Donnerstag, 10. Dezember 2015

AK Caritas übernimmt Tarifergebnis im Sozial- und Erziehungsdienst. Und zwar zeitverzögert...

Die Bundeskommission der Arbeitsrechtlichen Kommission hat heute in Mainz beschlossen, das Ergebnis der Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst für den Bereich der Caritas zu übernehmen.
Der Beschluss sieht vor, dass die Tarifergebnisse mit einer halbjährigen Verzögerung auf die Regelungen in der Anlage 33 der AVR Caritas übertragen werden, wobei die Adaption aufgrund des Sachverhalts, dass  zahlreiche Bestimmungen und Formulierungen von denen des TVöD abweichen, nicht ganz einfach gestaltet ist.
Ziel des Bundeskommissionsbeschlusses ist aber, den ersten Schritt der Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes in der Tarifrunde 2015 auch für die Caritas zu realisieren.

Weitere Infos: akmas.de

(weitere Infos: Presseinfo der Mitarbeiterseite der AK, nebenstehendes SuE-Tarifinfo der Mitarbeiterseite der AK Nr. 11Presseinfo der Dienstgeberseite)

Die Beschlüsse bedürfen, soweit sie die Höhe der Vergütungen betreffen, zu ihrer Wirksamkeit, der regionalen Umsetzung. Mögliche Termine sind, soweit sie von uns in Erfahrung zu bringen waren, rechts in unserem kleine RK-Kalender angezeigt. Hier sind sie auch nochmal:

Die RK Bawü und die RK Mitte tagen dem SuE zufolge noch vor Weihnachten; die weiteren Termine (soweit bekannt) sind:
  • 13.-14.01.2015 RK NRW und RK Bayern
  • 19.-21.01.2015 RK Bawü
  • 26.-28.01.2015 RK Ost
  • 08.-09.02.2015 RK Nord
Die Dienstgeberseite verbucht die gegenüber dem TVöD um ein halbes Jahr verzögerte Erhöhung "als Erfolg". Die Aufforderung im (oben verlinkten) Dienstgeberbrief - "Die Regionen müssen bei diesem Abschluss ihren Spielraum unbedingt nutzen." - ist wohl nicht als Erwartung gemeint, die Bandbreite nach oben auszutesten.
Interessant ist die Frage ja schon, wo die Probleme der Caritas liegen, den Tarifabschluss SuE eins zu eins und zeitgleich zu übernehmen. Rückwirkende Beschlüsse des TVöD müssen auch dessen Anwender verkraften und solche rückwirkenden Beschlüsse sind bei Tarifrunden auch nichts ungewöhnliches. Den Dienstgebern der Caritas scheint es gelungen zu sein, mit diesem Argument die Mitarbeiterseite tatsächlich zu überzeugen?

Beschlusstext

Kommentare:

  1. Rolf Cleophas, Pressesprecher ak.mas11. Dezember 2015 um 09:20

    Zur Ergänzung: Die Regionalkommission (RK) Baden-Württemberg trifft sich bereits heute zu einer Sondersitzung, die RK Mitte am 17.12.

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  2. Eine 1 zu 1 Übernahme des Originals TVöd SuE wie im Verfasst kirchlichen Bereich bei den Bistümern mit Tarifautomatik ist selbst auf Bundesebene ohne direkte Auswirkung auf die Gehälter ist nicht gelungen. Jetzt können sich Caritasbeschäftigte wieder ausrechnen was ihnen der 3. Weg auf Bundesebene wert ist. Mal sehen ob es die Regionalkommissionen dies ausgleichen.

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  3. Die AK NRW tagt heute, mal gespannt über das Ergebnis.
    Jetzt ist aber schon klar, dass es keine rückwirkende Zahlungen geben wird.
    Das kennen wir ja schon zu gut.

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  4. Bayern und NRW haben heute auch beschlossen - natürlich zeitverzögert
    http://caritas-verdi.blogspot.de/

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