Sonntag, 2. Dezember 2018

Sonntagsnotizen - Gedanken zu Beginn des Kirchenjahres

„Zu Missbrauch Nein sagen heißt zu Klerikalismus Nein sagen“
mit dieser Aussage von Papst Franzikus beginnt RADIO VATIKAN heute einen bemerkenswerten Blogbeitrag.

Klerikalismus wird darin definiert:
Erstens beginnt Klerikalismus da, wo das Interesse sich auf den Priester oder die Priester richtet, auf Struktur und Stand, nicht auf das Volk Gottes, für das Priester ja da sind.

Und zweitens gilt für die Einschätzung nicht die Selbstwahrnehmung der Priester, sondern die Fremdwahrnehmung durch die anderen. Klerikalismus ist also etwas, was sich der Priester sagen lassen muss, um ihn zu überwinden.
Wir meinen:
Klerikalismus ist eine Form von Macht, die Klerikern aufgrund der Weihe zugestanden wurde. Und wie jede Form von unkontrollierter Macht lädt das zu Machtmissbrauch ein. Egal ob Finanzskandale, sexueller Missbrauch von Minderjährigen oder die Verweigerung der Kooperation mit Gewerkschaften und deren Mitgliedern (die gegen das päpstliche Lehramt erfolgt): all das ist Machtmissbrauch, geboren aus Klerikalismus.

Schwester Charis Doepgen (OSB) formuliert zum heutigen Sonntagsevangelium:
Bangemachen gilt nicht!

Angst darf nicht die Prioritäten unseres christlichen Lebens durcheinander bringen.

Der Blogbeitrag von Pater Bernd Hagenkord, auf den Radio Vatikan verweist, endet mit
„Der Klerikalismus ist die Wurzel vieler Probleme. Der Klerikalismus steckt auch hinter den Fällen von Missbrauch, sowie Unreife und Neurose. Wir müssen bei der Ausbildung sehr vorsichtig sein“, sagte der Papst in einem Interview-Gespräch im August.

„Zum Missbrauch Nein zu sagen, heißt zu jeder Form von Klerikalismus mit Nachdruck Nein zu sagen”, formuliert es der Papst es an einer anderen Stelle. Es bleibt ein Thema für die Kirche.

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