Samstag, 21. September 2013

Umfairteilen der Macht - morgen sind Wahlen

Für diejenigen, die vor dem heutigen Briefkasteninhalt an den Bildschirm geflohen sind, hier noch ein paar Lektürehinweise für die Wahl und die politische Arbeit danach:

"Nicht nur Armut, sondern auch Reichtum muss ein Gegenstand der politischen Debatte
sein“. 

Mit diesem 25 Jahre alten Zitat aus dem Gemeinsamen Wort der beiden Großkirchen, hat Friedhelm Hengsbach SJ, seine Rede bei der Demo des Bündnisses "Umfairteilen jetzt!" eröffnet. Lesenswert! 


Ah, ja - und was weder den Wahlplakaten noch der heutigen Wahl-Bild-Zeitung zu entnehmen ist: so positionieren sich die Parteien zum Thema Vermögenssteuer:

CDU/CSU

Sie lehnen die Wiedereinführung der Vermögensteuer oder eine Vermögensabgabe ab.

SPD

Die SPD fordert die Wiedereinführung einer reformierten Vermögensteuer, wendet sich aber bisher gegen eine einmalige Vermögensabgabe. SPD und Grüne haben zudem in einer gemeinsamen Länder-Arbeitsgruppe ein Konzept für eine Vermögensteuer vorgelegt, demzufolge Vermögen ab 2 Mio. Euro pro Person mit 1 Prozent besteuert werden soll. Die Länder könnten damit rund 11,5 Mrd. Euro einnehmen. Ob Betriebsvermögen ebenfalls besteuert werden soll, ist in der SPD umstritten.

FDP

Sie lehnt die Wiedereinführung der Vermögensteuer oder eine Vermögensabgabe ab.

DIE LINKE

Die LINKE will Vermögen oberhalb von 1 Million Euro mit 5 Prozent besteuern („Millionärssteuer“) und fordert darüber hinaus eine europaweit koordinierte Vermögensabgabe zur Bewältigung der Folgen der Finanzkrise. Für betriebsnotwendiges Sachvermögen von Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmern und Personenunternehmen soll ein erhöhter Freibetrag von fünf Millionen Euro gelten. Die Regelung soll die Handlungsfähigkeit von (kleinen und mittleren) Unternehmen sichern und verhindern, dass Privatvermögen in Betriebsvermögen verschoben und so der Millionärsteuer entzogen werden kann. Für ein privates Geld- bzw. Immobilienvermögen von zwei Millionen Euro müssten zum Beispiel 50.000 Euro Steuern im Jahr bezahlt werden. Jährliche Mehreinnahmen: 80 Milliarden Euro.

Bündnis 90 / Die Grünen

Die Grünen fordern eine Vermögensabgabe auf Vermögen oberhalb von 1 Million Euro, die im Verlauf von 10 Jahren insgesamt 100 Milliarden Euro einbringen soll. Für Kinder und private Altersvorsorge soll es zusätzliche Freibeträge geben.
Betriebsvermögen soll ab einer Größenordnung von 5 Millionen Euro abgabepflichtig sein. Die Abgabe auf Betriebsvermögen soll auf maximal 35 Prozent eines Jahresertrags gedeckelt werden. Nach Auslaufen der Vermögensabgabe soll möglicherweise wieder eineVermögensteuer erhoben werden.

Piraten

Keine Festlegung.

AfD:

Sie lehnt die Wiedereinführung der Vermögensteuer oder eine Vermögensabgabe ab.



Weiter zum Thema:

Kommentare:

  1. Reichtum und Armut

    "Wir werden also, bei sonst gleichen Verhältnissen, jenes Land als auf der höheren Stufe volkswirtschaftlicher Entwicklung stehend zu bezeichnen haben, in welchem der Mittelstand am meisten vertreten ist. Wo aber der Mittelstand sich in fortschreitender Auflösung befindet, dort haben wir eine direkt dem Verderben entgegenreifende Entwicklung vor uns, und zwar umso sicherer, je größer der Reichtum ist, welcher diesen Auflösungsprozess des Mittelstandes begleitet."

    Dr. Gustav Ruhland, Berlin 1895

    Manches wird immer wieder "vergessen"; vor allem die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, die bisher alle Hochkulturen und Weltreiche in der Geschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit zerstörte:

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    Wie diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" zu beseitigen ist, wurde bereits 1916 von Silvio Gesell beschrieben. Wer versuchte, "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" anzuzweifeln (u. a. Franz Oppenheimer und John Maynard Keynes, um nur die bekanntesten zu nennen), ist gescheitert. Zur Marktwirtschaft ohne Kapitalismus (echte Soziale Marktwirtschaft) gibt keine "Gegenargumente", sondern nur Vorurteile,…

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

    …die wiederum auf dem beruhen, was ein gewisser Karl Marx, auch wenn er als Ökonom keine Leuchte war, zutreffend als "Opium des Volkes" bezeichnete. Und das Fatale an dieser schlimmsten aller Drogen ist, dass es keinesfalls ausreicht, sie zu ignorieren. Solange die Religion nicht erklärt und damit wegerklärt ist, bleiben wir "poor lost children of the sea":

    http://www.youtube.com/watch?v=qNJ0fMdeWEc

    Die Erklärung findet sich im dritten der Sieben Siegel der Apokalypse:

    http://www.deweles.de/files/apokalypse.pdf

    Wenn Sie sich immer noch fragen, warum unser lieber Benedikt XVI zurückgetreten ist…

    “We’ll know for the first time:
    If we’re evil or divine – we are the LAST IN LINE!”

    http://www.deweles.de/willkommen/offene-briefe.html

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  2. Sehr geehrter Herr Wehmeier,

    mit der ersten Aussage - dem Zitat von Ruhland - bin ich noch bei Ihnen. Wirtschaftswachstum kommt von Nachfrage, und nicht vom Zurückhalten. Die Milliardenvermögen der Reichen und Reichsten, die auf den Bahamas oder sonst wo gebunkert sind, helfen der Nachfrage nicht wirklich weiter.

    Mit dem Rest kann ich (ehrlich gesagt) wenig anfangen. Religion ist kein "Opium für das Volk", sondern zumindest eine ethisch-moralische Handlungsanleitung (Nächstenliebe), die viele große Weltreligionen eint. Wenn dann "im Namen einer Religion" Massaker verübt werden - als Beispiel für schlimmste religiöse Intoleranz gegenüber Andersgläubigen - dann ist das Mißbrauch der Glaubens- und Religionsfreiheit,hat aber insbesondere mit unserer christlichen Religion nichts mehr zu tun.
    Ja, wir in der Redaktion sind (nehme ich an) alles gläubige Katholiken. Und gerade deshalb kann zumindest ich mit Ihrem Vorschlag, Religion "weg zu erklären" nichts, aber auch gar nichts, anfangen.

    Wir debattieren hier im Übrigen über kirchliches Arbeitsrecht und nicht über Theologie. Diskussionen über theologische Fragen werden wir unterbinden, und ggf. auch entsprechende Beiträge löschen.

    Bitte ersparen Sie sich - und uns - daher Ausführungen über die Religion und Spekulationen über die "Sieben Siegel der Apokalypse" oder den Rücktritt von Papst Benedikt.

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