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Freitag, 6. Oktober 2017

Aufruf zur Solidarität Charité auf saarländisch heißt Ottweiler

Aufruf zur Solidarität
Charité auf saarländisch heißt Ottweiler
Demo am 11.10.17

Diese Auseinandersetzung hat aber für das ganze Land eine große Bedeutung. Ohne die Einbeziehung der kirchlichen Träger wird es keine Entlastung in den Krankenhäusern geben. Wenn ver.di Entlastungstarifverträge nur in den kommunalen Häusern erreichen würde, würde dies unter den aktuellen Finanzierungsbedingungen das Aus für die kommunalen Häuser bedeuten.

Die Situation ist nicht nur in Ottweiler unerträglich. Im September haben überall in Deutschland Aktionen und Streiks für mehr Personal stattgefunden. Auch an der Charité wurde erneut gestreikt und wird jetzt erneut verhandelt. Überall erwarten wir, dass man mit uns über Entlastung verhandelt. Wir wollen nicht durch unsere Arbeit selbst krank werden. So der Tenor in den Krankenhäusern in Deutschland. So auch der Tenor in Ottweiler.

Nun wird seitens der Marienhaus Unternehmensgruppe behauptet, „dass Streiks in caritativen Einrichtungen … grundsätzlich unzulässig“ seien. Das ist so nicht richtig.

Montag, 2. Oktober 2017

Aufruf der ver.di Betriebsgruppe im Marienkrankenhaus Ottweiler: "Wir fordern: Verhandlungen über Entlastung jetzt!"

In Ottenweiler demonstrieren am 11. Oktober 2017 um 16:30 Kolleginnen und Kollegen des
Marienkrankenhauses Ottweiler zusammen mit (hoffentlich zahlreichen) Unterstützern im Rahmen der Kampagne
Auch Bundesfachbereichsleiterin und Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes Sylvia Bühler kommt nach Ottweiler.

Wir dokumentieren den Brief der  ver.di Betriebsgruppe im Marienkrankenhaus Ottweiler:
„Wir fordern: Verhandlungen über Entlastung jetzt!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
Die Arbeitsbelastung im Klinikalltag ist nicht länger hinnehmbar. Seit Anfang des Jahres haben wir deutlich vernehmbar das ausgesprochen, was sowieso alle wissen: wir brauchen mehr Personal. Wir haben demonstriert, eine aktive Mittagspause gemacht, Briefe an den Bischof geschrieben und vieles mehr. Verändert hat sich bisher nichts. Der Arbeitsalltag und die im Leitbild festgehaltenen Werte stehen im offenen Widerspruch.Dieser Ruf nach Entlastung ist eine Reaktion auf die von der Marienhaus-Geschäftsführung einseitig abgebrochenen Entlastungs-Gespräche mit ver.di. Jede und jeder von uns ist es Wert, unter guten Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Jede Patientin und jeder Patient verdient eine würdevolle und menschliche Pflege. Es ist jedem bewusst, dass es in einem Krankenhaus Zeiten gibt, in denen die Arbeitsbelastung besonders hoch ist. Doch so wie jetzt wird Stress zum Dauerzustand. Resignation, gefährliche Pflege und vielfältige Gefährdung unserer Gesundheit sind die Folge.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Marienhausklinik Ottweiler: Petition zu Versuchen, Kolleginnen und Kollegen einzuschüchtern

 Morgen, am 11.10. streiken Pflegekräfte der katholischen Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen.

Gegen Versuche,  den Streik im Vorfeld zu unterbinden und die Kolleginnen und Kollegen einzuschüchtern, richtet sich eine Petition auf

Weact/Comapt

(Die Petition bietet eine einfache Möglichkeit, auch aus der Ferne Solidarität zu üben!)

Wir dokumentieren den offenen Brief, in dem die Kolleginnen und Kollegen ihre Entscheidung bezgründen,  zu streiken:
Ja, wir werden streiken. Für mehr Personal. Für Arbeitsbedingungen, die es uns ermöglichen, diesen Beruf auch in den nächsten Jahren noch mit Freude auszuüben. Für eine menschenwürdige Pflege, in der ausreichend Zeit bleibt für die Patientinnen und Patienten. Für ein Gesundheitssystem bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das Geld.

