Donnerstag, 30. Januar 2020

Synodaler Weg: Erste Wegmarke in Frankfurt - mit großem Anlauf wird zu kurz gesprungen.

heute kommt in Frankfurt erstmals die Synodalversammlung, das höchste Gremium bei der Reformdebatte, zusammen. Im Fokus der Versammlung stehen Themen wie "Missbrauch" und "Frauenweihe". Die dahinter liegende "klerikale Machtstruktur" hat zu allen möglichen und unmöglichen Debattenbeiträgen geführt.
 
 
Missbrauch: Theologen fordern Gewaltentrennung in der Kirche
 
Der Skandal des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche erfordert ein ganzes Bündel an Reformen - angefangen von der Schaffung einer unabhängigen Gerichtsbarkeit und der Gewaltentrennung in der Kirche über eine Reform der Priesterausbildung bis hin zur Ausbildung einer Präventionskultur in Gemeinden und Gemeinschaften.
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In aller Freundschaft - eine Gewaltentrennung haben wir bereits. Jeder Bischof bestellt einen Generalvikar (Leiter der Diözesankurie - Exekutive) und einen Offizial (Leiter des diözesanen Kirchengerichts - Judikative). Beide sind aber jeweils nur "im Auftrag des Bischofs" tätig, verfügen also nur über "delegierte Gewalt". Das trifft im Übrigen auch für den Bischof zu, der ja auch "nur" über die vom Papst verliehene Vollmacht verfügt.
Was wohl gemeint war, ist die Gewaltentrennung, die wir in demokratischen Staaten haben - die aber zumindest seit dem 1. Vatikan. Konzil (päpstliches Jurisdiktionsprimat) der katholischen Kirche "fremd" ist. Solche - gut gemeinten, aber unrealistischen - Vorschläge lassen hohe Erwartungen aufkommen, die ein Ergebnis aber nur als "Schlag in's Wasser" erweisen werden.     
 
Kurz vor Beginn wurden nun alle Teilnehmer der Synodalversammlung bekannt. Ein Blick in diese Teilnehmerliste lässt befürchten, dass sich die Synodalversammlung weiterhin um den eigenen Bauchnabel im Elfenbeinturm dreht, während ein Balken nach dem anderen aus dem Dachgebälk herunterkracht und sich das Fundament zusehends auflöst. Kein einziger namhafter Vertreter der katholischen kirchlichen Soziallehre - wie würden etwa an Prof. Dr. Hengsbach SJ denken - ist in dieser Eigenschaft eingeladen. Es gibt zwar Sozialethiker unter den Teilnehmern - aber die sind in jeweils anderer Funktion, mit einem "anderen Hut", unterwegs. Der ZdK-Präsident möchte "nicht alten Zeiten hinterherjammern". Offensichtlich fehlt es aber an Mut oder Weitsicht, wenigstens die Themen anzupacken, die seitens der deutschen Kirche selbst geregelt werden können.  
 
Mit großem Anlauf wird zu kurz gesprungen.
 
Es wäre sinnvoller, wenn sich die Synodalversammlung mit anderen, mehr realistischen Fragen und kleineren Schritten befassen würde. So sind die diversen Finanzskandal in den Bistümern genauso wie das eigene "kirchliche Arbeitsrecht der deutschen Kirche" auch ein Resultat des "klerikalen Amtsmissbrauches". Es geht in den paritätisch besetzten Gremien nichts ohne die Zustimmung von Mitgliedern der durch die Generalvikar bestellten Arbeitgeberseite, und jeder Beschluß einer Kommission ist nichts ohne die Inkraftsetzung durch den jeweiligen Diözesanbischof. Als "Kollektives Betteln" hat das Bundesarbeitsgericht schon vor Jahren solche "Tarifverhandlungen" bezeichnet.  
  
 
edit:
 
Synodaler Weg Ist die katholische Kirche noch zu retten?

Stand: 30.01.2020 01:58 Uhr

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Priester-Anwärter Andreas Hahne befürchtet, es könne bei vielen Katholiken zu großen Enttäuschungen kommen. Bei denen, die erwarten, dass sich durch den Synodalen Weg ganz viel ganz schnell ändert. Und bei jenen, die jede kleine Veränderung als Verrat an der reinen Lehre empfinden. "Beide Positionen wird man schwer zusammen bringen können."

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Die Kirche habe ein Glaubwürdigkeitsproblem. "....

1 Kommentar:




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