Dienstag, 3. März 2020

Generalvikar Pfeffer: Kirchliches Arbeitsrecht befördert "Kultur der Angst"

so berichtet "katholisch.de" vom Hauptreferat aus der gestrigen Tagung zum kirchlichen Arbeitsrecht in Eichstätt.
Kirchliche Mitarbeiter sollen nicht mehr um ihren Job bangen müssen, weil sie nicht im Einklang mit der Kirchenlehre lebten: Essens Generalvikar Klaus Pfeffer fordert eine komplette Streichung der entsprechenden Rechtsvorschrift.
und zitiert u.a.
Pfeffer sagte, die deutschen Generalvikare hätten bereits vor sechs Jahren mehrheitlich für einen solchen "radikalen Schritt" votiert, aber in der Deutschen Bischofskonferenz mit ihrem Vorstoß keine Chance gehabt. Offenbar habe unter den Bischöfen die Sorge überwogen, dass mit der Streichung dieser sogenannten Loyalitätsobliegenheit auch die kirchliche Ehelehre preisgegeben worden wäre.
Die Vorschrift habe jedoch "unzählige Leidensgeschichten" verursacht, denen er als Generalvikar bis heute begegne, sagte Pfeffer. Diese müssten "aufgearbeitet werden, damit Wunden heilen können". Viele kompetente Menschen seien deshalb "aus dem kirchlichen Dienst vertrieben oder gar nicht erst zugelassen worden". Pfeffer nannte es "das Teuflische an diesem System, dass es von vielen mitgetragen wurde". So hätten Denunzianten häufig Druck auf kirchliche Dienstgeber ausgeübt, damit sich diese von betroffenen Mitarbeitern trennten. Dies könne nicht der Weg einer Kirche sein, die das Evangelium der Nächstenliebe glaubwürdig verkünden wolle.

Auch andere hochrangige Amtsträger dächten so ….

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Pfeffer bemängelte, dass die Grundordnung des katholischen Arbeitsrechts immer noch "von einem Geist der Absicherung und Kontrolle geprägt" sei, von einem bewussten oder unbewussten Misstrauen gegenüber den Mitarbeitenden. Dabei sollte es "Lust und Freude" machen, in der Kirche zu arbeiten, und ein wertschätzender, mitmenschlicher Umgang auf allen Hierarchieebenen das Arbeitsklima prägen. (KNA)
Am Rande der Tagung wurde übrigens bekannt, dass derzeit mindestens zwei Verfahren zum kirchlichen Arbeitsrecht in Rom anhängig sind. So bezeichnete es ein Teilnehmer im Anschluss an das Referat Pfeffers als Skandal, dass in Bayern der oder die Vorsitzende einer MAV katholisch sein müsse. Evangelische Christen könnten zwar in kirchlichen Einrichtungen arbeiten, die entsprechenden Rechte würde man diesen aber verweigern. Da den kirchlichen Arbeitsgerichten eine Normenkontrolle dieser (bayerischen) MAVO-Regelung nicht möglich sei, habe man nun Rom zur Klärung angerufen.

Auch die DBK-Vollversammlung startete mit Forderungen von Reformgruppen.
Neben mehr als 100 Frauen hatten sich auch Vertreter der Initiative „Eckiger Tisch“ sowie der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung eingefunden. Der Stand der Stiftung trug den Slogan „Kirchenstaat? Nein, danke.“

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