Montag, 24. Februar 2020

Ottweiler: katholische Saar-Klinik Marienhaus vor der Schließung

berichten örtliche Medien:
Die Zeitung habe "zuverlässige Informationen" zum Aus der Krankenhauses. Der Träger wollte die Pläne nicht kommentieren. Neben den medizinischen Abteilungen sollen auch alle Mitarbeiter nach St. Wendel wechseln.
Offensichtlich in einer "Nacht- und Nebelaktion" hat die Geschäftsleitung der Einrichtung die Weichen gestellt. Wer dann noch Einwände oder Änderungen einbringen will, sieht sich erfahrungsgemäß der "gefestigten Meinung" der Geschäftsleitung gegenüber. Die hat nur noch Interesse, die eigenen Entscheidung durchzusetzen und empfindet jede andere Meinung zumindest als störend.
Ver.di setzt sich für den Erhalt des kirchlichen Krankenhauses ein und kritisiert die Schließungspläne scharf. Der ver.di-Pflegebeauftragte Michael Quetting nannte diese Schreckensmeldung
"einen weiteren Beleg dafür, dass die Marienhausholding mit ihrer derzeitigen Leitung nicht in der Lage ist, zur Gesundheitsversorgung beizutragen. Fern jeglicher gesundheitspolitischen Verantwortung werden unter Leitung des Generalbevollmächtigten Thomas Wolfram dieses christlichen Konzerns mit knapp 14.000 Beschäftigten ohne Information der Beschäftigten, der Planungsbehörden und der Öffentlichkeit marktradikale Tatsachen geschaffen.
Ob in Wadern, Dillingen, St. Goar oder Oberwesel - die Schließung der Krankenhäuser erfolgt nach einer Logik des Geldes und der Anarchie. Der von der Landesregierung aufgestellte Krankenhausplan gilt da gar nichts mehr *). Letztlich lösbar ist das Problem nur, wenn die Finanzierungsgrundlagen geändert werden und die Krankenhäuser in öffentlicher Hand geführt werden."
und weiter:
"Nicht der Ökonom Wolfram, der früher bei Asklepios wirkte, hat die Lösung für die 365 Kolleginnen und Kollegen in Ottweiler, wir verlangen, dass sich endlich mit dem ver.di-Konzept auseinandergesetzt wird," .... Transparenz sei dabei die Grundvoraussetzung, für Ottweiler sei als Zwischenlösung eine Kommunalisierung sinnvoll. Die Flucht aus der Verantwortung habe auch in Neunkirchen selbst zur Folge gehabt, dass man dort auf einen weiteren Träger gestoßen sei, der nicht in der Lage sein, das Krankenhaus am Leben zu erhalten.
Wir haben hier im Blog regelmäßig auf die desaströsen Folgen hingewiesen, die durch die Kostenkonkurrenz (Der "Markt wird's schon richten") für die Beschäftigten, die Patienten und letztlich auch für die Krankenhausträger entsteht.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Saarbrücker Zeitung zu Marienhausklinik Ottweiler: "Aufregung vor der großen Premiere"

Die Saarbrücker Zeitung befaßt sich in einem weiteren Beitrag mit dem geplanten Streik in der Marienhausklinik Ottweiler:

Aufregung vor der großen PremiereAuch an der Berliner Charité hat Verdi mit Streiks Druck auf den Arbeitgeber gemacht. Bundesweit will die Gewerkschaft an mehreren Krankenhäusern auf diese Art und Weise bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen. Besonderheit im Saarland: Hier soll ein kirchliches Krankenhaus bestreikt werden. 
 
Ottweiler. Morgen soll ein katholisches Krankenhaus bestreikt werden – ein Novum. Auch die Bundespolitik ist interessiert.
Der Streik von Beschäftigten der Marienhausklinik...[mehr..]


Bundesweit sind Kolleginnen und Kollegen der Krankenhäuser Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, Klinikum Augsburg, Städt. Klinikum Frankfurt Höchst, Universitätsklinikum Düsseldorf und Universitätsklinikum Gießen und Marburg heute in einen 48stündigen Streik getreten.
Konkret fordern die Klinikbeschäftigten die Festlegung einer Mindestpersonalausstattung im Tarifvertrag sowie Regelungen zum Belastungsausgleich, falls die tarifvertraglichen Vorgaben nicht eingehalten werden. Zudem will die Gewerkschaft die Ausbildungsqualität verbessern, beispielsweise durch die Freistellung von Ausbilder/innen für die Zeit der praktischen Anleitung von Auszubildenden. Es müsse ausgeschlossen werden, dass Auszubildende für die Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden.

