Sonntag, 7. Oktober 2012

Münchner Kardinal Marx ist gegen Mindestlöhne

07.10.2012 Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hält nichts von Mindestlöhnen. «Lohnvorschriften zu machen, ist in einer freien Gesellschaft ein Problem...Mindestlöhne könnten höchstens eine Notlösung sein, seien sie doch «eine Kapitulation unserer sozialen Marktwirtschaft, in der die Tarifparteien dafür Verantwortung tragen, auskömmliche Löhne zu finden» meldet Antenne Bayern

und weitere Medien:
Meldung von Radio Vatikan
Meldung des FOCUS

Kommentare:

  1. ist das so zu verstehen, dass Kardinal Marx für einen Tarifverttrag bei der Caritas eintritt?

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  2. "Keine Mindestlöhne, für die Lohnfindung sind die Tarifvertragsparteien zuständig!" - ist das nicht die Position der FDP?
    Gut, die FDP vertritt diese Position bevorzugt dort, wo die Gewerkschaften schwach sind.

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  3. Seit 1998 bis 2012 ist der Anteil der Beschäftigten in tarifgebundenen Arbeitsverhältnissen kontinuierlich gesunken: In Westdeutschland von 76% auf 60%, in Ostdeutschland von 63% auf 48% (Quelle: http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_2257.htm). Was also soll man den interessierten Kreisen zurechnen, die zum Thema Mindestlohn monoton auf die Tarifautonomie verweisen? Unkenntnis? Unwahrhaftigkeit? Zynismus? Und warum wird die Logik von Merkel und Co nicht auf andere Bestandteile von Tarifverträgen ausgeweitet? Schließlich gibt es doch gesetzliche Obergrenzen für Arbeitszeiten, eine gesetzliche Untergrenze von Urlaubstagen - neben der Vergütung wichtige Tarifbestandteile, in deren Gestaltung der Gesetzgeber sich sehr wohl einschaltet. Ruft mir da jemand zu: "Da geht es aber um Gesundheitsschutz!"? Glaubt denn wirklich jemand, dass Lebensbedingungen, die sich aus Niedriglöhnen ergeben kein Gesundheitsrisiko erzeugen? Weiß denn der Herr Kardinal Marx nicht, dass immer mehr Menschen gezwungen sind, alle gesetzlichen Grenzen zu verletzen, um mit ihrem ausbeuterischen Stundenlohn ein halbwegs hinreichendes Auskommen für sich und ihre Familien zu sichern? Die gleichen Zyniker, die den gesetzlichen Mindestlohn als Einmischung des Staates verteufeln haben aber gar nichts dagegen, dass mit dem "Aufstocken" Lohnsubventionen fließen, die zu finanzieren der Staat den Sozialversicherten auferlegt.

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