Dienstag, 11. August 2015

Interview mit Karl Brenke (DIW) über die momentane Lage im Kita-Streik

Auf youtube gibt es ein anregendes Phönix-Studiogespräch mit Karl Brenke (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) über die momentane Lage zum Kita-Streik (das Gespräch ist vom 10. August 2015)


Nachtrag 12.8.2015: bei www.soziale-berufe-aufwerten.de gibt es eine Zusammenfassung, die wir hier dokumentieren:


„AUFWERTUNG IST POLITISCH SINNVOLL.“
Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung betont die Relevanz der Forderung nach Aufwertung im Sozial- und Erziehungsdienst.



In einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix hat Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung eindringlich beschrieben, wie wichtig die Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst für Deutschland ist. Der Arbeitsmarktexperte betont, dass die Forderung nach Aufwertung im Sozial- und Erziehungsdienst „keine normale Lohnverhandlung“ sei. Die Berufe seien unzweifelhaft unterbewertet.

Gleichzeitig sei die frühkindliche Bildung ein immer wichtigeres Thema in Deutschland: „Die Bundeskanzlerin hat die ‚Bildungsrepublik’ ausgerufen“, so Brenke. „Wenn man das ernst nimmt, muss man gerade an der frühkindlichen Erziehung ansetzen und da brauchen wir hochqualifizierte Arbeitskräfte. Die Arbeitskräfte werde in Zukunft knapper, auch deshalb muss man muss die Berufe aufwerten.“ Die Forderungen der Gewerkschaftsmitglieder sind  seiner Meinung nach berechtigt.

Der Experte verweist zudem darauf, dass man Bildungspolitik weiter denken müsse und dabei „gerade bei der frühkindlichen Bildung anfangen“ müsse. Die Kommunen sollten seiner Meinung nach finanziell entlastet werden, aber „sie jammern auch immer gerne“, während die Mittel angesichts der aktuellen Konjunktur „auch nicht ganz knapp“ seien.


Karl Brenke bewertet die Ablehnung des Schlichterspruchs durch die ver.di-Mitglieder als berechtigt und aus bildungspolitischer Sicht sinnvoll. Nun sei der Bund gefragt, mehr für die Bildung in Deutschland zu tun. Die Aufwertung des Erziehungsbereichs sei bildungspolitisch sinnvoll. Die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst müssen auch höher bezahlt werden, um sie imagemäßig aufzuwerten. Auch für den Alltag beispielsweise in den Kitas könnte das direkte Verbesserungen bedeuten: „Mit besserer Bezahlung wird der Beruf attraktiver, sodass sich mehr Menschen dafür interessieren und zum Beispiel die Gruppengrößen verkleinert werden können.“

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