Morgen werden auch die Beschäftigten der Marienhausklinik Ottweiler dazustehen!

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ottweiler - Um Gottes Willen: Entlastung jetzt

unter diesem Titel berichtet ver.di Saar-Trier über den Streik am Marienkrankenhaus
Erstmals hat am 11.10.17 auch das Pflegepersonal eines katholischen Krankenhauses, des Marienhausklinikums in Ottweiler, gestreikt.

Die Streikenden machten deutlich, dass die Überlastung des Krankenhauspersonals auch in Häusern unter kirchlicher Trägerschaft kein Deut besser ist, als in anderen deutschen Kliniken. Das war ein beeindruckender Tag in der saarländischen Kleinstadt Ottweiler. Solidarität wurde an diesem Tag großgeschrieben. Es war auch ein historisches Ereignis. Gestaltet von den Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern des Marienhausklinikums Ottweiler. Wir zeigen hier einen kurzen Film von verdi.TV, der Euch einen Eindruck vermittelt:

Donnerstag, 30. April 2020

Marienhausklinik Ottweiler wird vorzeitig geschlossen

berichtet der Saarländische Rundfunk:

Marienhausklinik Ottweiler schließt früher
Der Umzug, der eigentlich erst zum Ende des kommenden Jahres erfolgen sollte, sei durch die Umstände während der Corona-Krise beschleunigt worden.

Viele Abteilungen bereits verlegt

So sei die Marienhausklinik Ottweiler als Corona-Standort ausgewiesen worden und die Abteilungen Gefäßchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie bereits Ende März nach St. Wendel umgezogen. Bis Ende des Jahres sei es auch möglich, die Kardiologie nach St. Wendel zu verlegen. Hierfür müsse man noch Platz für das Herzkatheterlabor schaffen.
Der coronabedingte Umzug der Marienhausklinik nach St. Wendel war bereits von der CDU kritisiert worden, weil man befürchtete, dass die Marienhaus GmbH das nutzen würden, um den Standort Ottweiler früher zu schließen. Man warf dem Träger vor, den Umzug so auch noch kostengünstig über das THW abzuwickeln.
... 

Hier zeigt sich wieder einmal, dass betriebswirtschaftliches Kalkül vor dem Versorgungsauftrag des Sozialstaates (Anspruch auf umfassenden Schutz der Gesundheit) gestellt wird. Wir sind der Meinung, dass Krankenhäuser zur Daseinsvorsorge gehören. Dies zu organisieren muss Aufgabe der öffentlichen Hand sein. Da müssen Kommunal- oder Kreispolitiker in die Verantwortung

Donnerstag, 5. Oktober 2017

KAB- Landesbezirk Saar: Solidarität mit dem Personal der Marienhausklinik Ottweiler


Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) - Landesbezirk Saar ruft dazu auf, sich an der ver.di-Demonstration für mehr Pflegepersonal sowie gerechte und faire Arbeitsbedingungen zu beteiligen.
Diese startet am Mittwoch, 11. Oktober um 16.30 an der Marienhausklinik in Ottweiler.
Im Aufruf der KAB heißt es: „Wir unterstützen die Bemühungen, eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Pflegebereich für die MitarbeiterInnen zu erreichen!“ Die katholische Arbeitnehmerbewegung hält den von ver.di und kirchlichen Mitarbeitervertretungen (MAV) in der Pflege initiierten Saarbrücker Appell „Aufstehen für die Pflege“ nach wie vor für
notwendig. Sie solidarisiert sich aktuell besonders mit den Beschäftigten der Marienhausklinik Ottweiler, sowie den VertreterInnen in der MAV.

KAB Trier 4. Oktober 2017 - Aufruf: Aufstehn für die Pflege

siehe auch: Aufruf der Ver.di-Betriebsgruppe

Mittwoch, 25. Oktober 2017

"Entlastung" als Thema am Sonntag in den Tagesthemen: mit Bildern und Interviews aus Ottweiler!

"Mehr Personal im Krankenhaus" war am Sonntag Thema in den Tagesthemen: Tim Umhofer vom Marienhaus Ottweiler spricht. Sylvia Bühler spricht. Streikbilder aus Ottweiler.

