Dienstag, 10. Oktober 2017

Marienhausklinik Ottweiler: Petition zu Versuchen, Kolleginnen und Kollegen einzuschüchtern

 Morgen, am 11.10. streiken Pflegekräfte der katholischen Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen.

Gegen Versuche,  den Streik im Vorfeld zu unterbinden und die Kolleginnen und Kollegen einzuschüchtern, richtet sich eine Petition auf

Weact/Comapt

(Die Petition bietet eine einfache Möglichkeit, auch aus der Ferne Solidarität zu üben!)

Wir dokumentieren den offenen Brief, in dem die Kolleginnen und Kollegen ihre Entscheidung bezgründen,  zu streiken:
Ja, wir werden streiken. Für mehr Personal. Für Arbeitsbedingungen, die es uns ermöglichen, diesen Beruf auch in den nächsten Jahren noch mit Freude auszuüben. Für eine menschenwürdige Pflege, in der ausreichend Zeit bleibt für die Patientinnen und Patienten. Für ein Gesundheitssystem bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das Geld.

Montag, 9. Oktober 2017

Bayerisches Krankenhauspersonal setzt Grenzen

Die Gewerkschaft ver.di hat das Krankenhauspersonal für Dienstag und Mittwoch, den 10./11. Oktober, zu Protestaktionen aufgerufen. 
„Wir begleiten die Koalitionsverhandlungen, damit niemand die Personalnot in den Krankenhäusern vergisst und Union und Grüne an ihre Wahlkampfversprechen erinnert werden“, so Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales bei ver.di-Bayern. „Von der FDP erwarten wir, über den eigenen ideologischen Schatten zu springen: Krankenhäuser sind keine Fabriken, Gesundheit keine Ware, Beschäftigte keine Zahnräder“, so Hinke. Weitergehende Aktionen sind für den 23./24. Oktober angekündigt.

Zur Seligsprechung des Bischof Graf von Galen (Münster)

Am 9. Oktober 2005 wurde Bischof Clemens August Graf von Galen durch Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.
 
Was wir daraus lernen können?
 
Auch und gerade in schwierigen Zeiten ist der Einsatz für Behinderte, Kranke und Schwache und der Widerstand gegenüber falschen Autoritäten ein Gebot christlichen Handelns.
 
"Wir sind nicht Hammer sondern Amboss. Der Amboss kann nicht und braucht nicht zurückzuschlagen, er muss nur fest, nur hart sein. Meist hält der Amboss länger als der Hammer. Bleibet fest, bleibt standhaft." 
 

Bei "Hart aber fair" diskutieren jetzt Plasberg und seine sechs Gäste heute über das Thema Pflege. Eingeladen sind Menschen, die das Thema aus der Praxis kennen.
 

Kirchenappell Pflege: Solidarität mit der Ver.di-Betriebsgruppe Marienhausklinik Ottweiler.


solidarisieren sich zahlreiche Aktive und Amtsträger der katholischen und evangelischen Kirchen (Pfarrer, Diakone,Gemeindereferenten, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Theologinnen und Theologen, Mitglieder von kirchlichen Verbänden) mit den Forderungen der Kolleginnen und Kollegen der Marienhausklinik Ottweiler

7. Oktober 2017
Liebe Pflegerinnen und Pfleger in den Marienhauskliniken,
wir als Aktive und Amtsträger der katholischen und evangelischen Kirchen (Pfarrer, Diakone,Gemeindereferenten, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Theologinnen und Theologen, Mitglieder von kirchlichen Verbänden) sind geleitet von den christlichen Werten der Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Sonntagsnotizen: Marienhausklinik Ottweiler zum Streik gerufen

 Man kann auf Entlastung hoffen und man kann dafür kämpfen:

Die Gewerkschaft ver.di ruft alle Beschäftigten und Auszubildende der Marienhausklinik Ottweiler am Mittwoch,11. Oktober 2017 für alle Schichten in 24 Stunden beginnend mit der Frühschicht zu einem Warnstreik auf.

