Donnerstag, 21. August 2014

Arbeitgeberverband Pflege warnt vor einheitlichem Tarifvertrag und erteilt der Politik gute Noten

Die gestrige Ausgabe des Handelsblatt befaßt sich in einem überaus interessanten Artikel "Herausforderung Pflege" anläßlich der Jahrespressekonferenz des Arbeitgeberverbandes Pflege vom Dienstag dieser Woche mit dessen Positionen und der Kritik von ver.di daran.  (online: Handelsblatt unter dem Titel "Hängepartie Pflege")

Verbandspräsident Thomas Greiner hält die Pflege angesichts derzeit 60000 Auszubildender in der Pflegeausbildung für attraktiv, Sylvia Bühler vom ver.di-Bundesvorstand sieht dagegen die "unterirdisch niedrigen Löhne" der privaten Anbieter als Ursache für die schwierige Lage der Branche.


Ver.di geht im Bereich der Pflege von Durchschnittslöhnen von 2190 Euro für Pflegefachkräfte aus, in der Pressekonferenz war seitens des Arbeitgeberverbandes Pflege davon die Rede, in der Pflege werde fair bezahlt, und zwar im Durchschnitt(!)* 2800 Euro brutto.

Für die Caritas lässt sich feststellen, dass in der AK Caritas West die einfachen Fachkräfte in 7b nur in Stufe 5 also nach 10 bzw. Stufe 6, nach 15 Jahren über 2800 Euro liegen. Alle anderen, Altenpfleger in den ersten 10 Jahren und Altenpflegehelfer oder ungelernte Helfer in der Pflege liegen bis zu 880 Euro niedriger als der Durchschnittswert bei den Privaten?!

Verbandspräsident wird im Handelsblatt mit der Erklärung zitiert, gegen einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag werde der private Branchenverband "mit allen Mitteln" vorgehen.
Interessant wird die Frage sein, wir positioniert sich hier die Caritas, als Verbündeter oder als Gegner eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags für den Bereich Pflege?

*PS. Noch einmal: 2800 Euro im Durchschnitt? Aber doch nur, wenn man die Vergütungen der Vorstandsmitglieder der Trägerkonzerne in die Durchschnittsberechnung mit einbezieht?

ver.di-Pressemitteilung 19.8.2014: Altenpflege in Deutschland - Keine Entwarnung in Sicht




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