Donnerstag, 19. Juni 2014

Über ein Symposium mit 350 Spitzenvertretern von Politik und Kirche in NRW

...am vergangenen Montag, den 16. Juni 2014, berichtet das Domradio.

Auch das kirchliche Arbeitsrecht war Thema. 
Unter dem Stichwort "Kirchliches Arbeitsrecht in der Kritik" berichtet Domradio:

"An vielen Stellen konnte das Symposium Konfliktthemen nur anreißen. Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) forderte mit großer Leidenschaft die Kirchen auf, in ihrem Arbeitsrecht Gewerkschaften zu akzeptieren. Das müsse nicht dem Tendenzschutz widersprechen. Auch den Dritten Weg der Kirche, der Streik und Aussperrung ausschließt und auf Findung eines Konsenses zwischen Dienstgeber und -nehmer setzt, stellte Schneider infrage. Dieses Verständnis von Dienstgemeinschaft stelle "für viele Beschäftigte eine Ideologie" dar.
Exakt in diesem Tenor hat sich bereits vor 35 Jahren Oswald von Nell-Breuning in dieser Frage positioniert.

Weiter heißt es
Demgegenüber betonten die Vertreter der Caritas, dass beide Seiten - Arbeitgeber und -nehmer - gute Erfahrungen mit der Art von Tarifvereinbarungen gemacht hätten und die Abschlüsse nicht schlechter seien."
Tja. Warten wir mal die aktuelle Caritas-Tarifrunde ab.

Was erstaunlicherweise nie thematisiert wird, ist die spekulative Frage, wie die derzeit heftig beklagte Tarifsituation im Bereich Gesundheit/Soziales/Pflege aussehen könnte, wenn sich die Beschäftigten dort trägerübergreifend gut organisiert für Flächentarife in ihren Branchen eingesetzt hätten und einsetzen würden, statt mit gegenseitigen Tarifkonkurrenz die "Sociosclerose" zu befördern. (vgl. "Projekt Pessis")
Dass ein hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad und damit durchgesetzte Tarifverträge mit besseren Arbeitsbedingungen und besseren Vergütungen einhergehen, ist eine Binsenweisheit. Fatal ist, dass der 3. Weg der Kirchen suggeriert, es ginge auch ohne... 

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