Gibt es alles noch in der Mediathek:

Pflege als Koalititonsthema: Positionen und Streitpunkte

Dienstag, 13. Oktober 2020

Marienhaus-Gruppe: Wie ein katholischer Krankenhausbetreiber seine Kliniken kaputtspart

Unter dieser Überschrift widmet sich das (sicher nicht gewerkschaftsnahe) HANDELSBLATT der Marienhaus-Gruppe im Bistum Trier:
Im Bistum Trier nutzt die Marienhaus-Gruppe die Coronakrise, um sich zu sanieren. Zu leiden haben offenbar Patienten und Personal – trotz gefüllter Kassen.

Düsseldorf Die Hilferufe waren laut und deutlich, sie kamen aus Kliniken in St. Wendel, Ottweiler und Kohlhof. „Ich gehe heute mal wieder arbeiten mit Bauchweh (...) hab' das Gefühl, ich mache da bei diesem Verbrechen mit“, textete ein anonymer Absender im Mai. Ein anderer schrieb: „Seit Jahren wird die Belegschaft (…) geknechtet, wo es nur geht.“ Ein Dritter berichtete von einem „Massenandrang“ der Patienten, „psychisch kaum mehr auszuhalten“. ...

Es herrsche ein Klima der Angst in dem Klinikunternehmen, heißt es immer wieder. Berichtet wird von Arbeitsbedingungen, die das Wohl von Personal und Patienten beeinträchtigen, von einem harten Sanierungskurs und einem ausgedünnten Dienstplan, der sich den coronabedingt veränderten Pflegeschlüssel zunutze macht. Um die Vorgänge bei Marienhaus aufzuklären, wurde dem saarländischen Pflegebeauftragten Jürgen Bender im Mai Akteneinsicht gewährt. Sein abschließender Bericht ist noch nicht veröffentlicht. Ein Fragenkatalog, der dem Handelsblatt vorliegt, deutet jedoch auf massiven internen Druck der Geschäftsleitung, auf unzumutbare Dienstpläne und auf einen laxen Umgang mit dem Coronaschutz von Mitarbeitern hin.
...
Gespräche des Handelsblatts mit Mitarbeitern zeigen zudem, dass die eingeschränkte Pflege offenbar in einigen Häusern weiterging. Von den schlechten Arbeitsbedingungen berichtet eine Pflegerin aus St. Wendel. Sie und viele Kollegen, auch in Ottweiler, hätten sich zwischenzeitlich krankmelden müssen. „Man sieht die Menschen da liegen und leiden. Das war nicht mehr verantwortbar.“ Marienhaus dagegen spricht von „Kommunikationsproblemen“ an einigen Standorten.

Unter welchem Druck die Mitarbeiter bei Marienhaus standen, deutet auch der Fragenkatalog des Pflegebeauftragten Bender an. Dort heißt es unter anderem: „Was hat es mit der Anordnung auf sich, dass eine Intensivstation nur mit 4:1 zu besetzen sei, egal, welches Krankheitsbild vorliege? Wer zwingt wen in welcher Weise dazu, Patienten zu vernachlässigen? Wer droht, wenn man sich dem widersetzt, mit Abmahnung?“

Können Nächstenliebe und Sanierung nicht Hand in Hand gehen? Die finanzielle Situation der Marienhaus-Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. 2017 schrieb sie einen Bilanzverlust von knapp sieben Millionen Euro. 2019 rechnet man dank der Zusammenarbeit der Geschäftsführung mit Wolfram sowie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young nun mit einem Überschuss von zwölf Millionen Euro.

Auch beim Bistum Trier sind die Mittel da: 2019 nahm es mehr als 332 Millionen Euro Kirchensteuer ein. In der letzten einsehbaren Bilanz von 2017 ist das Vermögen der Kircheneinrichtung mit 900 Millionen Euro ausgewiesen. Warum sie nicht für die Bewältigung der Krise ausreichen, wollte das Bistum nicht erklären. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wollte sich auf Anfrage „nicht zu laufenden Vorgängen“ äußern.