ver.di fordert einen Tarifvertrag Entlastung. Dort soll eine Mindestpersonalausstattung festgelegt und Regelungen zum Belastungsausgleich getroffen werden. Auch die Verbesserung der Ausbildungsqualität wird gefordert, so sollen Auszubildende nicht mehr zur Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden dürfen.

siehe: http://saar-trier.verdi.de/







Ver.di beruft sich insbesondere auf das verfassungsrechtlich unabdingbar geschützte Koalitionsrecht, das auch das Streikrecht einschließt:
Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 (Anm. der Redaktion: dort wird für den Kriegs- und Katastrophenfall eine Beschränkung der Grundrechte geregelt) dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.
Quelle: Artikel 9 Abs. 3 Grundgesetz


Erste Medienberichte zur Ankündigung, in einer katholischen Klinik zum Streik aufzurufen:


Der aktuelle Erwachsenenkatechismus zum Thema:
"Koalitionsrecht, Streik und Aussperrung 

Samstag, 7. Oktober 2017

Menschenwürdige Arbeit ist ein Menschenrecht - Kirche und Gewerkschaften fordern konkrete Zusagen im Koalitionsvertrag


Anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober fordern der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), MISEREOR, die Deutsche Kommission Justitia et Pax, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands, das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und Kolping International die künftigen Regierungsparteien auf, im Koalitionsvertrag konkrete Schritte zur Sicherung der Menschenwürde in der Wirtschaft hierzulande und weltweit zu vereinbaren. Soziale Rechte müssen Priorität haben und dürfen von der künftigen Regierung nicht in Frage gestellt werden.
Moderne Sklaverei in der Textilproduktion und Bananenplantagen sowie die Zerstörung von Umwelt und Lebensgrundlagen beim Rohstoffabbau prägen immer noch den Alltag in der globalen Wirtschaft. Jeden Tag verunglücken 6.400 Arbeiter/-innen tödlich, weil Unternehmen keinen angemessenen Schutz gewährleisten. Die Anzahl „moderner Sklaven“ wird weltweit auf 46 Millionen geschätzt. Auch in Deutschland sind ausbeuterische Arbeitsverhältnisse immer noch häufig anzutreffen.
Ende vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung deutsche Unternehmen in einem Nationalen Aktionsplan aufgefordert, auch in ihren globalen Wertschöpfungsketten die Menschenrechte zu achten und spätestens bis 2020 ihre „Sorgfaltspflichten“ umzusetzen. „Die Achtung der Menschenrechte ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass auch die Armen von wirtschaftlicher Entwicklung profitieren können“, erklärt der für MISEREOR zuständige Erzbischof Stephan Burger. „Die Regierungspartner sollten eine ambitionierte Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte im Koalitionsvertrag vereinbaren. Wenn die Unternehmen die internationalen Standards bis 2020 nicht erfüllen, brauchen wir dringend eine gesetzliche Regelung, wie sie im Aktionsplan erwogen wird“, so Erzbischof Burger.
Die Gewerkschaften und Kirchen fordern die künftige Bundesregierung auf, auch in Deutschland ausbeuterische Arbeitsbedingungen konsequent zu bekämpfen. „Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen sind nicht hinnehmbar, sei es bei Wanderarbeitnehmern auf Baustellen oder in der Fleischindustrie“, sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. „Die Handlungsmöglichkeiten für Gewerkschaften müssen gestärkt werden und bei grenzüberschreitenden Arbeiten dürfen keine rechtsfreien Räume entstehen. Zur konkreten Durchsetzung der Rechte bedarf es wirkungsvoller Arbeitsinspektionen in allen Ländern“, so Hoffmann. Dadurch werde einer Zersplitterung der Überwachungs- und Kontrollbehörden entgegengewirkt. Zudem müsse ein Verbandsklagerecht im Arbeitsrecht eingeführt werden. Die kollektive Interessenvertretung schütze die Akteure und erleichtere die Durchsetzbarkeit ihrer Ansprüche.

