Mittwoch, 11. Februar 2015

Tarifvertrag zwischen Diakonie und ver.di in Niedersachsen

Wir hatten vergangene Woche im Rahmen unserer Berichterstattung über den Einigung in der Caritas-Regionalkommission Nord Infos zur Tarifeinigung für die Diakonie-Beschäftigten in Niedersachsen angekündigt; wir tragen diese Informationen hier nach:

Tarifeinigung für Diakonie-Beschäftigte erzielt


In einer Pressemitteilung vom 28.1.2015 informiert ver.di über die Tarifeinigung vom 27.01.2015

Am gestrigen Dienstag (27. Januar) hat es in der fünften Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft ver.di und den Diakonie-Arbeitgebern eine Tarifeinigung für die rund 37.000 Diakonie-Beschäftigten in Niedersachsen gegeben. Nach langen und teilweise zähen Verhandlungen haben sich beide Parteien auf folgende Punkte verständigt:
Alle Beschäftigten erhalten rückwirkend für 2014 eine Einmalzahlung von 300 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig).
Ab 1. Januar 2015 erhöhen sich die Einkommen um 2,7 Prozent und ab 1. Februar 2016 Erhöhung nochmals um 2,7 Prozent, so dass insgesamt 5,4 Prozent tabellenwirksam werden.
Davon abweichend erhöhen sich die Entgelte für Beschäftigte in der Altenpflege stufenweise ab 1. März 2015 um 2 Prozent, ab 1. August 2015 um weitere 0,7 Prozent, ab 1. Februar 2016 nochmals um 1 Prozent sowie ab 1. Mai 2016 um weitere 1,7 Prozent, so dass auch sie am Ende eine Anhebung der Entgelttabelle um 5,4 Prozent erhalten.
Für die betriebliche Altersversorgung wurde eine Eigenbeteiligung von 0,4 Prozent ab 1. Februar 2016 vereinbart.
Auszubildende und Schüler erhalten eine Erhöhung von 50 Euro ab 1. Januar 2015.
Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 30. September 2016.
Die ver.di-Tarifkommission konnte sich nicht mit allen Forderungen durchsetzen, wie zum Beispiel die auf einen Mindestbetrag. „In Anbetracht dessen, was die Arbeitgeber zwischendurch vehement eingefordert haben, haben wir ein gutes Ergebnis erzielt“, bewertete ver.di-Verhandlungsführerin Annette Klausing den Tarifkompromiss. „Wir haben den Anschluss an die Branche gehalten und wir konnten eine Abkopplung der Altenpflege abwehren.“ Hätte es gestern keine Einigung gegeben, wäre die Schlichtung angerufen worden. Das Ergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen Gremien. 
Wie weit die Tarifparteien vor der letzten Runde noch auseinanderlagen, dokumentiert das Flugblatt von Mitte Januar:



Vollständiges Flugblatt als als pdf 
(im Flugblatt ist auch das Arbeitgeberangebot  aus der 4. Verhandlungsrund dokumentiert.)










Der Verlauf der gesamten Tarifverhandlungen ist in folgenden Infos/Pressemitteilungen nachzulesen:

14.01.2015 - vierte Runde: "Diakonie Niedersachsen: Tarifverhandlungen drohen zu scheitern"
03.12.2014 - dritte Runde: "Diakonie: Tarifverhandlungen drohen zu scheitern"
20.11.2014 - zweite Runde: "Diakonie: Tarifverhandlungen werden im Dezember fortgesetzt"
19.09.2014 - "Durchbruch – Tarifvertrag zwischen ver.di und Diakonie in Niedersachsen"

Kommentare:

  1. Das Ergebnis spiegelt die Mächtigkeit wieder.
    Gut daran, es weist in die richtige Richtung, führt zu Gehaltszuwächsen
    Schlecht daran, es entfernt sich von der Leitwährung TV ÖD, Absenkungen jeglicher Art finden Nachahmer.
    Entweder die Mitarbeiter, besonders im Altenhilfebereich gehen vor die Tür, sagen dass sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind oder sie bleiben vom TV ÖD dauerhaft abgehängt.

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  2. Lieber Kollege, du hast in fast allem recht - nur: der TV Diakonie entfernt sich nicht vom TVöD, sondern nähert sich ihm an, natürlich ohne ihn gleich erreichen zu können. Die Caritas-RK Nord hat einen ehrenwerten Beschluss hingekriegt, aber sie entfernt sich doch eher vom TVöD (durch stark verzögerte Erhöhungsschritte) im Vergleich zur Nähe, die sie in den vergangenen Tarifrunden noch hatte. Der Unterschied muss gemacht werden und man wünscht sich auch diese Differenzierung in den kargen Diskussionen, die man bei der akmas von außen wahrnimmt.
    Entscheidend ist aber, und da kann man dir nur vorbehaltlos zustimmen: der Rahmen dessen, was durchgesetzt werden kann, wird bestimmt davon, wieweit sich die Beschäftigten gewerkschaftlich organisieren, auf die Straße gehen und dort ihre solidarisch organisierte Eigenverantwortung realisieren und das Notwendige durchsetzen. Was könnte alles erreicht werden, wenn die Beschäftigten im Altenpflegebereich sich Träger- und Arbeitgeberübergreifend organisieren würden und sich nicht zwischen Diakonie, Caritas, AWO, Privaten usw. ausspielen lassen würden.
    c.

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