Gleichzeitig geht der wirtschaftliche Aufwärtstrend von Marienhaus mit vielen Schließungen einher. Noch 2018 hatte der Träger für den Krankenhausstandort in Losheim eine Bestandsgarantie bis 2022 abgegeben – kassierte dafür 5,8 Millionen Euro öffentliche Fördergelder aus einem Krankenhausstrukturfonds. Doch seit September heißt es von Marienhaus, der Standort müsse aus der Notfallversorgung ausscheiden, stattdessen werde er in ein „altersmedizinisches Zentrum umgewandelt“.
...
Interne Finanzflüsse

Losheim ist der bisherige Höhepunkt in einer Reihe von geschlossenen Krankenhäusern der Marienhaus-Gruppe. Schon 2017 schlossen die Häuser in Wadern und Flörsheim, 2019 in Dillingen. Nach Angaben des Unternehmens stehen die Loreley-Kliniken in den rheinland-pfälzischen Gemeinden St. Goar und Oberwesel ebenso auf der Streichliste wie das saarländische Klinikum Ottweiler. Marienhaus gibt an, die Krankenhäuser hätten keine Perspektive und begründet das mit den politisch veränderten Rahmenbedingungen.

Die Bilanzen der Unternehmensgruppe zeigen, dass aber auch interne Faktoren eine Rolle spielen. Die Kliniken müssen nämlich gleichzeitig Gelder an die Kirche abführen, ein Grund ist die Altersvorsorge der Ordensschwestern bis 2031. Einst hatten sie die Marienhaus-Stiftung gegründet.

Für die weniger als 200 noch lebenden Franziskanerinnen sind in der Bilanz zwischen 2,1 und 2,7 Millionen Euro jährlich vermerkt. 2014 zog die Holding zudem einen Betrag von 21 Millionen Euro aus der Kliniksparte ab, zur „unternehmensinternen Kapitalkonsolidierung“, wie es heißt.
...
Wir stellen unsere Sonntagsnotizen - zu "Fratelli tutti" - von letzter Woche gegenüber.


Weitere Blogbeiträge zur Marienhausgruppe - z.B.:
Sonntag, 21. Juni 2020 Sonntagsnotizen - Marienhaus GmbH: uneigennützig und caritativ?
Mittwoch, 30. Dezember 2015 Katholisch - evangelisch - ökumenisch - ökonomisch
Wie war das doch gleich wieder mit den kirchlichen Krankenhäusern?
Sie sind caritativ, also uneigennützig und ohne die Absicht der Gewinnerzielung tätig. Caritas sei nämlich eine "Wesensäußerung" der Kirche. Und deshalb sei der Staat verpflichtet, den Kirchen weitestgehende Freiheiten bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten zu lassen.

Aber was ist, wenn die Kirchen diese Freiheiten nutzen, um mit ihren Einrichtungen möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften? Ist das dann immer noch christlich fundierte "Wesensäußerung der katholischen Kirche"?
Und lässt sich aus dem Subsidiaritätsgrundsatz nicht auch eine Verpflichtung zum Gemeinwohl ableiten?

Wer wie ein privater, rein auf Gewinn orientierter Konzern agiert, der muss sich auch gefallen lassen, dass er wie ein rein auf Gewinn orientierter Konzern behandelt wird.

Montag, 23. Oktober 2017

Ottweiler macht weiter für Entlastung: Auf zum Bischof nach Trier

Streik am 25. Oktober 2017

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten des Marienhauses Ottweiler erneut für kommenden Mittwoch, 25.10.2017, in den Streik. Da die Marienhausklinik immer noch nicht bereit ist, Verhandlungen mit ver.di über Entlastung aufzunehmen, streiken die Pflegekräfte von Ottweiler erneut im Rahmen einer deutschlandweiten Streikwelle.

Wie die Gewerkschaft mitteilt, beabsichtige man nach Trier zum Bischof zu fahren, um mit ihm in einer Audienz die Fragen des Pflegenotstandes zu beraten. Im Frühjahr hatten sich beschäftigte in 14 persönlichen Briefen an den Bischof Stephan Ackermann gewandt. Landesleiter Michael Blug und Fachbereichsleiter Frank Hutmacher haben in einem Schreiben an den Trier Bischof eine Abordnung des Pflegepersonals angekündigt.

mehr: http://saar-trier.verdi.de


Montag, 9. Oktober 2017

Kirchenappell Pflege: Solidarität mit der Ver.di-Betriebsgruppe Marienhausklinik Ottweiler.


solidarisieren sich zahlreiche Aktive und Amtsträger der katholischen und evangelischen Kirchen (Pfarrer, Diakone,Gemeindereferenten, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Theologinnen und Theologen, Mitglieder von kirchlichen Verbänden) mit den Forderungen der Kolleginnen und Kollegen der Marienhausklinik Ottweiler