[Quelle: DGB-Pressemitteilung vom 5. Oktober 2017]

Freitag, 6. Oktober 2017

Aufruf zur Solidarität Charité auf saarländisch heißt Ottweiler

Aufruf zur Solidarität
Charité auf saarländisch heißt Ottweiler
Demo am 11.10.17

Diese Auseinandersetzung hat aber für das ganze Land eine große Bedeutung. Ohne die Einbeziehung der kirchlichen Träger wird es keine Entlastung in den Krankenhäusern geben. Wenn ver.di Entlastungstarifverträge nur in den kommunalen Häusern erreichen würde, würde dies unter den aktuellen Finanzierungsbedingungen das Aus für die kommunalen Häuser bedeuten.

Die Situation ist nicht nur in Ottweiler unerträglich. Im September haben überall in Deutschland Aktionen und Streiks für mehr Personal stattgefunden. Auch an der Charité wurde erneut gestreikt und wird jetzt erneut verhandelt. Überall erwarten wir, dass man mit uns über Entlastung verhandelt. Wir wollen nicht durch unsere Arbeit selbst krank werden. So der Tenor in den Krankenhäusern in Deutschland. So auch der Tenor in Ottweiler.

Nun wird seitens der Marienhaus Unternehmensgruppe behauptet, „dass Streiks in caritativen Einrichtungen … grundsätzlich unzulässig“ seien. Das ist so nicht richtig.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

KAB- Landesbezirk Saar: Solidarität mit dem Personal der Marienhausklinik Ottweiler


Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) - Landesbezirk Saar ruft dazu auf, sich an der ver.di-Demonstration für mehr Pflegepersonal sowie gerechte und faire Arbeitsbedingungen zu beteiligen.
Diese startet am Mittwoch, 11. Oktober um 16.30 an der Marienhausklinik in Ottweiler.
Im Aufruf der KAB heißt es: „Wir unterstützen die Bemühungen, eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Pflegebereich für die MitarbeiterInnen zu erreichen!“ Die katholische Arbeitnehmerbewegung hält den von ver.di und kirchlichen Mitarbeitervertretungen (MAV) in der Pflege initiierten Saarbrücker Appell „Aufstehen für die Pflege“ nach wie vor für
notwendig. Sie solidarisiert sich aktuell besonders mit den Beschäftigten der Marienhausklinik Ottweiler, sowie den VertreterInnen in der MAV.

KAB Trier 4. Oktober 2017 - Aufruf: Aufstehn für die Pflege

siehe auch: Aufruf der Ver.di-Betriebsgruppe

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Kolleginnen und Kollegen kämpfen für das Bleiberecht für Anwar Khan Safi

Die MitarbeiterInnen des Klinikums Augsburg machen sich große Sorgen, dass ihrem Arbeitskollegen Anwar Khan Safi mit hoher Wahrscheinlichkeit in wenigen Tagen die Abschiebung in das Bürgerkriegsland Afghanistan droht. In einer Petition an den Bayerischen Landtag fordern hochrangige VertreterInnen von ver.di, unter anderem der Bundesvorsitzende Frank Bsirske, die Abschiebung zu stoppen und dem Kollegen ein Bleiberecht zumin-dest für die Dauer seiner Ausbildung einzuräumen.

Anwar ist 2014 aus seiner kriegszerstörten Heimat Afghanistan nach Deutschland geflohen. Während seines Asylverfahrens lernte er fließend Deutsch und hat 2016/17 im Klinikum Augsburg erfolgreich eine einjährige Ausbildung zum Krankenpflegehelfer absolviert. Seit August 2017 ist Anwar am Klinikum angestellt und im KollegInnenkreis außerordentlich beliebt. Er engagiert sich darüber hinaus seit über zwei Jahren als ehrenamtlicher Sanitäter bei den Johannitern in Augsburg. Er hat bereits die Zusage, ab 1. Oktober diesen Jahres die fachlich höherwertige Ausbildung am Klinikum zum Gesundheits- und Krankenpfleger beginnen zu können.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Deutsche Einheit: wenig Feierstimmung

