Samstag, 20. August 2022

"Keine hohlen Phrasen, keine leeren Versprechungen mehr"

unter dieser Überschrift berichtet katholisch.de von einem Interview der beiden Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung des Erzbischöflichen Generalvikariats Köln mit dem Kölner "Domradio". Das Interview selbst ist hier nachlesbar:
"Man wird auf jeder Party darauf angesprochen, wie man noch bei diesem Arbeitgeber bleiben könnte. Besonders tragisch ist es natürlich, dass viele Kolleginnen und Kollegen auch fragen: Kann ich überhaupt Mitglied dieser Kirche bleiben?"

Das Interview zeigt nicht nur "deutliches grummeln" sondern ein erhebliches Unbehagen - und eine zunehmende Spaltung der Mitarbeiterschaft, die sich anlässlich einer aktuell unübersehbaren moralischen Bankrotterklärung der Amtskirche artikuliert
Damit zeigt sich, dass das nicht nur eine strukturelle Krise oder eine Medienkrise ist, sondern dass es für viele Kolleginnen und Kollegen eine tiefe Glaubenskrise wird, weil sie dieser Kirche nicht mehr glauben, der sie angehören.

Als Gewerkschafter präferieren wir den ehrlichen und offenen Umgang miteinander - Probleme werden nicht vertuscht sondern in kritischer Loyalität angesprochen und bereinigt, mit dem Ziel, sich auch im übertragenen Sinn wieder zu "vertragen". Gerade das verhindert die Grundordnung mit ihrer schon nahezu manischen Fixierung auf einen "Dritten Weg" und eine historisch schwer belastete "Dienstgemeinschaft".

Es braucht mehr, als nur personelle Konsequenzen bei einigen Personen des "Spitzenpersonals", um das verlorene Vertrauen wieder herzustellen. Die gesamte hierarchisch geprägte Struktur, die sich auch in der Grundordnung wiederspiegelt, gehört auf den Prüfstand. Systemische Ursachen müssen hinterfragt und beseitigt werden. Unser Part ist dabei die Konzentration auf eine ideologische Überhöhung der theologisch nicht zu rechtfertigenden "Dritte Weg Fixierung". Es reicht dazu, bewährte Zweite Wege zu begehen (wie das die eigene Soziallehre vorsieht) anstatt sich auf ungeprüfte Holzwege zu begeben.

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