7. Oktober 2017
Liebe Pflegerinnen und Pfleger in den Marienhauskliniken,
wir als Aktive und Amtsträger der katholischen und evangelischen Kirchen (Pfarrer, Diakone,Gemeindereferenten, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Theologinnen und Theologen, Mitglieder von kirchlichen Verbänden) sind geleitet von den christlichen Werten der Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Sonntagsnotizen: Marienhausklinik Ottweiler zum Streik gerufen

 Man kann auf Entlastung hoffen und man kann dafür kämpfen:

Die Gewerkschaft ver.di ruft alle Beschäftigten und Auszubildende der Marienhausklinik Ottweiler am Mittwoch,11. Oktober 2017 für alle Schichten in 24 Stunden beginnend mit der Frühschicht zu einem Warnstreik auf.

ver.di fordert einen Tarifvertrag Entlastung. Dort soll eine Mindestpersonalausstattung festgelegt und Regelungen zum Belastungsausgleich getroffen werden. Auch die Verbesserung der Ausbildungsqualität wird gefordert, so sollen Auszubildende nicht mehr zur Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden dürfen.

siehe: http://saar-trier.verdi.de/







Ver.di beruft sich insbesondere auf das verfassungsrechtlich unabdingbar geschützte Koalitionsrecht, das auch das Streikrecht einschließt:
Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 (Anm. der Redaktion: dort wird für den Kriegs- und Katastrophenfall eine Beschränkung der Grundrechte geregelt) dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.
Quelle: Artikel 9 Abs. 3 Grundgesetz


Erste Medienberichte zur Ankündigung, in einer katholischen Klinik zum Streik aufzurufen:


Der aktuelle Erwachsenenkatechismus zum Thema:
"Koalitionsrecht, Streik und Aussperrung 

Donnerstag, 12. März 2020

Klinikschließungen: Katholische Chaostruppe

Saarland: Caritas-Krankenhaus Lebach und Marienhaus-Klinik Ottweiler werden geschlossen. Politik kritisiert Vorgehen der katholischen Träger. ver.di fordert Plan statt Markt. Beschäftigte demonstrieren vor dem Saarbrücker Landtag gegen Klinikschließungen.
 ver.di Protest gegen Klinikschließungen am 11. März 2020 vor dem Saarbrücker Landtag
Die Empörung über die katholischen Krankenhausbetreiber im Saarland ist groß: Am Mittwoch (11. März 2020) zeigten sich alle demokratischen Parteien verärgert über die plötzliche Ankündigung der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt), das Caritas-Krankenhaus in Lebach zum 1. Juli zu schließen. Nur eine Woche zuvor hatte die Marienhaus-Gruppe erklärt, die Klinik in Ottweiler dichtmachen und mit dem Standort St. Wendel verschmelzen zu wollen. »Wir haben von nichts gewusst, gar nichts«, kritisierte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) im Landtag. Bei einer Protestkundgebung vor dem Gebäude forderten Mitarbeitervertreter*innen und ver.di ein Eingreifen des Staates, um die Gesundheitsversorgung und die Arbeitsplätze zu sichern.

Quelle (und mehr): https://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/kirchliche-betriebe

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Freitag, 13. Oktober 2017

Ein Streiktag, der in die Geschichte eingehen wird

 
 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, 
Der erste Streik an einem katholischen Krankenhaus liegt hinter uns. Wir sind immer noch sprachlos, wie unglaublich viele Menschen uns in den letzten Tagen unterstützt haben. Wir haben unzählige Solidaritätsbotschaften über die unterschiedlichsten Wege erhalten. Wir wurden im Streiklokal besucht, zur Demonstration kamen hunderte Unterstützer und diese Petition wurde inzwischen von über 3000 Menschen unterzeichnet.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Marienhaus-Pflegedirektor entlassen - Verschlechterungen abgewehrt

Die Marienhaus GmbH hat ihren Pflegedirektor des Klinikverbundes Saar-Ost, ... entlassen. Das bestätigte das Unternehmen schriftlich.
Gründe für die Entlassung nannte der Sprecher von Marienhaus nicht. In die Zuständigkeit … fielen auch die beiden Krankenhäuser in Ottweiler und Sankt Wendel, in denen es in den vergangenen Wochen herbe Kritik am Umgang mit den Pflegekräften gegeben hatte.
Die Gewerkschaft Verdi sieht in der Entlassung Schramms ein Bauernopfer. Eigentlich hätte es den Generalbevollmächtigten treffen müssen, sagte der Verdi- Pflegebeauftragte Michael Quetting am Telefon. …
berichtete gestern der Saarländische Rundfunk.

