Montag, 13. April 2015

Das Münchner Bündnis für alle in den Sozial- und Erziehungsdiensten...

...und speziell für die, die nicht streiken dürfen, sich aber mit den Forderungen solidarisieren und aktiv werden möchten.
tagt heute, Montag, den 13.4.2015 um 20 Uhr,

im Münchner Gewerkschaftshaus,
Schwanthalerstr. 64,
Raum „Salettl“ (DGB Kantine)


Einladung als pdf

Kommentare:

  1. Bin mir unsicher, ob da viel bei raus kommt. Die Spanne zwischen den Löhnen, die in der Industrie und im Bankwesen gezahlt werden zu den Löhnen im Sozialbereich wird immer größer. Gleichzeitig wird die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter im Erziehungs- und Pflegedienst immer höher, da die Sozial-Arbeitgeber Kosten minimieren wollen. In vielen Erziehungs- und Pflegeeinrichtungen wird mit dem minimalsten Personalaufwand agiert. Zudem werden feste Vollzeit-Stellen gestrichen zugunsten von Teilzeitjobs und befristeten Arbeitsverhältnissen. Damit Mitarbeiter sich nicht organisieren können, werden sie ständig umgesetzt. Hoch qualifizierte Mitarbeiter werden nicht eingestellt.
    Durch diese Strategien sinkt die Qualität der Arbeit für die Menschen, die laut Gesetz Anspruch auf Teilhabe, Partizipation, Erziehung, Bildung, Lebensqualität etc. haben. Dies wiederum macht den Mitarbeitenden, die hohen Belastungen im Beruf sowieso ausgesetzt sind, ein schlechtes Gefühl und führt zu Unzufriedenheit im Job.

    Die finanzielle Aufwertung der Sozialberufe ist dringend notwendig. Doch gleichzeitig muss meines Erachtens eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Sozialleistungen und die sozialen Berufe verstärkt werden.

    Was ist denn mit der Solidarität der unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche untereinander?

    Wie kann es sein, dass die Mitarbeiter bei Audi einen Bonus nach dem anderen für die gute Wirtschaftslage erhalten aber Erzieher und Altenpfleger bei der gleichen Leistung leer ausgehen?

    Wie kann es sein, dass Manager für Gewinnmaximierung Millionen-Boni erhalten aber das Personal, das die Rollstühle der Angehörigen durch die Städte schiebt, für einen Hungerlohn arbeiten muss?

    Wie kann es sein, dass Lockführer und Piloten mehrfach für mehr Gehalt das ganze Land lahmlegen und damit die Niedrigverdiener, die auf Bus und Bahn angewiesen sind schaden?

    Was ist geworden aus dem viel gerühmten Sozialstaat und dem Recht, das jedem Bürger Gerechtigkeit zusichert und nicht nur Einzelnen?


    Meine Antwort:

    Ich denke, dass wir eine neue Art der Solidarität brauchen und eine Neuverteilung der Ressourcen. Ich war immer eine Vertreterin der sozialen Marktwirtschaft und halte viel vom sozialen Ausgleich. Ich bin neben meinem Sozialberuf in vielen Ehrenämtern tätig. Doch das kann es alleine nicht sein, dass Einzelne und die sozialen Berufe die Sozialverantwortung alleine tragen.
    Für die gerechte Finanzierung von sozialen Berufen braucht es m.E. eine politische Entscheidung, eine Art Sozialpakt......denn: Wer gibt der Erzieherin oder der Altenpflegerin den Boni dafür, dass sie heute bereits 10 besch..... Hosen gewechselt hat?

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  2. Gewerkschaften sind die Verkörperung der Solidarität von Arbeitnehmern. Dass ausgerechnet im Sozialbereich diese Solidarität so schlecht ausgebildet ist und sich die Beschäftigten sich tariflich auch noch zwischen öffentlichem Dienst und Wohlfahrtsverbänden separieren lassen, ist eine Merkwürdigkeit sondergleichen und ein Kapitel für sich. Angemessene Vergütungen waren noch nie das Ergebnis politischer Entscheidungen, sondern schon immer auch Ergebnis und Ausdruck der Stärke der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten.
    Nichts für ungut, aber: mit frommen Wünschen nach Neuverteilung der Ressourcen erntet man allenfalls warme Worte von den Politikern, die die soziale Arbeit selbstverständlich schätzen und in den höchsten Tönen loben. Aber, so betonen sie auch immer, für Tariffragen sind sie ja nicht zuständig und so schlimm kann es ja nicht sein, wenn sich immer noch genügend finden, die den Erzieherberuf, sozialpädagogische Berufe oder Pflegeberufe ergreifen.
    Die Beschäftigten bei Audi und VW mit ihren tollen Boni sind übrigens gewerkschaftlich hervorragend organisiert und haben es gelernt ihren Anteil an der guten wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Betriebe sicherzustellen.
    c.

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    1. Die Preiskonkurrenz ist doch politisch gewollt. An den Staat zu appellieren, ist für mich vergebliche Liebesmühe.
      Der Staat leistet nicht mehr Zuschüsse, damit die freigemeinnützigen Träger den gleichen Standard anbieten wie bei öffentlichen Einrichtungen - der Staat kauft die sozialen Dienstleistungen beim "Günstigstbieter" (also den Lohndumpern) ein, und zahlt auch den tariftreuen Anbietern nicht mehr.
      Und wer weiterhin auf die Konkurrenz der Wege setzt, der unterstützt das auch noch.
      e.

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