

Kommen Sie zu unserer Kundgebung am 15.12.18 um 12:00 Uhr vor St. Eberhard, der Bischofskirche in Stuttgart, Königsstraße 7A!

Dienstag, 4. Dezember 2018

Infopost Altenpflege Nr. 10 - Dezember 2018

Die Infopost Altenpflege Nr. 10 ist soeben erschienen. die komplette Ausgabe gibt es hier:


Auch dieses Mal gibt es Informationen und Berichte zu ver.di-Aktionen und zu aktuellen gewerkschaftlichen Themen in der Altenpflege.
  • Wie geht es voran mit einem flächendeckend erstreckten Tarifvertrag für die Altenpflege?
  • Wie schätzen Beschäftigte ihre Arbeitsbedingungen in der Altenpflege ein?
  • Wie ist der ver.di-Aktionstag Altenpflege gelaufen?
Ältere Ausgaben gibt es hier:

Montag, 3. Dezember 2018

Tarifverhandlungen bei der Diakonie Niedersachsen

Bei der Diakonie Niedersachsen beginnen im Dezember die Tarifverhandlungen. 

Die wichtigsten Forderungen sind:
  •  6% Entgelterhöhung, mindestens 200 Euro (bei 12 Monaten Laufzeit)
  • 100 Euro mehr für Auszubildende und 30 Tage Urlaub
  • Aufwertung der Altenpflege durch Abschaffung der gesonderten Altenpflegetabelle
  • Begrenzung der Anzahl von Bereitschafts- und Rufbereitschaftsdiensten
  • Zwei zusätzliche freie Tage für Gewerkschaftsmitglieder
Tarifverhandlungen und Tarifverträge sind natürlich auch bei kirchlichen Wohlfahrtsverbänden möglich. Man muss es nur wollen! 

Soli- und Unterstützungsbotschaften sind willkommen!

Sonntag, 2. Dezember 2018

Sonntagsnotizen - Gedanken zu Beginn des Kirchenjahres

„Zu Missbrauch Nein sagen heißt zu Klerikalismus Nein sagen“
mit dieser Aussage von Papst Franzikus beginnt RADIO VATIKAN heute einen bemerkenswerten Blogbeitrag.