Montag, 12. März 2018

ver.di für ein Bundes-Kitagesetz: Versprechen halten - Kitas brauchen Qualität!

In der frühkindlichen Bildung muss sich etwas tun

Kinder brauchen gut ausgestattete Tagesstätten – mit einer ausreichenden Zahl qualifizierter Erzieherinnen und Erzieher, die auf individuelle Bedürfnisse eingehen können. Die Fachkräfte brauchen genug Zeit für Vor- und Nachbereitung, für Kommunikation mit Eltern  und die eigene Fortbildung. Die neue Bundesregierung muss handeln. Der Entwurf für einen Koalitionsvertrag von Union und SPD bleibt bei dem Thema noch sehr vage. Mehr steckte schon in der Initiative für ein neues Qualitätsversprechen für gute Kitas in Deutschland und im Aktionsprogramm zur Auf- wertung sozialer Berufe, die Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) im August 2017 vorgestellt hat.

Daran anknüpfend fordert ver.di ein Bundesgesetz zur Qualitätssicherung in der Kindertagesbetreuung.

Zentrale Vorhaben der Initiative der Bundesministerin sind:
  • Schaffung notwendiger Fachkraft-Kind-Schlüssel
  • Bessere Bedingungen für die Leitungstätigkeit, mehr Zeit für Leitung
  • Gebührenfreie Ausbildung, Anspruch auf Ausbildungsvergütung
  • Ausweitung praxisintegrierter Ausbildungen
  • Ausweitung von Umschulungen und Nachqualifizierungen
  • Bessere Bezahlung, vor allem bei freien Trägern
  • Verstärkte Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund für das Arbeitsfeld Kita


Gesetzesinitiativen und Koalitionsvertrag im ver.di-Check


Wir begrüßen zentrale Punkte der Initiativen aus dem vergangenen Jahr, vermissen dazu jedoch Details im Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD.

Wir lassen nicht locker und fordern ein neues Bundes-Kitagesetz. Darin müssen die dauerhafte finanzielle Beteiligung des Bundes am qualitativen Ausbau der Kindertagesstätten und bundeseinheitliche  Qualitätsstandards  festgeschrieben werden. Diese Standards müssen für alle Einrichtungen  gelten  –  unabhängig  von  der  Trägerschaft.

Bisher fehlt es an einer Abschätzung des Umfangs der finanziellen Mittel, die für den weiteren quantitativen Ausbau und die qualitative Sicherung und Weiterentwicklung notwendig sind. Die im Koalitionsvertrag genannten Summen reichen bei weitem nicht aus.
Ziel muss eine flächendeckende, kostenfreie und gute frühkindliche Bildung sein. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Finanzierung. Wer nicht genug Geld bereitstellt und trotzdem die Abschaffung von Elternbeiträgen in Aussicht stellt, handelt fahrlässig.

Unsere Forderungen


Die Beschäftigten sind stark belastet. Darum müssen die Rahmenbedingungen der Arbeit und der Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte dringend verbessert werden.

Unsere Forderungen für die Personalschlüssel und die Ausstattung in der Kindertagesbetreu- ung orientieren sich unter anderem an den empfohlenen Mindeststandards der Europäischen Kommission:

  • Für Kinder bis 1,5 Jahre: maximal drei Kinder auf eine Fachkraft; für Kinder zwischen 1,5 und drei Jahren: maximal vier Kinder auf eine Fachkraft; für Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulein- tritt: maximal acht Kinder auf eine Fachkraft; ab dem Schuleintritt: maximal zehn Kinder auf eine Fachkraft
  • Ausreichende Verfügungszeiten und zusätzliche Freistellungstage für Qualifizierung, die in die Personalbemessung eingerechnet werden. Im Personalschlüssel dürfen Praktikant/innen und Zusatzfachkräfte nicht mehr eingerechnet werden.
  • Leitungsfreistellungen müssen an die vorhandenen Anforderungen angepasst werden. Qualifiziertes hauswirtschaftliches Personal muss in ausreichender Zahl vorhanden sein.
  • Unbefristete  Arbeitsverhältnisse  als  Standard.
  • In Zusammenarbeit mit der Jugendhilfeplanung sind Bedarfe festzustellen, die durch weiteres Personal oder Zusatzqualifikationen gegebenenfalls auch trägerübergreifend abgesichert werden.
  • Für den laufenden Betrieb müssen den Trägern 100 Prozent der anerkannten Sach- und Personalkosten erstattet werden.
  • In den Einrichtungen müssen mindestens acht Quadratmeter Betreuungs- und Bildungsräume pro Kind zur Verfügung stehen. Sie müssen dem Alter und den Bedürfnissen der Kinder entsprechend gestaltet sein. Zusätzlich sind ausreichend Hauswirtschaftsräume, Sanitär- und Stauräume, Büro, Sozial- und Personalräume vorzusehen. Außengelände sollten mindestens 1,5-mal so groß sein wie die Innenfläche.
  • Für einen funktionierenden Lärm- und Gesundheitsschutz: Einbau von Lärmschutzmaßnahmen und ergonomische Ausstattung für Fachkräfte und Kinder. Grundsätzlich müssen die Einrichtungen entsprechend dem pädagogischem und technischem Standard ausgestattet werden.

Diese Standards würden zu einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Kitas führen. Damit sie umgesetzt werden können, brauchen wir ein Bundes-Kitagesetz! Der Bund muss sich deutlich stärker finanziell beteiligen. Um das zu erreichen, braucht es den Druck der Beschäftigten. Dafür gibt es ver.di – die Gewerkschaft für alle Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Wir setzen uns ein für gute Arbeitsbedingungen in der Kindertagesbetreuung.

Gestalten wir gemeinsam die Zukunft der Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Mach mit!

https://mitgliedwerden.verdi.de


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