Inzwischen wird auch klar:
Verschlechterungen abgewehrt
Marienhaus-Kliniken im Saarland wollten Pflegeuntergrenzen unterschreiten, obwohl von einer Überlastung durch Covid-19 keine Rede sein kann. Proteste haben das verhindert.
Quelle: Verdi
Wir haben über die Situation u.a. in Ottweiler mehrfach berichtet.

Das Ergebnis zeigt, wie erfolgreich es sein kann, wenn sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit der starken (Pflege-) Gewerkschaft, mit ver.di, gegen Mängel berechtigt zur Wehr setzen.

Montag, 15. Januar 2018

Sylvia Bühler im Interview zur Entlastungskampagne 2017 und wie es weitergeht: "Wir lassen nicht locker!"

Klinikpersonal entlasten

»Wir lassen nicht locker«

Die Aktionen für Entlastung im Krankenhaus haben 2017 einiges bewegt. ver.di will auch im neuen Jahr dran bleiben. Interview mit Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen.
[...]
Was hat die Arbeitgeber dazu gebracht, sich zu bewegen?
"Entscheidend war dafür in allen Fällen die Aktionsbereitschaft und Entschlossenheit der Beschäftigten. Hervorzuheben sind hier die Kolleginnen und Kollegen der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler, die im Oktober erstmals in einem katholischen Krankenhaus für Entlastung gestreikt haben. Sie haben Mut bewiesen und gezeigt: Auch in kirchlichen Einrichtungen können und dürfen Beschäftigte mit gewerkschaftlichen Mitteln für ihre Interessen eintreten. Eine Folge war, dass sich der Diözesan-Caritasverband Trier im November in einem »Mahnruf« gemeinsamen mit ver.di für eine bessere Personalausstattung in den Krankenhäusern ausgesprochen hat."
[...]
Wie soll es mit der Bewegung in den Krankenhäusern im neuen Jahr weitergehen?
"Wir werden uns auch 2018 entschlossen für mehr Personal und Entlastung einsetzen. Anfang Februar werden Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet in Kassel zu einer Konferenz zusammenkommen, um die Erfahrungen auszuwerten und über die nächsten Schritte zu beraten. Es ist beeindruckend, das neue Selbstbewusstsein der Kolleginnen und Kollegen zu erleben. Viele erkennen das erste Mal in ihrem Berufsleben, welche Macht es verleiht, wenn viele zusammenstehen. Wir überlassen das Gesundheitswesen nicht dem Markt. Es ist eine wichtige Säule der Daseinsversorge. Uns ist klar, dass wir da ein dickes Brett bohren. Wir lassen nicht locker."

Das ganze Interview gibt es hier:
 https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung "Wir lassen nicht locker"

Mittwoch, 17. Februar 2021

Kliniksterben im Corona-Jahr - am Mittwoch in plusminus

20 Krankenhäuser haben im Corona-Jahr 2020 geschlossen. Für dieses Jahr sind zahlreiche weitere Schließungen geplant.
berichtete ARD plusminus gestern, Mi., 17.02.21 in der Sendung von 21:45 Uhr. Auch wir haben über die Schließung kirchlicher Krankenhäuser, wie das in der Sendung genannte Ottweiler, mehrfach berichtet.
Ver.di kritisiert seit Jahren die rein wirtschaftliche Ausrichtung der Krankenhausfinanzierung.


Der Beitrag ist hier in der Mediathek abrufbar

Sonntag, 22. Oktober 2017

Sonntagsnotizen - Kirchliches Arbeitsrecht in den Medien

katholisch.de nimmt noch einmal differenziert Bezug auf die öffentlichen Diskussionen, die durch den Warnstreik an der Ottweiler Marienhausklinik ausgelöst wurde.

"Lauterbach für Streiks in kirchlichen Krankenhäusern
Das kirchliche Arbeitsrecht muss nach Aussage des Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion angepasst werden. Schlecht besetzte Krankenhäuser seien eine Gefahr, auf die man hinweisen müsse, so Lauterbach."

Bezug genommen wird dabei auf einen Artikel in Christ & Welt, in dem Karl Lauterbach zitiert wird.

Der Christ & Welt-Artikel selbst (online bislang nicht öffentlich zugänglich):