Donnerstag, 13. August 2015

Claus Fussek zur zweiten Stufe der Pflegeversicherung im Deutschlandfunk: "Die Gesellschaft verdrängt das Pflegeproblem"

In einem interessanten und anregenden Interview im Deutschlandfunk setzt sich Claus Fussek kritisch mit der zweiten Stufe der Reform der Pflegeversicherung auseinander; er stellt fest, die Einführung bringe nichts weiter als "kosmetische Verbesserungen"; er appelliert an Angehörige und Pflegepersonal, sich endlich zu organisieren und Druck zu machen.

Wir können das für den Aspekt der uns betrifft, nämlich die Beschäftigten nur unterstreichen: ohne dass die Beschäftigten die Verantwortung für ihre Arbeitsbedingungen und -vergütungen auch arbeitgeberübergreifend in den dafür vorgesehenen und zuständigen Organisationen, nämlich den Gewerkschaften, übernehmen werden die Verbesserungen kosmetisch bleiben.
"Der Politik" kann man Verantwortung und Zuständigkeit für warme Worte und Finanzierungsfragen überlassen; wo es um Tarife geht, sind die Gewerkschaften zuständig. (Das sagen übrigens auch die Politiker, Erzbischöfe und Kardinäle, wenns eng wird).

Noch ein Terminhinweis zum Thema: die Katholische Akademie/Domschule Würzburg veranstaltet am 9. September 2015, 10:00 Uhr bis 12:15 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema


Menschenwürdige Pflege - Herausforderung für Politik und Kirche

in Zusammenarbeit mit der Internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik im Rahmen des Kongresses „ Alter und Altern – Herausforderungen für die theologische Ethik“

Nach demografischen Prognosen wird die Zahl Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren stark zunehmen. Die Gewährleistung einer menschenwürdigen Pflege zählt daher zu den zentralen Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft. Doch was sind die Kriterien einer menschenwürdigen Pflege? Welche Maßnahmen sind konkret notwendig, um menschenwürdige Pflege zu gewährleisten? Wie können diese organisiert und finanziert werden? Welche Aufgabe kommt diesbezüglich der Kirche zu?

Wo? Burkardushaus Würzburg,  Am Bruderhof 1, 97070 Würzburg - Eintritt frei

Als Referenten sind angekündigt:

  • Prof. Dr. Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbands der Erzdiözese Würzburg
  • Wolfgang Zöller, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages und 2009 bis 2013 Pflegebeauftragter der Bundesregierung
  • Dr. Bernd Uhl, Weihbischof der Erzdiözese Freiburg und stv. Vorsitzender der Caritas-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz
  • Claus Fussek, Sozialpädagoge, Buchautor, Pflegekritiker
  • Moderation: Prof. Dr. Gerhard Kruip, Professor für christliche Anthropologie und Sozialethik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz




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