Dienstag, 23. Juni 2015

Einigungsempfehlung Schlichtung im Tarifstreit Sozial- und Erziehungsdienst

Die Schlichter Georg Milbradt und Herbert Schmalstieg legten gestern in Bad Brückenau ein gemeinsames Schlichtungsergebnis vor.

Wir dokumentieren eine erste Bewertung auf den Seiten von ver.di:
Soziale Berufe: Ein Schritt in die richtige Richtung
23. Juni 2015 – Nach wochenlangen Streiks der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gibt es jetzt einen Schlichterspruch. „Es wurden für alle Beschäftigtengruppen Verbesserungen erreicht“, heißt es in einer ersten Stellungnahme der ver.di-Vertreter/innen in der Schlichtungskommission. Besonders im Bereich der Behindertenhilfe seien erste Schritte zur Aufwertung in diesem wichtigen Feld vorgeschlagen worden. Im Erziehungsdienst gebe es Verbesserungen für Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen, auch wenn nicht alle Ziele erreicht werden konnten.
Deutlich gestärkt würden die Leitungen und ihre Stellvertretungen sowohl in Kitas als auch in der Behindertenhilfe und in anderen Betreuungseinrichtungen. „Bei den Sozialarbeitern konnten wir angesichts der harten Haltung der Arbeitgeber nur geringfügige Verbesserungen, und auch nur für einen Teil der Beschäftigten, erreichen“, steht in der Stellungnahme. Die generelle und überfällige Aufwertung des gesamten Berufsfeldes sei noch nicht erreicht worden und bleibe für ver.di weiter ein zentrales gesellschaftliches und tarifpolitisches Ziel. „Aber das Ergebnis ist nach 2009 ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so das Fazit in der ersten Stellungnahme.
ver.di wird die Schlichtungsempfehlung am morgigen Mittwoch, 24. Juni 2015, mit den Vertreterinnen und Vertretern aus den Streikbetrieben im Rahmen der dritten bundesweiten Streikdelegiertenkonferenz in Frankfurt am Main beraten. Die Streikdelegiertenkonferenz wird dann eine Empfehlung für die Bundestarifkommission abgeben. Im Anschluss an die Konferenz werden die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) morgen Abend wieder aufgenommen werden. Für diese Verhandlungen ist auch der Donnerstag, 25. Juni, vorgesehen. Für Freitag, 26. Juni, ist die Bundestarifkommission von ver.di zur Beschlussfassung eingeladen.
Einigungsempfehlung der Schlichter im Sozial- und Erziehungsdienst als pdf

Kommentare:

  1. klingt ja alles nach einer vernünftigen Verhandlungsbasis auch wenn nicht alles perfekt ist.
    Was ist damit, dass es noch immer keine richtige Eingruppierung für Gruppenleiter in der Behindertenhilfe Wohnbereich gibt? Und man da schonmal mehr Mitarbeiter unter sich hat als eine Kiga Leitung einer kleinen Einrichtung.
    Oder hab ich da was über lesen? Is schon seit Jahren Thema...

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    1. ohne Gewähr:
      1.
      Gruppenleitungen in Werkstätten für Behinderte (ohne Meisterqualifikation) werden von S 5 nach S 7 mit Zuwächsen von durchschnittlich 4,01 % (zwischen 39 und 151 Euro monatlich) höhergruppiert
      2.
      Gruppenleitungen in Werkstätten für Behinderte mit Meisterqualifikation (S 8) werden in eine neue Entgeltgruppe S 8b mit Zuwächsen von durchschnittlich 3,69 % (zwischen 53 und 352 Euro monatlich) höhergruppiert; die verlängerten Stufenlaufzeiten in der Stufe 4 werden von 6 auf 4 Jahre, in der Stufe 5 von 10 auf 8 Jahre verkürzt.

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    2. Ja, Werkstatt nicht Wohnheim :(
      Aber vielen lieben Dank für die schnelle Antwort.

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