Donnerstag, 29. September 2016

Heute tagt die Regionalkommission Ost - kein Konsens auf weiter Flur?

Mitarbeiterseite der Regionalkommission Ost kritisiert in einer Pressemitteilung vom 26. September 2016 die "Lohnungerechtigkeit zwischen Ost und West"

"30.000 Caritas-Beschäftigte im Osten arbeiten mehr für weniger Geld" heisst es in der Pressemitteilung. Die Mitarbeiterseite beklagt

  • Caritas-Beschäftigte erhielten  "teilweise lediglich 89 Prozent der Gehälter, die die Beschäftigten im Westen für die gleiche Arbeit bekommen"
  • besonders benachteiligt seien "die sogenannten unteren Lohngruppen, diese wurden beispielsweise bei der vorletzten Tariferhöhung ausgeschlossen"
  • die AVR-Vergütung liege "im Osten bis zu 11 Prozent unterhalb der Mittleren Werte des Bundes"
  • eine Regelarbeitszeit im Osten von 40 statt 39 Wochenstunden wie im Westen bedeute "eine zusätzliche Lohnabsenkung um 2,5 Prozent"
  • das Weihnachtsgeld im Osten betrage "bei der Caritas lediglich 57,5 Prozent des Septemberentgeltes"

Als Fazit:
"Bis zum Jahr 2009 glichen sich die Tarifgebiete bis auf ca. 95 Prozent an. Seit sechs Jahren ist diese Entwicklung im Osten wieder gegenläufig."
Der Ende 2014 von der AK eingesetzte Ausschuss Ost-West-Angleichung konnte diese Entwicklung offensichtlich nicht aufhalten.

Im Blog haben wir auf die Problemlage immer wieder hingewiesen, etwa zum Tag der deutschen Einheit 2014 und 2015.

Von dem vielbeschworenen groß- und einzigartigen Flächentarif der Caritas kann hier eher nicht die Rede sein, vielleicht sollte man sich den Terminus "Patchworktarif" angewöhnen.

Gleichwohl redet die Pressemitteilung der Mitarbeiterseite von "Verhandlungen auf Augenhöhe". Und die Dienstgeber reden gerne davon Konsens, Partnerschaft und Kooperation seien die Werte, die die Tariffindung im 3. Weg bestimmen würden.

Wo bleibt die klare Feststellung und der Protest der Mitarbeiterseite: "wir haben seit 6 Jahren keinen Konsens"?

Was hilft die Augenhöhe, wenn einzig und allein die Bereitschaft der Dienstgeberseite die Obergrenze beschreibt, was tariflich möglich ist?

Kommentare:

  1. Ganz ehrlich wenn ich solch einen Unterschied feststelle da platzt mir persönlich der Arsch die Sesselpuper brauchen sich ja keine Sorge um ihr späteres Leben machen aber denkt doch mal an diejenigen die Eure ganze Kohle heran scheffeln die sich wirklich bei der Arbeit kaputt machen im Westen genauso wie im Osten warum soll denn der Osten weiter benachteiligt werden ich finde keinen Grund wir pflegen genauso gut wie im Westen dieser Scheiß Ost West unterschied kann abgeschafft werden wir sind doch hier keine Büßer nur damit sich die hohen Tiere hier weiterhin soviel Gehalt zahlen können also bitte macht was daraus wenn man sowas ließt wird man ja immer unmotivierter zum Arbeiten im Osten

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  2. Zitat aus der "WELT KOMPAKT", Print, heute S. 20: >> Seit Jahrzehnten sah der Arbeitsmarkt in Deutschland nicht mehr so gut aus wie heute. Sogar im Osten geht die Erwerbslosigkeit stark zurück.<< Wenn das so ist, und die WELT ist nicht für linke Utopien bekannt, dann ist auch die Arbeitskraft im Osten knapper und müsste daher zunehmend teurer werden. Wie man trotz volkswirtschaftlicher Regularien die Arbeitskraft weite günstig hält, beweist die Caritas gerade mit dem "Dritten Weg".

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  3. Ja Arbeitsmarkt sieht gut aus hahaha was ist mit denen die verheiratet sind und der Partner so zu gut verdient meine Mutter arbeitet auf 450€ Basis sie zählt nicht bei der Arbeitslosigkeit mit rein. Fakt ist ja das man im Osten genauso arbeitet wie im Westen und das ist der Grund weshalb da kein Unterschied gemacht werden darf. Normalerweise müssten noch alle Arbeitnehmer für die retlichen 26 Jahre eine Nachzahlung bekommen auf Niveau des Westens aber Nein das wollen wir doch garnicht wir wollen nur keinen Unterschied mehr.

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