Der DGB mahnt in einem aktuellen Beitrag

Deutsche Einheit: Gleichwertige Lebensverhältnisse überfällig

an, die gesellschaftliche Spaltung zu überwinden und betont "dass jedes Beschwören deutscher Einheit zur hohlen Phrase verkommt, wenn damit nicht auch ein aktives Handeln zur Beseitigung der ungleichen Arbeits- und Lebensverhältnisse einhergeht."

klartext 35/2017:
Aktives Handeln statt hohler Phrasen
Aus wirtschaftspolitischer Perspektive tritt damit offen zu Tage, dass jedes Beschwören deutscher Einheit zur hohlen Phrase verkommt, wenn damit nicht auch ein aktives Handeln zur Beseitigung der ungleichen Arbeits- und Lebensverhältnisse einhergeht. So weist der Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der deutschen Einheit aus, dass in Ostdeutschland gegenüber einem Bevölkerungsanteil von rund 15 % mehr als 26 % aller Erwerbslosen in Deutschland leben. Wer im Osten als Arbeitnehmer erwerbstätig ist, verdient je Stunde nur knapp 80 % des Einkommens eines westdeutschen Beschäftigten und auch die gesamtwirtschaftlichen Investitionen je Einwohner sind mit rund 70 % des westdeutschen Niveaus weit unterdurchschnittlich (siehe Grafik).

Montag, 2. Oktober 2017

Aufruf der ver.di Betriebsgruppe im Marienkrankenhaus Ottweiler: "Wir fordern: Verhandlungen über Entlastung jetzt!"

In Ottenweiler demonstrieren am 11. Oktober 2017 um 16:30 Kolleginnen und Kollegen des
Marienkrankenhauses Ottweiler zusammen mit (hoffentlich zahlreichen) Unterstützern im Rahmen der Kampagne
Auch Bundesfachbereichsleiterin und Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes Sylvia Bühler kommt nach Ottweiler.

Wir dokumentieren den Brief der  ver.di Betriebsgruppe im Marienkrankenhaus Ottweiler:
„Wir fordern: Verhandlungen über Entlastung jetzt!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
Die Arbeitsbelastung im Klinikalltag ist nicht länger hinnehmbar. Seit Anfang des Jahres haben wir deutlich vernehmbar das ausgesprochen, was sowieso alle wissen: wir brauchen mehr Personal. Wir haben demonstriert, eine aktive Mittagspause gemacht, Briefe an den Bischof geschrieben und vieles mehr. Verändert hat sich bisher nichts. Der Arbeitsalltag und die im Leitbild festgehaltenen Werte stehen im offenen Widerspruch.Dieser Ruf nach Entlastung ist eine Reaktion auf die von der Marienhaus-Geschäftsführung einseitig abgebrochenen Entlastungs-Gespräche mit ver.di. Jede und jeder von uns ist es Wert, unter guten Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Jede Patientin und jeder Patient verdient eine würdevolle und menschliche Pflege. Es ist jedem bewusst, dass es in einem Krankenhaus Zeiten gibt, in denen die Arbeitsbelastung besonders hoch ist. Doch so wie jetzt wird Stress zum Dauerzustand. Resignation, gefährliche Pflege und vielfältige Gefährdung unserer Gesundheit sind die Folge.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Internationaler Tag der älteren Menschen: Lebenssituation Älterer verbessern

Di Pasquale: Sozialen Abstieg im Alter verhindern

Der 1. Oktober ist der Internationale Tag der älteren Menschen. Dieser Tag steht dafür, Männern und Frauen ein Alter in Sicherheit und Würde zu ermöglichen. Aus diesem Anlass fordert Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, ihre Lebenssituation zu verbessern: „Immer mehr Ältere sind von Armut bedroht. Um hier einen Riegel vorzuschieben und sozialen Abstieg im Alter zu verhindern, brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die Stärkung  der gesetzlichen Rente muss ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Zuallererst geht es darum, das Rentenniveau zu stabilisieren und anschließend deutlich anzuheben, damit die Rente ihrer Lohnersatzfunktion auch nachkommen kann.“